Die Woche

Lernen wir aus der Pandemie? Wahrscheinlich nicht

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  • Axel Richter
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Anfang der Woche verlor das Infektionsgeschehen auch in Remscheid deutlich an Tempo.

Unsere Stadt hat länger gebraucht als andere. Anfang der Woche aber verlor das Infektionsgeschehen auch in Remscheid deutlich an Tempo. Ein Trend, der sich fortsetzt. Für den heutigen Samstag erwartet der Corona-Krisenstab erneut einen deutlichen Rückgang der Sieben-Tage-Inzidenz.

Natürlich ist es zu früh für eine Bilanz der Pandemie in Remscheid. Dennoch bleibt Folgendes festzuhalten: Je beengter die Lebensverhältnisse, desto leichter hatte es das Virus. Nach Lage der Daten, die dem Krisenstab vorliegen, entwickelte sich die Innenstadt mit ihren ärmeren Wohnquartieren deshalb zum Hotspot, während Sars-CoV-2 in den besseren Gegenden weniger wütete.

Betrifft Corona also doch nicht alle gleich, wie uns die Virologen unseres Landes von Pandemiebeginn an eingebläut haben? Doch, das tut es, weil das Virus keinen Unterschied macht. Wirt ist Wirt.

Doch das Risiko einer ernsthaften Erkrankung ist ungleich verteilt. Zwischen Armen und Reichen, zwischen Gebildeten und Ungebildeten. Und zwischen denen, deren Eltern, Großeltern und Urgroßeltern bereits in Deutschland aufgewachsen sind und denen, die einen Migrationshintergrund aufweisen, wie die Soziologen sagen.

Das verwundert insofern nicht, als dass Arme, Geringqualifizierte und Zugewanderte schon immer größeren Gesundheitsrisiken unterlegen sind. Den meisten von uns war das egal. Nur in der Pandemie konnte uns das immer weniger egal sein, denn die Krankheit der anderen betraf uns indirekt mit: Mehr Infektionen bedeuteten auch weniger bürgerliche Freiheiten.

Lernen wir daraus? Werden wir nach der Pandemie als Gesellschaft wieder stärker zusammenrücken und die sozial Schwachen und weniger Privilegierten stärker fördern? Und zwar im eigenen Interesse, weil sich Krisen nur solidarisch meistern lassen? Wahrscheinlich nicht.

Die Sieben-Tage-Inzidenz wird in der kommenden Woche in Remscheid weiter deutlich zurückgehen. Werte unter 35 und weniger sind bereits im Bereich des Möglichen. Zugleich wird die Impfquote weiter steigen – 5000 Impfungen sollen in der neuen Woche erreicht werden. Je mehr das Virus aber seinen Schrecken verliert, desto mehr verblasst auch die Erinnerung daran, was uns zwischenzeitlich erschreckt oder besorgt hat. Und umso schlechter werden wir vorbereitet sein, wenn wir vor der nächsten Krisensituation stehen, die unsere ganze Solidarität fordert.

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