Aktion

Leseclub am Rosenhügel öffnet für Kinder

Die Projektpartner freuen sich auf die Kinder: (v. l.) Marion Noisten, Domingo Estrany Dreßler, Claudia Sowa, Emine Uzun und Kim Preyer. Foto: Melissa Wienzek
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Die Projektpartner freuen sich auf die Kinder: (v. l.) Marion Noisten, Domingo Estrany Dreßler, Claudia Sowa, Emine Uzun und Kim Preyer.
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Neues Angebot im WTT startet nach den Ferien – Es werden Lesepaten gesucht – Geplant sind Ausflüge

Remscheid. Ab Ende August wird er einer von 465 Leseclubs deutschlandweit sein – aber dabei ein ganz Besonderer: Der neue Leseclub am Rosenhügel öffnet nach den Sommerferien für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren. Hier ist der Literatur-Club für den Nachwuchs aber nicht an eine Bibliothek angebunden, wie es sonst meist in Deutschland der Fall ist, sondern an das Stadtteilbüro Rosenhügel und das Westdeutsche Tourneetheater. Dadurch ergeben sich ganz neue kreative Möglichkeiten für die Kids. Wir erklären, was sich hinter dem neuen Angebot im Südbezirk verbirgt.

Was ist der Leseclub am Rosenhügel genau?

Die Stiftung Lesen, das Westdeutsche Tourneetheater (WTT) und die Stadt Remscheid mit dem Stadtteilbüro Rosenhügel haben sich zusammengeschlossen, um die Lesekompetenz von Remscheider Kindern zu fördern. Es handelt sich um das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt „Kultur macht stark – Bündnisse für Bildung“ und wird bis Dezember 2022 finanziert. Aber auch darüber hinaus ist die Stadt an einer Fortführung interessiert. Die drei Partner etablieren nun einen Leseclub speziell für den Nachwuchs im Südbezirk. „Denn der Stadtteil hat immer noch seine Schwierigkeiten“, sagt WTT-Intendantin Claudia Sowa.

Was wird den Kindern geboten?

Ab Ende August, also unmittelbar nach den Sommerferien, startet der Leseclub am Rosenhügel an zwei Nachmittagen für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren aus dem Südbezirk – aber auch alle anderen Remscheider Kinder dürfen natürlich kommen und ihre Freunde mitbringen. Im Foyer des WTT-Studios wird dafür eine kleine Bücherei eingerichtet: Hier gibt es natürlich jede Menge Bücher, aber auch Bastelmaterial und digitale Medien, finanziert von der Stiftung Lesen. „Den Schwerpunkt legen wir dabei auf mehrsprachige Bücher und Bilderbücher“, erklärt Marion Noisten vom Stadtteilbüro Rosenhügel, das sich mit Literatur bestens auskennt – schließlich gibt es dort seit 2009 die Schreibwerkstatt. Vor allem die Fremdsprachen Englisch, Türkisch und Arabisch sollen dabei eine Rolle spielen, ergänzt Emine Uzun vom Stadtteilbüro. Denn das seien gerade die Sprachen, die auch am Rosenhügel gesprochen würden. „Und das kann auch für deutsche Kinder interessant sein, wenn sie Wörter aus einer anderen Sprache lernen“, sagt Marion Noisten. Ehrenamtler des Stadtteilbüros, die zum Teil Vorlesepaten sind, helfen beim Leseclub genauso wie die Projektpartner. „Kinder bearbeiten mit uns ein Buch, basteln und können sich etwas vorlesen lassen“, erklärt Claudia Sowa.

Gibt es auch Aktionen?

Ja. Der Leseclub wird auch mal an anderen Orten lesen, zum Beispiel im Spielehaus oder auf den Konsumterrassen. „Zudem möchten wir Ausflüge machen, zum Beispiel in die Stadtbibliothek oder literaturbezogen“, sagt Claudia Sowa. Wenn es im Buch zum Beispiel um Insekten gehe, in den Wald oder zum Ponyhof. Das Besondere: Weil das WTT im Boot ist, könnten die Kinder ein Buch auch auf die Bühne bringen, wenn sie möchten. Die jungen Teilnehmer sollen mitgestalten – und sagen, was sie interessiert.

Was ist der Hintergrund?

Das Ziel der Aktion: Möglichst viele Kinder für Literatur begeistern, die Freude am Lesen wecken und dadurch für Sprachkompetenz sorgen. „Das sind die Schlüsselkompetenzen für die weitere Entwicklung, auch bildungspolitisch gesehen“, sagt Domingo Estrany Dreßler von der Stadt. Daher sei es wichtig, Kinder schon früh an das Medium heranzuführen. Und mit diesem einmaligen Leseclub könnten Kinder motiviert und begeistert werden, ist sich Estrany Dreßler sicher. Nebenbei stärke das Projekt auch die Konzentration – und das Wir-Gefühl. Das sei vor allem beim Projekt „Mosaik“ von den Menschen im Stadtteil zuletzt vermisst worden, erzählt Estrany Dreßler. Zudem werde mit dem Leseclub ein offenes Freizeitangebot geschaffen – und durch die Vorlesepaten auch ein generationenübergreifendes Projekt daraus.

Werden noch Unterstützer für den Leseclub gesucht?

Ja. Ziel ist der Aufbau eines Leseclub-Pools von Vorlesern und Vorlesepaten. Die Ehrenamtler erhalten dafür übrigens ein kleines Honorar als Wertschätzung für ihre Arbeit. Interessierte können sich beim WTT (Tel. 3 22 85) oder beim Stadtteilbüro melden (Tel. 4 60 14 42).

Gibt es auch ein Angebot für Erwachsene?

Ja. Im Rahmen des neuen Leseclubs soll es künftig im WTT eine Bücherbörse geben: Theaterbesucher dürfen sich ein Buch kostenlos aus dem Tauschregal mitnehmen und gern beim nächsten Besuch ein anderes wieder hineinstellen.

Fabelfrühstück

Als Appetitanreger für den Leseclub wird es ab Juli eine Filmreihe auf der WTT-Internetseite geben. Claudia Sowa und Björn Lenz erzählen unter dem Titel „Fabelfrühstück“ Fabeln. Kinder können passend dazu Bilder malen und sie einschicken – Kim Preyer vom WTT fertigt daraus animierte Filme. Geplant ist, diese Clips als Vorfilme im WTT-Programmkino zu zeigen.

wtt-remscheid.de

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