Hitze hat ihm zugesetzt

Lüttringhauser kämpfen um ihren Teich

Von dem idyllischen Gewässer im Stadtwald ist nicht mehr viel übrig. Neben Fischen leiden auch Pflanzen und Krebse (kleines Foto) unter den Folgen. Trotzdem: Im Vergleich zu anderen Gewässern sei die ökologische Bedeutung des Teichs geringer, sagt Markus Wolff. Fotos: Michael Schütz
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Von dem idyllischen Gewässer im Stadtwald ist nicht mehr viel übrig. Trotzdem: Im Vergleich zu anderen Gewässern sei die ökologische Bedeutung des Teichs geringer, sagt Markus Wolff.
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Anwohner starten Unterschriftenaktion für das Gewässer. Forstamtschef macht wenig Hoffnung.

Von Tristan Krämer

Lüttringhausen. Tatenlos dabei zusehen, wie der Teich im Lüttringhauser Stadtwald zunehmend verlandet und die Fische darin verenden, wollten Brigitte und Heiko Müller nicht. Mit einer Unterschriftenaktion will das Ehepaar die Stadt dazu bewegen, das Gewässer zu retten. 445 Bürger haben die Müllers schon gesammelt, weitere Unterschriftenlisten sind noch unterwegs.

Neben Fischen leiden auch Pflanzen und Krebse unter den Folgen.

„Am Ende werden wir wahrscheinlich rund 500 Unterzeichner haben“, schätzt Heiko Müller. Allein bei einer Vor-Ort-Aktion, bei der sich die Initiatoren fünf bis sechs Stunden an dem Teich postierten, seien 104 Unterschriften zusammengekommen, berichtet der Lüttringhauser. Die Zahlen zeigten, wie beliebt der Teich, der – eigentlich idyllisch – an der Olper Höhe liegt, bei den Menschen sei.

Dabei ist aktuell von Idylle nicht viel zu sehen. Wie berichtet, ist aus dem Teich infolge der langen Trockenheit und Hitze ein Tümpel geworden. Das verbliebene Wasser ist grün und riecht unangenehm. Nicht nur für Heiko Müller ein trauriger Anblick, den er unter anderem den Ortspolitikern in der Bezirksvertretung (BV) Lüttringhausen am Mittwochabend schilderte. „Alleine seit Samstag haben meine Frau und ich sechs tote Fische aus dem Wasser geholt“, berichtete Müller, der in Lüttringhausen aufgewachsen ist. Schon als Kind habe er an dem Teich gespielt. „Damals lief aber noch das ganze Jahr über Wasser aus der Quelle in den Teich. Seit die Autobahn 1993 ausgebaut wurde, versiegt die Quelle in den Sommermonaten“, beschrieb Müller seine Beobachtungen.

BEZIRKSVERTRETUNG

ORTSPOLITIK Heiko Müller nutzte in der Sitzung der Bezirksvertretung die Fragestunde für Einwohner, um sein Anliegen vorzubringen. Die Ortspolitiker versprachen anschließend, sich bei der Verwaltung und der Freiwilligen Feuerwehr nach Möglichkeiten zu erkundigen, den Teich zu retten.

Neben den Fischen machen ihm auch die Pflanzen in dem Gewässer sorgen. Darunter seien auch solche, die auf der Roten Liste gefährdeter Arten stünden. Insofern könne er die bisherige Argumentation der Stadt, dass der Teich im Stadtwald im Vergleich zu anderen Gewässern im Stadtgebiet eine geringere ökologische Bedeutung habe, nicht nachvollziehen. Müller appelliert an die Stadt: „Eigentlich müsste der Teich ausgebaggert werden. Aber da das derzeit unwahrscheinlich erscheint, würden wir uns zumindest wünschen, dass der Teich von der Freiwilligen Feuerwehr regelmäßig befüllt wird.“

Während die Mitglieder der BV der Idee folgten und ankündigten, sich nach entsprechenden Möglichkeiten zu erkundigen, bleibt Markus Wolff, Chef des städtischen Forstamtes, bei seinem Standpunkt. „Auch ich finde es bedauerlich, aber es macht einfach keinen Sinn, den Teich zu befüllen“, sagt Wolff. Dies sei auch eine Frage von Ressourcen.

Durch die Dürre sei der Grundwasserspiegel sehr niedrig, wodurch die Quelle im Sommer versiege. Gleichzeitig sei durch die Hitze die Verdunstungsrate so hoch, dass ein Befüllen des Teichs „einem Tropfen auf dem heißen Stein“ gleiche.

Für Befüllung müsste Wasserversorgung ruhen

Wolff rechnet vor, dass, würde man ein Gewässer mit einer Fläche von 2500 Quadratmetern um 30 Zentimeter anheben wollen, 750 Kubikmeter Wasser nötig seien. „Wenn wir das machen, müsste die gesamte Wasserversorgung in dem Bereich stillgelegt werden. Da kommt dann nichts mehr aus dem Hahn“, beschreibt der Forstamtschef. Nachhaltig sei eine solche Aktion derweil nicht. Zu schnell verdunste das Wasser wieder.

„Das sind die Folgen des dramatischen Klimawandels“, verdeutlicht Wolff. Was bleibe, sei die Hoffnung, dass es ab dem Herbst wieder zu häufigeren und länger anhaltenden Niederschlägen komme. „Es muss genug sein, damit der Boden durchfeuchtet wird. Dann steigt auch der Grundwasserspiegel wieder an“, so Wolff.

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