Organist Stephan Lux sagte kurzfristig ab

Martin Storbeck springt bei Konzert ein

Kantor Martin Storbeck war der Retter in der Not. Er sprang für den erkrankten Kollegen ein und begeisterte.
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Kantor Martin Storbeck war der Retter in der Not. Er sprang für den erkrankten Kollegen ein und begeisterte.

Sommerkonzerte in der Kirche Tannenhof .

Von Peter Klohs

Remscheid. Am frühen Mittwochnachmittag wartete Pfarrerin Barbara Schröder-Möring noch hoffnungsvoll auf den Beginn des ersten der beiden Sommerkonzerte, die in der Kirche der evangelischen Stiftung Tannenhof stattfinden. Am späten Nachmittag sah das anders aus: Organist Stephan Lux, der eine selbst eingerichtete Orgel-Version von Bachs „Goldberg-Variationen“ spielen sollte, musste krankheitsbedingt das Konzert absagen. Das war um kurz vor 17 Uhr. Pfarrerin Schröder-Möring blieben etwas mehr als zwei Stunden, um musikalischen Ersatz zu finden.

Was liegt in einer solchen Situation näher, als den Kantor der Kirche im Tannenhof anzufragen. Und Martin Storbeck nahm die Herausforderung an: Um Punkt 19 Uhr saß er, nur mäßig nervös, an der Orgel und sorgte in einem fünfzigminütigen kurzweiligen Programm dafür, dass das erste Sommerkonzert nicht ersatzlos ausfallen musste.

Storbeck hatte ein ausgefallenes Thema über das Konzert gestellt: Orgel trifft Jazz. Er selbst nannte den Abend „Zeitgenössische Orgelmusik an einem heißen Augustabend in der Kirche im Tannenhof.“ Beide Überschriften erwiesen sich als treffend.

Die Komponistennamen der von Martin Storbeck gespielten Stücke dürften den meisten Musikfreunden nahezu unbekannt sein: Johannes Matthias Michel war unter ihnen, ein 1962 in Stuttgart geborener Komponist, dessen „Intrade in Jazz“ am Beginn des Konzertes stand. Nun ist der Begriff „Jazz“ in zeitgenössischen Kompositionen zumeist auf die Harmonien und – manchmal – auf den Rhythmus bezogen. Improvisation findet in der Regel nicht statt. Und so bewegten sich die von Storbeck gespielten Stücke im Rahmen zwischen gehobener Unterhaltungsmusik und mit leichtem Swing angereicherten sangbaren Melodien.

Fünf Stücke des jungen und in Höxter lebenden Florian Schachner schlossen sich an, von denen „Impressions“ das Farbigste war. Die zwei Manuale der Orgel waren sehr unterschiedlich registriert und klangen oben weich und unten strahlend. Der witzige „Elephant-Reggae“ beendete diesen Konzertabschnitt.

Liselotte Kunkel war ein weiterer Name auf Storbecks Agenda. Die 1975 in Karlstadt geborene Musikerin hat zahlreiche Kirchenchoräle jazznah arrangiert. Am Mittwochabend erklangen „Allein Gott in der Höh‘ sei Ehr“ sowie „Gott wohnt in einem Lichte“. Etwas außer der Reihe geriet „Reverie“ (Träumerei), bei dem Komponist Johannes Matthias Michel mit sehr ungewöhnlichen Harmonien arbeitet und durch stark gebrochene Melodien dem Free Jazz ein nahe kommt. Das Konzert schloss, ganz zur Freude von Pfarrerin Schröder-Möring, mit „Yesterday“, einer der bekanntesten Kompositionen von Paul McCartney.

Konzerttermin

Pfarrerin Barbara Schröder-Möring hofft, dass das zweite Konzert des Sommers in der Kirche der evangelischen Stiftung Tannenhof wie geplant über die Bühne geht. Am Mittwoch, 10. August, hat sich für 19 Uhr das Duo „La Vigna“ (Der Weinberg) angekündigt. Christian und Theresia Stahl werden eine Mischung aus keltischen Liedern und barocken Sonaten auf Gitarren und Flöten spielen.

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