Persönlich

Marianne Blachetta hat die ganze Welt kennengelernt

Marianne Blachetta hat viel erlebt.
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Marianne Blachetta hat viel erlebt.

92-Jährige lebt heute in Remscheider Seniorenheim.

Von Sabine Naber

Remscheid. Den Wunsch, einmal in die Welt zu gehen, den hatte Marianne Blachetta schon als Kind. „Das hat wohl die Situation in meinem Elternhaus so mit sich gebracht. Wir sind für damalige Verhältnisse schon viel gereist und gewandert. Bei Wind und Wetter ging es beispielsweise an die Ostsee, als wir einmal fünf Jahre in Stettin gelebt haben“, erzählt die 92-Jährige, die seit einem Jahr in einem Seniorenheim in Remscheid lebt.

Der Krieg und die beruflichen Versetzungen des Vaters hatten es mit sich gebracht, dass sie elf unterschiedliche Oberschulen besucht hatte. „Nach dem Abitur bin ich dann gleich ein Jahr nach England gegangen. Gegen den Willen meines Vaters.“ Ihre Mutter, eine Ärztin, die bis zu ihrer Heirat 1925 an der Charité in Berlin gearbeitet hatte, sei da toleranter gewesen. Sie hatte im Ersten Weltkrieg als Medizinerin den Rückzug aus dem Urwaldgebiet des Schipkapasses in Bulgarien mitgemacht.

Studiert hatte Marianne Blachetta in Heidelberg und Paris, wurde Geologin und Übersetzerin. „Ich habe viele wissenschaftliche Arbeiten geschrieben, beispielsweise über die Kastensysteme in Indien, wo ich oft lange unterwegs war, alles gründlich bereist und viele Fotos gemacht habe.“ Nach Karte sei sie durch Vorderasien gewandert, einen Schlafsack aus Leinen habe sie immer im Gepäck gehabt. „Ganz viel bin ich auch mit Pilgern in klapprigen Bussen gereist. War im Nahen Osten unterwegs, und habe in Griechenland alle Orte bereist, die ich dem Namen nach noch aus dem Geschichtsunterricht kannte.“

Als Reiseleiterin drang sie in eine Männerdomäne ein

Nachdem sie 1960 in den Diensten des Auswärtigen Amtes die Außenstelle des Deutschen akademischen Auslandsdienstes in der indischen Hauptstadt Delhi mit aufgebaut hatte, wurde zwei Jahre später aus ihrer Leidenschaft für fremde Länder ein Beruf. „Ich hatte von Dr. Tigges, das Unternehmen galt als beste Reisegesellschaft, gehört, stellte mich dort vor und wurde als Reiseleiterin genommen.“ Ab da durfte sie die „ganz ausgefallenen“ Reisen leiten, was bis dahin eigentlich eine Männerdomäne gewesen sei. „Ich habe die Reisen, beispielsweise nach China und Kambodscha, vorbereitet. Und weil ich Skiläuferin war, kannte ich auch die europäischen Alpen“, erzählt Marianne Blachetta, zu deren Freundeskreis auch der Bergsteiger Reinhold Messner zählt.

Immer wieder habe es sie zum Himalaya gezogen. Von dort sei sie auch ins tibetische Hochland im Norden gelangt, wo sie geritten sei. „Ich war viel alleine unterwegs, aber man hat mir nie etwas getan.“ In Wuppertal, wo sie bis zu ihrem Umzug nach Remscheid wohnte, habe sie später an einer Grundschule hospitiert. Und sei sehr gut mit den Schülern ausgekommen. Die Zeit an der Grundschule Nathrather Straße sei die schönste gewesen: „Da habe ich viel erlebt mit den Kindern, sie gefördert, so gut ich es konnte. Und alle haben den Abschluss geschafft“, erzählt sie und ist ein bisschen stolz, dass sie vor kurzem noch von einem dieser Schüler besucht wurde.

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