Nach dem Aus

DOC: Gabriele Lipka sieht bei Planungen Defizite

Die ehemalige Beiratsvorsitzende Gabriele Lipka. Foto: Doro Siewert
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Die ehemalige Beiratsvorsitzende Gabriele Lipka.

Verlorenes Stadtgrün, kein zukunftsweisendes Mobilitätskonzept: der ehemaligen Vorsitzenden des Naturschutzbeirats fehlen zukunftsweisende Ideen für die Stadtentwicklung.

Remscheid. Gabriele Lipka, ehemalige Vorsitzende des Naturschutzbeirats, nimmt nach dem Aus für das Designer Outlet Center (DOC) kritisch zur Stadtentwicklung Stellung. „Die Bereitschaft des Investors, das Outlet-Center statt aufs freie Feld, direkt an der Wasserscheide an der Blume in Lüttringhausen, auf dem Schützenplatz in Lennep zu investieren, hatte ich zunächst mit Erleichterung aufgenommen“, blickt sie zurück.

Auf den ersten Blick zeigte sich eine freie, stark verdichtete Fläche, darunter ein verrohrter Bachlauf. Das „bisschen“ Strauch- und Baumgrün am Rand würde ausgeglichen werden. Auf den zweiten Blick wäre durch das DOC viel Stadtgrün verloren gegangen. „Auch Bäume, die durch die Baumschutzsatzung geschützt sind, hätten entfernt werden müssen.“ Die Darstellung der Bäume sei in den Modellen des DOC geschönt. Sie hätten ihre Größe und auch ihre wohltuende Funktion erst nach Jahren erreicht.

Auch die Verkehrsplanung sieht Gabriele Lipka kritisch: Trecknase und weitere Straßenbereiche seien bis heute vorausschauend „ertüchtigt“ worden. „Maßstab war allein der Verkehrsfluss der Autos. CO2 Reduktion spielte hier für Stadtplanung offenbar keine Rolle?“ Ein zukunftsweisendes Mobilitätskonzept sei hier nicht erkennbar. „Große Straßenflächen wurden für das DOC ohne Begleitgrün versiegelt. Die Möglichkeit, der Klimaerwärmung entgegenzuwirken, wurde vertan.“

Aus ihrer Sicht fehlen für eine nachhaltige Stadtentwicklungsplanung „richtungsweisende ganzheitliche, kreative Ideen“. Und: Fragwürdig sei auch, dass Ausgleichsmaßnahmen, wie für das geplante Gewerbegebiet Gleisdreieck, „im Verfahren“ geregelt würden. So heiße es in der Gesetzgebung. „Umsetzung in 20 Jahren?“, fragt Gabriele Lipka. Ihr Fazit: „Die Fläche der kleinsten kreisfreien Stadt in NRW im Außenbereich ist voll. Bebauungsplanungen von innerstädtischen Brachen muss ökologisch und klimarelevanten gestaltet werden.“ zak

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