Theater

Maren Kroymann feiert im Teo Otto Theater ihre Pubertät

Maren Kroymann und ihre Band präsentierten „In my Sixties“ im Teo Otto Theater.
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Maren Kroymann und ihre Band präsentierten „In my Sixties“ im Teo Otto Theater.

Schauspielerin gastiert mit Band im Teo Otto Theater Remscheid.

Von Sabine Naber

Remscheid. Auf eine wunderbare, musikalische Zeitreise in „ihre Sixties“ hat die Sängerin, Schauspielerin und Kabarettistin Maren Kroymann das Publikum im Teo Otto Theater am Samstagabend mitgenommen. Und so authentisch und amüsant von ihrer musikalischen Sozialisation in den 50er und 60er Jahren erzählt, dass die Theatergäste sie auch nach ihrer zweieinhalbstündigen Vorstellung am liebsten gar nicht mehr von der Bühne gelassen hätten.

Und auch sie selbst und die vier großartigen Musiker um sie herum schienen es mit dem Heimweg nicht eilig zu haben. „Das Theater gefällt uns wahnsinnig gut“, sagte Maren Kroymann und präsentierte mit dem gefühlvoll gesungenen „As time goes by“ auch noch die dritte Zugabe.

Eigentlich wollte die vielseitige Künstlerin, die zum ersten Mal in Remscheid war, hier ihre vor 50 Jahren stattgefundene Pubertät noch einmal feiern. „Aber es ist etwas passiert. Ich bin 70, genauer gesagt schon 72 Jahre, alt geworden. Aber an solchen Abenden bin ich einfach noch mal in meinen 60ern. Ist das okay?“, fragte sie ihr Publikum, das mit viel Applaus seine Einwilligung gab.

Die Sängerin schilderte ihre Kindheit, erinnerte sich an Lektüre, in der man nachlesen konnte, wie man korrekt ein Mädchen wird. „Dazu gehörte, dass man sich jeden Tag mit 100 Bürstenstrichen kämmte. Und wenn man sich schließlich verliebt hatte, aber abgewiesen wurde, dann schob man es darauf, dass man eben nicht 100 Mal die Bürste eingesetzt hatte.“

Klassiker aus dem Repertoire der legendären Dusty Springfield, beispielsweise „I only want to be with you“ oder auch „Wishin’ and Hopin” und „I Just don’t know what to do with myself” sang sie mit ihrer warmen, kraftvollen Stimme wunderbar gefühlvoll. Und während die Bandmusiker Ralf Lehmann (Gitarre), Ralf Kündgen (Schlagzeug), Jürgen Schäfer (Bass) und Bandleader Johannes Roloff (Piano) ihr Können an den Instrumenten zeigen, huscht die Sängerin kurz hinter die Bühne, um ihr „kleines Schwarzes“ gegen ein leuchtend rotes Kleid zu tauschen.

Weiter ging es mit der Popmusik aus den Sixties, während sie all die Veränderungen und gesellschaftlichen Entwicklungen, die sie mit sich gebracht hatten, herrlich amüsant schilderte. Auch von Girl-Gruppen aus den USA, die so selbstbewusst waren und sich einfach trauten, aufzutreten, wusste sie zu berichten.

„Bevor ich die Dixie Cups mit ihrem Song „Chapel of Love“ zum ersten Mal gehört hatte dachte ich, man müsste als Sängerin wenigstens Talent haben. Aber bei den Mädels war es die Entkoppelung von Leistung, um gemocht zu werden.“ Und stellte anschließend unter Beweis, wie so ein Song klingt, wenn ihn eine Könnerin präsentiert.

Ob sie „The sun ain't gonna shine anymore“, einen Nummer-eins-Hit der Walker Brothers, oder von einem romantischen Mann sang, der ihr ein Lied zum Träumen schenken soll − es war ein wunderbarer, geistreicher, fröhlicher Abend.

Lesen sie auch: Landtagswahl NRW 2022: So läuft die Wahl in Remscheid - der Wahl-Ticker

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