Löwenparade: Rund 5.000 feiern wie an Karneval

Dieser Löwe hatte voll den Durchblick: Sein Besitzer, Augenoptiker Frank Berghaus, hatte ihm mehr als nur ein Kassengestell gegönnt.
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Dieser Löwe hatte voll den Durchblick: Sein Besitzer, Augenoptiker Frank Berghaus, hatte ihm mehr als nur ein Kassengestell gegönnt.

Remscheid im Volksfest-Fieber. Karneval mitten im Sommer. Die Innenstadt brummte, obwohl die Wolkendecke Samstag keinen Sonnenstrahl durchließ. Am Ende der viereinhalbstündigen Löwenparade schwärmte ein begeisterter Burkhard Mast-Weisz im Bühnen-Talk mit Horst Kläuser: "Ich erlebe ganz viele Menschen, die Lust haben in dieser Stadt was zu machen."

Es sei alles eine Frage der Perspektive, räsonierte der OB angesichts der vermeintlich gedrückten Stimmung in dieser Stadt, ob man das Glas als halbvoll oder halbleer betrachte. Samstag war der Becher randvoll. Und er schwappte sogar über.

Remscheid inszenierte sich selber als Stadt der Lebenslust. 162 kreativ gestaltete Kunststoff-Raubkatzen mit ebenso fantasievoll gewandeten Löwenbändigern zogen die Allee hinauf. "So voll habe ich die untere Alleestraße jahrelang nicht mehr gesehen", staunte der THW-Ortsbeauftragte Wolf Reinemann, der mit vier Kollegen dafür sorgte, dass die Leos im Minutentakt aus dem Sinn-Leffers-Gebäude rollten.

Immer wieder Applaus für den Ideenreichtum der Teilnehmer

Gut 5000 Teilnehmer und Zuschauer ließen sich das Spektakel nicht entgehen. Gerade am Einstieg des Paradeweges knubbelten sich die Massen. Immer wieder brandete Applaus für den Ideenreichtum der Zugteilnehmer auf, die das Volk - wie Rosenmontag - mit kleinen Geschenken erfreuten.

Für das Alexanderwerk vom Kremenholl, das mit einem 30-köpfigen Werksteam und 43 Angehörigen um Geschäftsführer Fatih Yavuz unterwegs war und mit Tröten und Schlagwerk Stadion-Atmosphäre erzeugte.

Für Vaillant BKK, die sich aus dem Fundus des Wuppertaler Talton-Theaters Märchenkostüme entliehen hatte und als Kobolde und Feen für den späteren Auftritt von "Niol, dem Wunschlöwen" auf dem Rathausplatz warb. Für das Möbelhaus Knappstein, bei dem Indianer mit Jenny Korbach als Squaw auf dem Raubtierrücken durch die Gasse paradierten.

Der exakt getaktete Zeitplan ging auf. Um Punkt 15 Uhr parkte Hazet als letzter Teilnehmer am vorgesehenen Flecken auf dem Heuss-Platz ein. Die Mitarbeiter des Werkzeugherstellers nutzten die Parade für eine Riesenfete.

Mit 60 Mann zeige Hazet Stärke und marschierte mit. Muskelkraft war nicht vonnöten, denn ihr Löwe wurde von dem Boxen-Wagen von Porsche Motorsport gezogen. Die guten Kontakte zu dem Automobilhersteller machten sich bezahlt. Hazet ist seit vielen Jahren einer der Sponsoren von Porsche Motorsport.

Die Chance, 163 Löwen aus der Nähe zu betrachten, nutzten alle Besucher. Immer wieder gab es Lob und Applaus. Wie für die Raumausstattung Grunau, die ihr Exemplar mit 16000 Meter Wolle umstrickt und eine Mähne aus 800 Pompons kreiert hatte. Sechs Damen hatten gut 250 Stunden investiert.

DER EINSAME LÖWE

TEILNEHMER 162 große Löwen rollten auf Sofas, Blumenbeeten oder Tabletten ihrem Bestimmungsort entgegen. Nur einer war schon da: Einsam stand das lebensgroße Tier von SMS-Elektrogroßhandel am Freitagabend auf dem Rathausplatz und genoss für eine Nacht die uneingeschränkte Aufmerksamkeit.

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