Corona-Krise

St. Martin fährt in Lennep mit dem Traktor vor

Er gehört zum Martinsfest dazu: der Weckmann.Archivfoto: Axel Richter
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Er gehört zum Martinsfest dazu: der Weckmann.

Kitas können sich bewerben.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Auch wenn der 70. Martinszug in Lennep dieses Jahr wegen Corona ausfallen muss, will der Verkehrs- und Förderverein Lennep die Tradition des Martinsfestes aufrechterhalten. Deshalb hat sich der Vorstand eine Aktion überlegt: „Wenn die Kinder nicht zu St. Martin kommen können, kommt St. Martin zu den Kindern“, fasst es der Vorsitzende Klaus Kreutzer zusammen.

Und das funktioniert so: Lenneper Kindergärten können sich beim Verein um einen Besuch von St. Martin bewerben. Gefragt sind dabei gebastelte Laternen, Fotos, verzierte Bilder oder was den kreativen kleinen Köpfen sonst noch einfällt. „Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Es sollte jedoch etwas mit St. Martin zu tun haben“, betont Kreutzer. Schließlich geht das Fest auf Martin von Tours zurück. Er ist einer der bekanntesten Heiligen der katholischen Kirche.

Eine Jury wählt dann unter den originellsten Einsendungen aus und entscheidet, welche Lenneper Kitas St. Martin am Freitag, 6. November, besuchen wird. Wie viele das sein werden, steht noch nicht fest. Der Verkehrs- und Förderverein freut sich auf viele kreative Bewerbungen. Die Kontaktdaten gibt es im Netz: lennep.info.

Der heilige Martin wird an jenem Freitag zwar entsprechend gewandet, aber nicht zu Pferd kommen – sondern motorisiert. „Dazu werden wir meinen 60 Jahre alten Porschetraktor aus der Garage holen“, erzählt Klaus Kreutzer. Die Kinder erhalten nicht nur die traditionellen Weckmänner, sondern auch Warnwesten vom Lenneper Verein. „Damit sie sicher durch die dunkle Jahreszeit kommen.“

Unter diesen Umständen könnte die Stadt Martinszüge genehmigen

Für Kindergärten, die einen Martinszug planen, hat die Stadt indes gute Nachrichten: Unter bestimmten Voraussetzungen sind kleinere Brauchtumsfeste möglich. Bei Grundschulen wird es schwierig, weil ein Martinsfest dort aufgrund der Personenzahl schnell zum Großevent würde – und das ist derzeit nicht zulässig. Laut Ordnungsamtschef Jürgen Beckmann hat die Stadt ein Konzept für Kitas erarbeitet. Das sind die Spielregeln:

Anmeldung: Der Veranstalter muss seine Veranstaltung vier bis sechs Wochen vor dem Termin bei der Stadt anmelden. Dabei muss er seinen Namen und seine Kontaktdaten angeben sowie Datum, Zeit und Route des Martinszuges. Außerdem sollte der Veranstalter angeben, ob Begleitprogramm geplant ist – zum Beispiel ein Feuer oder das Aufführen der Martinsgeschichte.

Teilnehmerbegrenzung: Die maximale Obergrenze sieht der Ordnungsamtschef bei 300 Personen. „Wir raten aber zu kleineren Veranstaltungen.“ Als Beispiel nennt Beckmann eine Kita mit 60 oder 70 Kindern. Wenn jedes Kind zwei Elternteile mitbrächte, wäre ein Umzug genehmigungsfähig.

Masken: Erwachsene müssen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Kita-Kinder müssen das nicht.

Weckmänner: Die traditionelle Backware sollte einzeln verpackt sein, um die Hygiene zu wahren.

Musik: Auch wenn „Laterne, Laterne“ sonst gern gesungen wird, sollte man dieses Jahr darauf verzichten. So auch auf Livemusik, sagt Beckmann. Alternative: Musik aus der Anlage.

Nachverfolgbarkeit: Der Veranstalter muss eine Liste der Teilnehmer führen. Viele Kitas haben die Namen ohnehin parat. Es geht dabei um die Nachverfolgbarkeit im Falle einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus.

Ausschluss: Wer unter einem Atemwegsinfekt leidet, sollte zu Hause bleiben.

Genauso wie zahlreiche andere Großveranstaltungen fällt auch der traditionelle Martinszug in Lennep dieses Jahr der Pandemie zum Opfer.

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