Freiherr-vom-Stein

Lenneper Schulleiterin geht in den Ruhestand

Geht nach 32 Jahren im Lehrerberuf und 18 Jahren als Leiterin der Freiherr-vom-Stein in Ruhestand: Silvia Siegemund.
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Geht nach 32 Jahren im Lehrerberuf und 18 Jahren als Leiterin der Freiherr-vom-Stein in Ruhestand: Silvia Siegemund.
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Silvia Siegemund verlässt die Freiherr-vom-Stein in Lennep nach 18 Jahren. Ihre altehrwürdige Schule steht für Kontinuität.

Von Andreas Weber

Als Silvia Siegemund im Schulleiterkreis verabschiedet wurde, erinnerte Schulrätin Heike Adolf an die Unterrichtsstunde, die die angehende Pensionärin zu ihrer Verbeamtung auf Lebenszeit gehalten hatte. Sie trug den Titel „Wir telefonieren“. Wie Kinder den Hörer an einem Festnetz-Apparat abnehmen, sich melden, dies bräuchte heute im Smartphone-Zeitalter kein Pädagoge mehr vermitteln. „Nur die Höflichkeit, die zu einem Telefongespräch gehört, noch.“ 32 Jahre war die Hastenerin im Lehrerberuf, die letzten 18 Jahre als Schulleiterin an der Freiherr-vom-Stein in Lennep.

Am morgigen Mittwoch wird die 63-Jährige nach der Zeugnisausgabe für die Erst- bis Drittklässler in der Aula verabschiedet, am Freitag ist für sie mit dem Beginn der Sommerferien Schluss.

„Studium der Arbeitslosigkeit“ führte sie 2004 nach Lennep

Gebürtig aus Werl bei Soest, wollte Siegemund in den Lehrerberuf und wie so viele Ostwestfalen am liebsten in Münster studieren. Die ZVS wies ihr einen Platz an der Pädagogischen Hochschule in Neuss zu. Im Rheinland begann eine lange Schullaufbahn, die resignativ von dem Satz „Ich studiere Arbeitslosigkeit“ begleitet war. Als sie 1985 abschloss, gab es keine Lehrerstellen. Nach einem zweijährigen Referendariat in Duisburg überbrückte Silvia Siegemund eine Zwangspause, indem sie in die freie Wirtschaft wechselte. Bei den ersten Lehrer-Einstellungen in NRW war sie 1990 dabei, landete in Rommerskirchen-Frixheim, der Grundschule, an die ihre Lenneper Kollegin Christiane Schmitz (KGS Franziskus) später wechselte. Nachdem sie dort 1996 Konrektorin geworden war, verschlug sie die Liebe 2004 nach Remscheid. Über ihren Ehemann Wolfgang Ley, Lehrer am Leibniz-Gymnasium, kam sie als Nachfolgerin von Arnold Haag an die altehrwürdige Freiherr-vom-Stein-Schule. Allein die Architektur des denkmalgeschützten Gebäudes an der Hardtstraße, das vor drei Jahren seine 150-Jahr-Feier erlebte, strahlt mit seinen hohen Räumen etwas Besonderes aus. „Eltern bestätigen immer wieder, dass hier eine positive Atmosphäre herrscht.“ Und: „Die Freiherr-vom-Stein steht für Kontinuität“, sagt Silvia Siegemund.

190 Schüler werden aktuell in acht Klassen von 16 Kolleg(inn)en unterrichtet, 100 besuchen die OGS. Als die neue Chefin kam, war sie die Zweitjüngste, nach 2010 fand ein personeller Umbruch statt. „Nach 2014 war ich die Zweitälteste im Kollegium“, blickt Siegemund zurück. Sie hat den intensiven Zusammenhalt in der Schulgemeinde schätzen gelernt, die Zusammenarbeit mit sechs Kitas in Lennep im Übergang zur Grundschule und die Brücke zur Bildungslandschaft Lennep. Nicht zu vergessen die Unterstützung durch den Schulverein, der nicht nur finanziell hilft, sondern auch - wie in Hackenberg - Träger des Offenen Ganztags ist. „Dass ehrenamtlich tätige Eltern diese Aufgabe übernehmen, davor habe ich tiefsten Respekt.“

Siegemund hat mit ihrem Kollegium auch turbulente Zeiten hinter sich. 2016 wurde im Nebengebäude Hausschwamm entdeckt, und die OGS wanderte monatelang in Container. 2020 sorgten morsche Balken dafür, dass das Nebengebäude geräumt wurde. Nach zweijähriger Sanierung soll es nach den Ferien wieder bezogen werden, zurzeit marschieren die OGS-Kinder nach dem Unterricht in die ehemalige KGS Am Stadion.

Raus aus dem Ferien-Rhythmus

Seit sieben Jahren ist ihr Ehemann in Pension. Den Ruhestand kann sie ab sofort mit ihrem Wolfgang genießen. „Konkrete Pläne habe ich noch nicht“, erklärt Silvia Siegemund: „Ich bin erst mal nur froh, dass ich aus dem Ferien-Rhythmus raus bin und wegfahren kann, wann wir beide möchten.“ Zum Beispiel zum Segeln, einem Hobby des Ehepaares. Siegemund schließt nicht aus, dass sie mal ein Ehrenamt übernehmen wird. Kommissarisch wird derweil die Freiherr-vom-Stein von Konrektorin Martina Madel geleitet.

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