Meine erste Platte

Liebe kontra Spanientournee

Ralf (l.) und Werner Idel haben einen breitgefächerten Musikgeschmack.
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Ralf (l.) und Werner Idel haben einen breitgefächerten Musikgeschmack.

Ralf Idel kann unterschiedliche Musik mit viel Vergnügen hören.

Von Peter Klohs

Remscheid. Das Gespräch mit Ralf Idel und seinem Bruder Werner dauert keine fünf Minuten, da sind wir schon tief in die Musikszene der ausgehenden 70er-Jahre eingetaucht und werfen Namen wie Marc Bolan und seine Band T. Rex, The Sweet, Uriah Heep und Golden Earring in die Diskussion. Die Brüder Idel haben einen weitgefächerten Musikgeschmack, der nicht immer identisch ist.

Musik ist für mich absolut stimmungsabhängig.

Ralf Idel

Das Elternhaus der Idels war nicht musikalisch geprägt. „Wir waren eine typische Arbeiterfamilie mit acht Kindern. Unser Weg ging langsam bergauf.“ Werner ist bei der Oma groß geworden und hatte zwei Jahre Gitarrenunterricht in Wuppertal, Ralf spielte Mundharmonika. Das war die Basis für die andauernde Musikleidenschaft.

„Musik ist für mich absolut stimmungsabhängig“, verrät Ralf Idel. „Deshalb kann ich so viel unterschiedliche Musik mit Vergnügen hören.“ Die Bandbreite geht von Heavy Metal über Thin Lizzy und Manfred Mann’s Earth Band hin zu Peter Maffays Tabaluga, Reinhard Mey und Udo Lindenberg, der, so Idel, die besten deutschen Texte schreibt. Seine erste Platte „Whole lotta love“, 1969 von Led Zeppelin als Single veröffentlicht, erstand er beim Wuppertaler Plattenhandel von Bodo Bochnig. Hinzu kamen „Machine Head“ von Deep Purple und Platten von T. Rex. „Marc Bolan und T. Rex hat auch eine Verbindung zu unserer eigenen Musik“, weiß Ralf Idel.

Er und Bruder Werner nahmen, sie waren 17 und 18 Jahre alt, im Wuppertaler „Dudelsack“ an einem Talentwettbewerb teil und spielten dabei „Hot Love“, den ersten Hit von T. Rex, allerdings als Instrumental, und Barry Manilows „Mandy“, das der bemerkenswerterweise für seinen Hund geschrieben hatte.

Der Gewinn des Talentwettbewerbs setzte Träume und Pläne in Bewegung. „Für den Auftritt haben wir uns richtig gute und teure Instrumente gekauft und dafür einen Kredit aufgenommen“, erzählen die Brüder.

Anschließend war eine Tour durch Spanien angedacht, Lloret de Mar an der Costa Brava als Ausgangspunkt ausgemacht. Aber die Liebe kam dazwischen. Eine neue Freundin kann man nicht wochenlang alleine lassen, weshalb die Spanien-Tour nicht stattfand.

Seitdem spielen Ralf und Werner Idel nur noch selten zusammen, und wenn, geschieht dies spontan, auf größeren Feierlichkeiten wie die Hochzeit eines Bruders.

Manche Spitzenmusiker aus dem Bergischen Land sind den Idels persönlich bekannt, so zum Beispiel der Drummer Dirk Sengotta, der für die Scorpions, Anne Haigis und Wolfgang Petry getrommelt hat. So wendet sich das Gespräch wieder einigen Größen der internationalen Musikszene zu.

„Deep Purple habe ich nie live gesehen“, erinnert sich Ralf, „desgleichen Pink Floyd und Genesis. Das bedaure ich schon. Bei T. Rex ist das ja verständlich, weil die Band durch Marc Bolans Tod nur einige Jahre existierte. Mein erster Konzertbesuch galt, wenn ich mich recht erinnere, der Wuppertaler Mundartband Striekspöen. Der Ehrlichkeit halber: Ich habe auch die Kelly Family live gesehen. Und: Es war gar nicht so furchtbar, wie ich befürchtet hatte.“

Techno ist nicht sein Ding, Queen hält er für überschätzt und Jazzer „für die besten Musiker“. Westernhagen, sagte Ralf Idel, war in seiner Anfangszeit als Musiker genial, heute sei seine Musik ein Trauerspiel. Da hören die Brüder Idel doch lieber ihre ausgemachten Lieblingsbands: Bei Werner ist das ZZ Top („Die sind live eine absolute Macht.“) und bei Ralf die Pop-Band Smokie, die mit Sänger Chris Norman einige respektable Hits vorweisen konnte.

Zur Person

Ralf Idel wurde 1962 in Wuppertal geboren und lebt seit 2013 in Remscheid. Von Beruf ist er Logistiker. Im künstlerischen Bereich ist das Musikalische als abgehakt zu betrachten, stattdessen ist Ralf in der bildenden Kunst unterwegs. Er ist Acryl-Designer und Body-Painter. Seine Kunst kann auf seiner Homepage angesehen werden. Seine Musikleidenschaft hat er an seine Kinder weitergegeben. Die hören begeistert „Funny Funny“ und andere Hits von The Sweet.

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