Ausstellung

Lenneper Künstler ehrt Grande Dame der Fluxus-Bewegung

Der Lenneper Künstler Horst-Olaf Schmidt (rechts) und Kurator Peter Köster bei der Vorbereitung der Ausstellung „Hommage an Mary (Bauermeister)“ in Haus Müngsten, die heute zu sehen ist. Foto: Michael Schütz
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Der Lenneper Künstler Horst-Olaf Schmidt (rechts) und Kurator Peter Köster bei der Vorbereitung der Ausstellung „Hommage an Mary (Bauermeister)“ in Haus Müngsten, die heute zu sehen ist.

Ausstellung von Horst-Olaf Schmidt in Haus Müngsten.

Von Stephanie Licciardi

Das Herzstück der Ausstellung in Haus Müngsten springt dem Betrachter im ersten Stock ins Auge. Ein überdimensionales Insekt, das seine Flügel spannt und scheinbar lauernd auf seinen Angriff wartet. Doch das Insekt mit dem Titel „Kunstdrohne“ ist weder echt, noch lauert es auf seine Beute. „Die Kunstdrohne ist die Essenz aus allem, was ich bisher gezeigt habe“, so Horst-Olaf Schmidt.

Der Lenneper Konzept- und Aktionskünstler setzt in seinen Werken auf vielerlei Themen. Anlässlich der Ausstellung „Hommage an Mary“ (Bauermeister) ehrt Schmidt nicht nur die Grande Dame der Fluxus-Bewegung der 1960er Jahre, sondern auch eine persönlich ihm geschätzte Freundin. „Marys Kunst ist in vielerlei Hinsicht wegbereitend für die Gesellschaft und der Kunst in den 1960er Jahre gewesen.“

Fluxus, das bedeute Vergänglichkeit, Achtsamkeit und Bewusstsein für sich und die Umwelt. Diese Aspekte greift Horst-Olaf Schmidt in seiner Ausstellung auf. Seine Werke sind kein bloßer Abklatsch als Erinnerung an eine in der Kunstszene populäre Wegbereiterin und Pionierin, sondern eine (Ver-)Ehrung einer bedeutenden Künstlerin ihrer Zeit.

Der Bonner Kurator Peter Köster begleitet Schmidt seit mehreren Jahren. Er gab die Initialzündung zur Ausstellung. „Ich persönlich bin ein großer Fanatiker von Mary Bauermeister“, berichtet Köster. „Wer an Fluxus denkt, der kommt an Mary nicht vorbei.“

Mary Bauermeister lebt heute zurückgezogen in Rösrath

Mary Bauermeister, Jahrgang 1934, lebt heute zurückgezogen im beschaulichen Rösrath. Es ist still geworden um die einstige Revolutionärin, auch wenn ihre Kunst sowie die Zusammenarbeit mit den Großen ihrer Zeit – Christo, Andy Warhol oder Joseph Beuys – nicht in Vergessenheit geraten ist.

Horst-Olaf Schmidt gelingt es, mit seiner Interpretation die Brücke zwischen einer Hommage und eigener Kunst zu schlagen, ohne Bauermeister zu kopieren. Sein Bild „America“, das die auf dem Kopf stehende US-Flagge zeigt, deutet auf die aktuelle Situation in den USA. „Die Handabdrücke anstelle der Sterne symbolisieren die hilfesuchenden Menschen“, erklärt Schmidt. Die Zahl 63120 stehe für besondere Ereignisse. „1963 war der Marsch auf Washington D.C. Auf den Tag genau, wenn die Ausstellung stattfindet, wird es in Washington wieder einen Protestmarsch geben.“ Die einmalige Ausstellung ist am heutigen Freitag, 28. August, in Haus Müngsten, Müngstener Brückenweg 71, um 18.30 Uhr zu sehen.

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