Auf dem Schützenplatz wurden junge Birken verkauft

Maibäume sollen die Lieben daheim überraschen

Sebastian Gasz (l.) ließ seinen Wunschbaum von Forstwirt-Azubi Max Sachser zurechtschneiden. Foto: Michael Schütz
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Sebastian Gasz (l.) ließ seinen Wunschbaum von Forstwirt-Azubi Max Sachser zurechtschneiden.

Schon zwanzig Minuten vor dem offiziellen Start des Maibaumverkaufs sei schon einiges auf dem Schützenplatz los gewesen.

Von Alexandra Dulinski

Remscheid. „Wir hatten schon den ersten Baum verkauft, da war der Container noch gar nicht abgeladen“, berichtet Förster Karim Barkouni, der mit seinem Team die Bäume zurechtschnitt und verkaufte. Schon um 13 Uhr zog er eine erste Bilanz: Rund 30 der 150 bis 200 Birken seien verkauft worden. „Vielleicht bekommen wir die alle weg.“

Sebastian Gasz suchte nach einem Maibaum, der seinen Vorstellungen genau entspricht. „Er sollte auf dem Balkon Platz finden und obenrum schön grün sein, damit er für meine Freundin was her macht“, erklärte er und ließ sein Exemplar gleich von den Forstwirtauszubildenden Max Sachser und Felipe Dasbach zurechtschneiden. Im Keller wolle er den Baum mit Kreppband und Luftschlangen vorbereiten – und dann die Freundin am Samstagmorgen überraschen. „Ich stelle ihn ganz früh auf den Balkon, wenn sie noch schläft“, sagte Gasz.

Remscheid: Auch Altenheime zählen zu den Kunden

Aus einer spontanen Laune heraus machte sich Marco Werth auf die Suche nach dem richtigen Baum für seine zukünftige Frau. Einen Baum, an dem möglichst viel Weiß des Stammes zu sehen sei, wünschte er sich. „Damit sich der Stamm von den Blättern abhebt und bunter aussieht“, erklärte er. In der Garage wolle er den Baum schmücken, während seine Frau arbeitet. Im Garten solle die Birke dann auf seine Frau warten.

Eher seltener gesehen wurden am Freitag auf dem Schützenplatz die Frauen – waren sie im vergangenen Jahr noch in der Pflicht, ihren Männern einen Maibaum zu schenken. Denn das Schaltjahr kehrte die Tradition um. Theresa Wentz und Jana Brinkmann bildeten in diesem Jahr somit eher die Ausnahme. „Damals haben wir noch in Düsseldorf gewohnt, da wurden keine Bäume verkauft. Deswegen bin ich jetzt in der Bringschuld“, sagte Jana Brinkmann.

Ihren Freund habe sie vorher vorsichtig ausgehorcht, ob er auch einen Baum kaufen wolle. Denn mit dem Baum solle ihr Glück besiedelt werden – sie sei schwanger. „Nicht, dass wir dann zwei Bäume haben und es Zwillinge werden.“

Einen Maibaum kaufen würden überwiegend jüngere Menschen, berichtet Karim Barkouni. Aber auch Altenheime zählten zu den Kunden. „Das ist eine schöne Aktion. Die Bewohner schmücken den Baum zusammen.“

Die Birken wurden erst am Morgen frisch im Remscheider Wald geschlagen. Sie wachsen natürlicherweise auf Flächen, auf denen der Altbestand durch Sturm oder den Borkenkäfer zerstört wurde, erklärt der Förster. Für eine Pflegemaßnahme wären die Bäume in jedem Fall entnommen worden. So könnten andere, gepflanzte Baumarten wie Eichen oder Buchen gefördert werden.

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