Von Quimper nach Remscheid

Liebesgeschichte begann mit Schüleraustausch

Odile Voss kam als Schülerin nach Remscheid – und ist der Liebe wegen geblieben. Foto: Michelle Jünger
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Odile Voss kam als Schülerin nach Remscheid – und ist der Liebe wegen geblieben.

Odile Voss wurde in Quimper geboren und lebt jetzt in Remscheid.

Von Michelle Jünger

Remscheid. Als Odile Voss 1965 als weitere Fremdsprache Deutsch als Schulfach wählte, waren ihre Eltern zunächst nicht sehr begeistert. Die Geschichte war ihnen noch zu nah. Auch konnte da niemand ahnen, dass die Quimperanerin wenige Jahre später Deutschland zu ihrer Heimat auswählen würde. Die Städtepartnerschaft war gerade erst geschlossen, als die Französin das erste Mal nach Remscheid kam – im Zuge eines Schüleraustausches. „Ich habe bis zu dem Austausch noch gar nicht viel von der Partnerschaft mitbekommen, das fand alles erst mal nur im Rathaus statt“, erzählt sie.

So nahm sie auch ein zweites Mal an einem Schüleraustausch teil und wurde nach ihrem Schulabschluss im September 1973 mit 19 Jahren ein Au-pair-Mädchen in Remscheid. „Eigentlich wollte ich einen Ferienjob machen, das hat aber nicht geklappt. Meine Erdkundelehrerin hat letztlich den Kontakt nach Remscheid vermittelt“, erzählt Odile Voss.

Zunächst war auch eine Rückkehr nach Frankreich geplant gewesen, sie wollte ursprünglich nur ihre Sprachkenntnisse verbessern. Das sollte aber anders kommen, die Französin blieb der Liebe wegen im Bergischen. Odile Voss sagt aber immer, dass sie nicht der Liebe wegen nach Remscheid gekommen sei, aber ihr späterer Mann der Grund zum Bleiben war. „Wir haben uns im Juli 1973 in Quimper kennengelernt, er war als Remscheider zu Besuch“, sagt sie.

Zu dem Zeitpunkt war für sie ihr Auslandsaufenthalt schon klar. So schwer es zunächst für ihre Familie auch war, dass sie nach Remscheid zog, doch damit kam auch das Umdenken. Ihre Mutter habe angefangen, Deutsch zu lernen, um sich später mit ihrem Schwiegersohn und den Kindern besser unterhalten zu können, und sich auch weiter viel engagiert. „Meine Mutter war schließlich 20 Jahre lang im Vorstand des Quimperer Partnerschaftsvereins tätig und hat mit Hans-Jürgen Rühl viele Ideen entwickelt und umgesetzt.“, erklärt sie.

„In Remscheid bin ich erwachsen geworden.“

Odile Voss

Auch Odile Voss hat in den 2000ern im Remscheider Verein an der Städtepartnerschaft mitgearbeitet und war immer ganz nah mit dabei. Die Verbindung von Remscheid und Quimper ist für sie ganz besonders. Es seien unglaublich viele Freundschaften entstanden, die über einen einfachen Schüleraustausch hinaus gingen. Auch zum jetzigen Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins verbindet sie eine langjährige Freundschaft. „Bernd Fiedler war der Brieffreund und Austauschschüler meines Bruders, wir kennen uns mittlerweile seit 1972“, erzählt sie.

Die Freundschaft zwischen den beiden Städten ist sehr intensiv, auch wenn sie manchmal den Eindruck hat, dass mehr Remscheider in der Bretagne waren, als die Bretonen in Remscheid, aber die Partnerschaft ist auch in Quimper sehr gegenwärtig. Man könne auch Remscheid und Quimper nicht vergleichen – und das will sie auch gar nicht. „Quimper kenne ich vor allem als junges Mädchen, in Remscheid bin ich erwachsen geworden“, meint Odile Voss, die auch mehrmals im Jahr ihre Mutter und Geschwister in Frankreich besucht. Die Stadt in der Bretagne sei durch die Nähe zum Meer, durch den Tourismus immer wieder schön, Remscheid punkte aber durch die Menschen, die Freundlichkeit und die Geselligkeit.

Am Ende jedes Besuches freut sich die Französin nämlich wieder sehr auf das heimische Remscheid. Besuche und auch die Partnerschaft leiden jedoch unter der Pandemie. Odile Voss hofft aber, dass die Feierlichkeiten zum Jubiläum nachgeholt werden können und die Zusammenarbeit so intensiv und erfolgreich bleibt wie zuvor.

Mehr zur Städtepartnerschaft mit Quimper lesen Sie in einer Sonderveröffentlichung des RGA.

Konzert im Juli

Am 22. Juli, 19 Uhr, macht das Duo Marie-Astrid Arnal (Klavier) und Alain Ehkirch (Querflöte) mit seiner „Musikalischen Reise“ aus Quimper für ein Konzert Station in St. Suitbertus. Es erklingt eine klassische musikalische Weltreise. Eintritt frei. Man hofft auf eine Präsenzveranstaltung. Das Konzert, das als Kooperation des Städtepartnerschaftsvereins Remscheid-Quimper mit St. Suitbertus stattfindet, wird auch als Live-Stream übertragen:

www.livestream.suitbertus-remscheid.de

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