Losglück entscheidet

Wer darf auf dem Gelände der ehemaligen Grundschule Eisernstein bauen? Entscheidung gefallen

Vanessa Hultsch war die Glücksfee.
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Vanessa Hultsch war die Glücksfee.
  • Frank Michalczak
    VonFrank Michalczak
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Eine Doppelhaushälfte oder ein Eigenheim in Remscheid - darauf können sich 17 glückliche Bewerber bald freuen. Sie dürfen auf dem Gelände der ehemaligen Grundschule Eisernstein bauen.

Remscheid. Unter notarieller Aufsicht zog die städtische Mitarbeiterin Vanessa Hultsch im Lüttringhauser Leibniz-Gymnasium blaue Kugeln aus einem Glasgefäß. Inhalt waren Lose mit einer vierstelligen Ziffer, die Mittwochabend darüber entschieden, wer auf dem Gelände der ehemaligen Grundschule Eisernstein eine Doppelhaushälfte oder ein Eigenheim bauen darf.

Rund 45 Interessierte verfolgten gebannt das Geschehen. Schließlich ging es um ihre Zukunft: 180 Bewerbungen standen 17 Grundstücken gegenüber. Entsprechend rechneten sich Thomas und Sandra Schulte nur geringe Chancen aus. „Ach, ich bin da ganz gelassen. Das Schicksal wird entscheiden“, meinte die Lüttringhauserin, die zur Verlosungsaktion gekommen war – mitsamt der Losnummer, die sie zuvor von der Verwaltung per Post erhalten hatte.
Auch interessant: Eisernstein, Stadtteilbücherei und Co: Herr Heuser, wie geht es 2023 mit Lüttringhausen weiter? 

Das Ganze dauerte rund 45 Minuten. Bis dahin hatte Vanessa Hultsch sämtliche Zahlen für glückliche Häuslebauer gezogen, inklusive für jene, die nun auf Reservelisten stehen. Was sich dahinter verbirgt, erklärte Frank Schulze vom Liegenschaftsamt. „Sie kommen dann zum Zug, wenn sich die Gewinner dann doch gegen einen Vertragsabschluss entscheiden. Dann schreiben wir jene an, die nachrücken können.“ Bis Ende März haben die Glückspilze Zeit, den Deal mit der Stadt abzuschließen – und müssen dazu eine Finanzierungsbestätigung ihrer Bank vorlegen.

Im Anschluss wird das neue Gebiet, das derzeit von den Technischen Betrieben erschlossen wird, zum Betätigungsfeld für Architekten. Die künftigen Besitzer von Doppelhaushälften sollten sich zusammentun, um Kosten zu sparen, rät Schulze: „Wir stellen gerne die Kontakte her.“

Er blickte bei der Verlosung in die Gesichter von ganz unterschiedlichen Menschen. Ein junges Pärchen mit einem Baby war ebenso gekommen wie die Frau mittleren Alters, die sich freute, auf der Reserveliste zu stehen. Jubel brannte nur kurz auf, als drei Herren erkannten, dass sie zu den Glückspilzen zählten. Sie hatten sich gemeinsam um ein Grundstück auf Erbbaubasis beworben. Thomas und Sandra Schulte gingen hingegen leer aus. „Es sollten eben nicht sein“, hakten die beiden den Abend im Leibniz-Gymnasium ab.

Standpunkt von Frank Michalczak: Auf Show verzichtet

frank.michalczak@rga.de

Die Remscheider Stadtverwaltung hat mit der Verlosungsaktion für Baugrundstücke in Lüttringhausen Neuland betreten. Sie entpuppte sich als eine eher nüchterne Veranstaltung ohne Showeffekte, moderiert von Frank Schulze, der sich darauf konzentrierte, vielfältige Informationen an die Interessierten weiterzugeben. Mit der Verlosung hat die Verwaltung einen mühevollen Prozess vermieden.

Denn: Denkbar wäre es auch gewesen, die Grundstücke nach einem Punktesystem an den Mann oder die Frau zu bringen – zum Beispiel nach der Zahl der Kinder, dem Alter oder einem Handicap, das Barrierefreiheit nach sich zieht, die in den allermeisten Wohnungen nicht vorhanden ist. Die Ortspolitiker hätten diese und andere Aspekte gewichten müssen – und darüber ganz sicher eifrig diskutiert.

Hundertprozentige Gerechtigkeit wäre aber auch nach noch so intensiven Debatten nicht gewährleistet. So hatte immerhin jede Interessierte die gleiche Chance. Das Glück hat entschieden.

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