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Lux-Stiftung schüttet rund 1,5 Millionen Euro aus

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Fünf Förderziele haben Dr. Emil Lux und seine Frau Marianne ausgegeben. Geld fließt auch in internationale Projekte.

Von Manuel Böhnke

In einem dicken Aktenordner hat Friedhelm Krämer die Förderanträge der 40 bis 50 Projekte abgeheftet, die die Lux-Stiftung im vergangenen Jahr unterstützt hat. Im Schnitt ein bis zwei Anfragen gehen bei ihm und seinem Vorstandskollegen Wolfgang Thiele pro Woche ein. Viele Projekte und Institutionen erhielten auf diesem Weg bereits Unterstützung. Seit ihrer Gründung 2004 hat die Stiftung rund 1,5 Millionen Euro ausgeschüttet. Zurück geht die Organisation auf den Remscheider Unternehmer Dr. Emil Lux, einen der Mitbegründer der Baumarktkette Obi, und seine Frau Marianne. Sie haben vor ihrem Tod fünf Förderziele festgelegt: Entwicklungshilfe und Flüchtlingsfürsorge, Jugend- und Altenhilfe, Bildung, Erziehung und Integration, öffentliches Gesundheits- und Wohlfahrtswesen sowie mildtätige Zwecke. „Diese Bereiche sollen etwa in gleicher Höhe bedacht werden“, erklärt Krämer. Nicht nur Projekte in Remscheid und Umgebung erhalten Förderung, sondern in ganz Nordrhein-Westfalen, deutschlandweit und sogar international.

Der 75-jährige Krämer, den viele Remscheider als langjährigen Pfarrer der Luther-Kirchengemeinde kennen, und Wolfgang Thiele entscheiden, welche Projekte Unterstützung erhalten. Dabei stellen sie sich im Kern drei Fragen: Passt das Projekt zu den Förderzielen der Stiftung? Kommt die anfragende Organisation für eine Förderung in Betracht? Passt das Vorhaben inhaltlich zur Stiftung? „Dabei geht es uns vor allem darum, dass die Projekte einen nachhaltigen Effekt haben“, erklärt Schäfer.

Besonders der Bereich Bildung liegt ihm am Herzen: „Ich fühle mich wohl dabei, jungen Menschen zu helfen, einen Beruf zu finden, der ihnen Spaß macht und sie wirtschaftlich absichert.“ So fördert die Lux-Stiftung etwa seit 2014 ein Mentoring-Programm am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium. Projekte zur Berufsorientierung werden auch an der Sophie-Scholl-Gesamtschule und am BZI unterstützt.

Darüber hinaus gibt es Stipendien für begabte Schüler und Studenten in der Region, Förderung von Heranwachsenden in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik sowie humanitäre Hilfe in Osteuropa. Die Bandbreite der geförderten Projekte ist enorm. Auch die Flüchtlingsarbeit ist ein wichtiger Aspekt. Das Thema impliziert laut Krämer nicht nur Integrationsarbeit vor Ort: „Wir wollen auch die Situation in den Heimatländern verbessern.“ Dieses Ziel verfolgt zum Beispiel „Our children and our future“ – eine Initiative für Aids-Waisen in Uganda. Auch nach Kenia, Indien, Brasilien und Haiti flossen bereits Mittel der Stiftung.

Die Niedrigzinspolitik macht der Lux-Stiftung zu schaffen

Einige Projekte unterstützt die Lux-Stiftung bereits seit Jahren. Dabei arbeitet sie regelmäßig mit verschiedenen Partnern zusammen. In Remscheid pflegt sie etwa gute Kontakte zur Bürger- und der Wurm-Stiftung. Immer wieder erreichen jedoch auch neue Anfragen Krämer und Thiele – meist über das Kontaktformular auf der Stiftungs-Website. „Die müssen wir kanalisieren und überprüfen. Es vergeht eigentlich kein Tag, an dem ich nichts mit der Stiftung zu tun habe“, sagt Krämer. Wie Thiele arbeitet er ehrenamtlich.

Das zweite Organ der Lux-Stiftung ist der Rat. Ihm gehören derzeit mit Harald Lux ein Sohn sowie mit Andrew und Prof. Dr. Michael Lux zwei Enkel der Stiftungsgründer an. Komplettiert wird der Rat von Dr. Horst Peter Wurm. Das Quartett erhält einmal pro Jahr einen Bericht des Vorstands über die Stiftungsaktivitäten.

Um die finanziellen Angelegenheiten kümmert sich das Stiftungsmanagement eines großen deutschen Bankhauses. Die Experten versuchen momentan unter anderem, das Kapital gewinnbringend in Aktien anzulegen. Denn die derzeitige Niedrigzinspolitik macht auch der Lux-Stiftung zu schaffen.

Sie verfügt über ein Vermögen von mehr als sechs Millionen Euro. Pro Jahr konnten noch vor einiger Zeit damit rund 100 000 Euro Erträge zugunsten verschiedener Projekte erzielt werden. Das ist mittlerweile erheblich schwieriger. Aktuell kommen laut Krämer dank der Aktiengeschäfte jährlich etwa 80 000 Euro zusammen. Bei den Versuchen, den Betrag mit Zustiftungen und Spenden aufzustocken, sei der Zuspruch überschaubar gewesen. Für die Lux-Stiftung ist das ein Problem. Denn sie ist auf Ewigkeit angelegt, soll ihr Vermögen nicht aufzehren. Um weiter aktiv bleiben zu können, braucht sie also Erträge. Doch trotz der schwierigen Lage betont Krämer: „Wir verzichten auf Anlagegeschäfte mit hohem Risiko.“

lux-stiftung.de

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STIFTUNGEN 21 Stiftungen gibt es laut Angaben des nordrhein-westfälischen Innenministeriums in Remscheid. Was ist ihr Zweck? Was sind ihre Ziele? Unter anderem diese Fragen möchte der RGA in seiner neuen wöchentlich erscheinenden Serie über die Stiftungen in Remscheid beantworten.

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