Nach der Kommunalwahl

Männer bleiben im Stadtrat in der Überzahl

Am 5. November kommt der neue Stadtrat zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Archivfoto: Roland Keusch
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Am 5. November kommt der neue Stadtrat zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen (Archivfoto).

Der RGA hat sich die 58 Mitglieder des neu gewählten Stadtrates einmal genauer angeschaut. Und einige Besonderheiten gefunden.

Von Manuel Böhnke

Remscheid. Noch ziemlich genau einen Monat dauert es, bis am 1. November die 16. Wahlperiode in Remscheid beginnt. Einige Tage später, am fünften des Monats, trifft sich der neu gewählte Stadtrat zu seiner konstituierenden Sitzung. Der RGA hat sich seine 58 Mitglieder einmal genauer angeschaut.

Geschlechterverteilung: Männer sind im neuen Remscheider Stadtrat in der Überzahl. Sie haben 39 der 58 Sitze inne. Das entspricht 67 Prozent. Dieser Wert ist in den zurückliegenden Wahlperioden weitestgehend konstant geblieben: 2004 betrug er ebenfalls 67 Prozent, 2009 waren es 65, 2014 69. In den beiden kleinsten Fraktionen im neu gewählten Stadtrat – FDP und Pro Remscheid – ist keines der drei Mitglieder weiblich. Bei den Christdemokraten stellen Frauen einen Anteil von 24 Prozent, bei der SPD sind es 35. In der Überzahl sind Frauen lediglich bei den Grünen: Fünf der neun Ratsmitglieder sind weiblich (56 Prozent).

Durchschnittsalter: Die 58 Mitglieder des neuen Remscheider Stadtrates sind durchschnittlich knapp über 52 Jahre alt. Ziemlich genau in diesem Schnitt liegen mit SPD und CDU die beiden größten Fraktionen. Auch die Grünen sind mit rund 51,5 Jahren nicht weit davon entfernt. Die jüngste Fraktion stellt die FDP: Die drei Mitglieder Sven Chudzinski, Philipp Wallutat und Torben Clever sind im Schnitt 37 Jahre alt. Den Wert hebt dagegen die Linke mit einem Durchschnittsalter von 61,6 Jahren.

Remscheid: Das jüngste Mitglied des Stadtrates ist 23 Jahre alt

Das jüngste Mitglied: Das mit Abstand jüngste Mitglied des neuen Stadtrates ist Vincent Amtmann. Der 23-Jährige war für die Grünen im Wahlbezirk Remscheid-Zentrum angetreten. „Ich habe noch immer nicht richtig realisiert, dass ich es tatsächlich in den Rat geschafft habe“, erzählt er. Dort möchte sich der junge Mann, der sich derzeit im Anerkennungsjahr seiner Erzieherausbildung befindet, vor allem für den Brückenschlag zwischen Jugend und Politik einsetzen. Dafür hätte er sich noch mehr Mitstreiter seines Alters gewünscht. Einschüchtern lässt er sich von der größeren Erfahrung der politischen Konkurrenten und Mitstreiter nicht: „Als Neuling hat man es sicherlich nicht leicht, ich möchte aber trotzdem aktiv sein und mich einbringen.“

Die ältesten Mitglieder: Rund 52 Jahre Altersunterschiede trennen Amtmann von York Edelhoff (SPD) und Waltraud Bodenstedt (WiR). Die beiden 75-Jährigen – der SPD-Mann ist sechs Wochen älter – sind die ältesten Ratsmitglieder in der bald beginnenden Wahlperiode. Beide können auf eine lange politische Karriere zurückblicke. 1994 zog Edelhoff erstmals in das Gremium ein. Zehn Jahre später tat es ihm Waltraud Bodenstedt gleich. Sie profitiert von dieser Erfahrung: „Bei Diskussionen hat man eine gewisse Sicherheit. Ich lasse mich nicht so leicht aus dem Konzept bringen.“ Beide möchten die Stadt in den kommenden fünf Jahren mit sachlichen Argumenten und praktischer Arbeit nach vorne bringen. „Ich habe immer noch viel zu sagen“, kündigt Bodenstedt an.

Der Erfahrenste: Die meiste Ratserfahrung bringt in der kommenden Wahlperiode Karl Heinz Humpert mit. Seit 1975 ist der CDU-Politiker durchgehend Mitglied des Gremiums. Als die Kommunalwahl näher rückte, habe er sich Gedanken darüber gemacht, ob er erneut antreten soll, erzählt der 71-Jährige. Sein Entschluss: „Es steht noch einiges an.“ Insbesondere seinem Steckenpferd, der Kultur, möchte er helfen, die Folgen der Corona-Pandemie zu überstehen. Und dann, läuft alles nach Plan, 2025 sein 50. Jubiläum im Stadtrat feiern. „Es ist lohnenswert, sich einzusetzen“, sagt Humpert.

Der Rückkehrer: Für Frank vom Scheidt ist die nahende Wahlperiode gewissermaßen eine Rückkehr zu seinen Wurzeln. Ab 1989 war er der Fraktionsvorsitzende der Remscheider Grünen. Fünf Jahre zuvor zog die Partei erstmals in den hiesigen Rat ein. Ende 1996 legte er sein Mandat nieder, um eine Stelle in der Verwaltung anzutreten. Nach 24 Jahren ist er am 5. November zurück. „Das wird sicher spannend.“ Als junger Mann habe er dem Sitzungssaal beinahe ehrfürchtig gegenübergestanden. Nun könne er von seiner beruflichen Erfahrung profitieren. „Vielleicht kann ich etwas davon einbringen.“

Mitglieder des Stadtrates

52 Mitglieder zählte der Rat der Stadt Remscheid in der 15. Wahlperiode (2014 bis 2020). 18 davon werden dem Gremium ab November nicht mehr angehören. Dazu gehören prominente Namen wie unter anderem die früheren OB-Kandidatin Alexa Bell und Jochen Siegfried (beide CDU), Gabriele Leitzbach (SPD) und Fritz Beinersdorf (Linke). Das Urgestein der Remscheider Kommunalpolitik zieht sich aufgrund einer Krebserkrankung zurück. Der neue Stadtrat hat 58 Mitglieder – darunter zahlreiche frische Gesichter.

Gestiegene Zahl der Corona-Infektionen: Die CDU unterstellt der Stadtverwaltung eine „Krise mit Ansage“. OB Burkhard Mast-Weisz ärgert sich daher über Jens Nettekoven: „Diesen Mist brauche ich nicht“

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