Pandemie

Masken sind in Remscheid immer noch üblich

Allee-Center-Kunden und auch das Personal bei Mode Engbers tragen trotz Aufhebung der Pflicht lieber Maske.
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Allee-Center-Kunden und auch das Personal bei Mode Engbers tragen trotz Aufhebung der Pflicht lieber Maske.

Seit Sonntag gilt keine Maskenpflicht mehr - Mehrheit der Remscheider hat den Schutz nach wie vor dabei

Von Michelle Jünger

Remscheid. Seit Sonntag ist die Maskenpflicht Geschichte. Zwar können Supermärkte und Geschäfte auch im Sinne ihres Hausrechtes auf eine Maske bestehen, aber wer keine tragen möchte, macht sich damit nun nicht mehr strafbar.

Auch im Allee-Center trifft man deshalb wieder Menschen ohne Mund-/Nasenschutz. Zu Beginn herrscht etwas Unsicherheit. „Bevor wir rein sind, wussten wir noch nicht so genau, ob es wirklich erlaubt ist, darauf zu verzichten“, berichtet Laura Triesch.

Auch ohne Maske fühlt sich Angela Karwot beim Einkaufen sicher.

Sie trägt, genauso wie ihre Begleiterin Angela Karwot, keine Maske. Nachdem sie die ersten Besucherinnen und Besucher des Allee-Centers sahen, die sich gegen die Gesichtsbedeckung entschieden hatten, war die Unsicherheit verflogen.

„Die Infektionen kommen vom persönlichen Kontakt, nicht vom Einkaufen.“

Angela Karwot, Kundin

„Mir war gestern noch nicht bewusst, dass ich die Maske nicht mehr zwingend brauche. Aber ich bin froh, dass es so ist“, erzählt Angela Karwot. Sie sei keine Maskengegnerin, aber sie sagt auch, dass es schön sei, wieder durchatmen zu können und ein Stück Freiheit zurückzubekommen. „Die Infektionen kommen vom persönlichen Kontakt, nicht vom Einkaufen“, fügt sie hinzu. Deswegen fühlen sich die beiden Kundinnen recht sicher.

Solange es nicht zu voll ist, verzichtet Tim Kampmann auf die Maske.

Dennoch ist das Bild im Allee-Center sehr gemischt. Die große Mehrheit trägt noch Maske, über alle Altersgruppen hinweg. Wer sie nicht trägt, hat sie teils sichtbar am Handgelenk oder auch in der Hand. Nur wenige scheinen, komplett darauf zu verzichten. Verschiedene Kundinnen und Kunden setzen sie in den Geschäften wieder auf, andere überhaupt nicht.

Peter Schürmann hält hinan der Maske fest. Für ihn steht es außer Frage, dass er sich und seine Umgebung weiterhin schützen möchte. „Mittlerweile ist das mit der Maske so wie mit dem Anschnallen beim Autofahren. Es ist eben notwendig“, betont Schürmann. Die hohen Inzidenzen bereiten ihm weiterhin Sorgen. Außerdem hat er familiär viel mit dem Corona-Virus erlebt, was ihn und die Familie geprägt habe. „Der nötige Respekt ist eben da.“

Peter Schürmann trägt zum Schutz von sich und anderen Masken.

Solange nicht klar ist, wohin die Entwicklung geht, werde er auf jeden Fall weiter Mund-/Nasenschutz tragen. Während in anderen Ländern wie der Schweiz oder den Niederlanden bereits nur noch im ÖPNV Masken aufgezogen werden, ist hier das Bild noch Alltag.

Seitenblicke oder auch böse Kommentare gibt es ohne Maske

Vor zwei Jahren wurden noch diejenigen schräg angeguckt, die Maske getragen hatten. Laura Triesch und Angela Karwot haben schon Seitenblicke bemerkt. „Das ist merkwürdig, wie sehr man sich an den Anblick mit Maske gewöhnt hat“, sagt Triesch.

Nach erster Unsicherheit, lässt Laura Triesch die Maske nun weg.

Einer der wenigen Vertreter ohne Gesichtsbedeckung ist auch Tim Kampmann. Er habe das Tragen der Maske als anstrengend empfunden, verurteile aber niemanden, der sich dafür entscheidet. „In einigen Situationen trage ich sie auch noch“, erklärt er. Wenn es um ihn herum voll ist, beispielsweise. Da es jedoch im Allee-Center gerade nicht sehr belebt ist, hat er sich gegen die Maske entschieden. Allerdings habe er schon negative Erfahrungen sammeln müssen. „Mir hat ein Herr gesagt, dass er hofft, dass ich Corona bekomme“, berichtet Kampmann. Die Anfeindung habe ihn unerwartet getroffen, da die Entscheidung für oder gegen die Maske freigestellt ist.

Hintergrund

Seit dem 2. April 2022 ist die Maskenpflicht durch eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes im Einzelhandel aufgehoben worden. Der Einzelhandel darf nun selbst entscheiden, ob im Geschäft weiterhin eine Maskenpflicht besteht.

In diesem Fall machen die Supermärkte und Geschäfte von ihrem Hausrecht Gebrauch.

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