Drama

Mann tötet Freundin und sich selbst

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Gegen 12 Uhr ging der Notruf vom Henkelshof bei Polizei und Feuerwehr ein. Für das Paar kam jedoch jede Hilfe zu spät.

Die Polizei geht von einer Beziehungstat aus: In einem Hochhaus am Henkelshof hat ein Mann nach bisherigen Erkenntnissen am Dienstagvormittag zunächst seine Lebensgefährtin und dann sich selbst erschossen.

Von Anja Carolina Siebel

Ein ohrenbetäubendes Knallgeräusch im Hausflur ließ die Anwohner in einem 16-stöckigen Hochhaus am Lenneper Henkelshof am Dienstagmittag gegen 12 Uhr aufschrecken. Im Treppenhaus des zweiten Stockwerks fand ein Nachbar kurz darauf eine leblose Frau. 

Standpunkt von Axel Richter

Die Polizei geht davon aus, dass ihr Lebensgefährte (74), der nicht mit ihr zusammen am Henkelshof wohnte, auf sie geschossen hatte. Die alarmierten Rettungskräfte konnten nur noch den Tod der 71-jährigen Frau feststellen. 

In ihrer Wohnung fanden Polizei und Feuerwehr den schwer verletzten Mann, der später offenbar die Waffe gegen sich selbst gerichtet hatte. Weil er laut Polizei „in äußerst kritischem gesundheitlichen Zustand“ war, orderten die Einsatzkräfte einen Rettungshubschrauber.

Noch während Notärzte aber versuchten, den Mann stabilisieren, verstarb auch er, noch bevor der Rettungshubschrauber eintraf. Das Paar wohnte nicht zusammen, der Mann war aber öfter bei der Seniorin zu Besuch. Die Polizei riegelte am Mittag die Eingangstür des Hochhauses ab. Anwohner, die ins Gebäude wollten, mussten sich ausweisen. 

Beziehungsdrama im Hochhaus

 © Holger Battefeld
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Auf einen langen Tag stellte sich die achtköpfige Mordkommission schon beim Eintreffen in Lennep ein. „Wir gehen natürlich genau so vor, als wäre der Tatverdächtige noch am Leben“, sagte der zuständige Staatsanwalt Torsten Michael Meyer am Nachmittag. Meyer: „Für uns war erst einmal wichtig, dass kein Dritter beteiligt ist, beziehungsweise der Täter nicht im Wissen Dritter gehandelt hat.“ Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit konnten das die Ermittler rasch ausschließen. Trotzdem werde erst einmal „jeder Stein“ nach Hinweisen umgedreht, sagte Staatsanwalt Meyer. 

Zur Ermittlungsarbeit gehört die Befragung der Angehörigen, aber auch die der Zeugen. Zudem war ein Team der Spurensicherung gleich vor Ort. „Spuren verschwinden mitunter rasch“, sagte Polizeisprecher Christian Wirtz. „Da ist Schnelligkeit gefragt.“ 

Die Kriminalpolizei geht von einer Beziehungstat aus 

Eine Nachbarin beschreibt die Getötete als „aufgeschlossen und freundlich“. Die meiste Zeit habe sie bei ihrem Lebensgefährten gewohnt. Nach einem gemeinsamen Urlaub habe sie in den letzten Tagen aber wieder alleine in ihrer Wohnung Zeit verbracht. 

HINTERGRUND

ERMITTLUNGEN

Die Spurensicherung war schon kurze Zeit nach der Tat am Tatort. Zu diesem Zeitpunkt waren auch die Leichen des Paares noch dort. Erst später wurden sie der Gerichtsmedizin übergeben. Die Ermittler waren noch bis spät am Abend mit Spurensuche und Befragung von Zeugen beschäftigt.

Die Kripo geht von einer Beziehungstat aus. Welche Beweggründe der ältere Herr für seine Bluttat und ob das Paar zuvor gestritten hatte, ist bislang völlig unklar. Zuletzt war es Ende Januar in Remscheid zu einer Beziehungstat gekommen. Ein 33-Jähriger hatte in einer Wohnung an der Lenneper Straße seine Freundin im Streit erwürgt.

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