Verkehr soll reibungsloser fließen

Lenneper Knotenpunkt ist fertig

So sieht die neue Kreuzung aus der Vogelperspektive aus. Foto: Roland Keusch
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So sieht die neue Kreuzung aus der Vogelperspektive aus.
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Nach 18 Monaten herrscht wieder freie Fahrt an der Kreuzung Ring-/ Rader Straße.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Die Technischen Betriebe Remscheid bescheren den Autofahrern in Lennep ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk: Sie gaben an diesem Freitag die neue Kreuzung Ring-/ Rader Straße frei. Zusätzliche Abbiegespuren und moderne Ampeltechnik sollen künftig dafür sorgen, dass der Verkehr deutlich reibungsloser fließt. Insbesondere Berufspendler wurden in der Vergangenheit am Knotenpunkt vor harte Geduldsproben gestellt.

Das galt vor allem in der 18-monatigen Bauphase, in der zeitweise die Bundesstraße 229 aus Richtung Radevormwald gesperrt war. Autofahrer, die von dort nach Remscheid wollten, mussten kilometerweite Umwege auf sich nehmen.

„Das Jammern darüber hielt sich zum Glück in Grenzen.“

Gunter Breidbach, Bereichsleiter bei den Technischen Betrieben.

„Das Jammern darüber hielt sich zum Glück in Grenzen“, bilanzierte Gunter Breidbach, zuständiger Bereichsleiter bei den Technischen Betrieben (TBR) beim gestrigen Ortstermin. Insgesamt 4,65 Millionen Euro gab die öffentliche Hand für das Großprojekt aus, inklusive der neuen Lärmschutzwände an der Ringstraße. Etwa 2,5 Millionen Euro habe die Stadt Remscheid investiert, den Rest steuerten Land bzw. Bund bei, listete Breidbach auf. „Damit haben wir den Kostenrahmen von fünf Millionen Euro unterschritten“, berichtete TBR-Geschäftsführer Michael Zirngiebl, der sich gemeinsam mit Bezirksbürgermeister Rolf Haumann (Bündnis 90/Die Grünen) und dessen Vorgänger Markus Kötter (CDU) bei der Remscheider Baufirma Dohrmann bedankte.

Wie schon beim Ausbau der Kreuzung Trecknase war sie für die Neugestaltung des Knotenpunkts Ring-/ Rader Straße zuständig – unter besonderen Begleitumständen, wie Dohrmann-Geschäftsführer Oliver Mesch erklärte: Corona hatte den Berufsalltag der Belegschaft verändert. „Die Mitarbeiter mussten sich daran gewöhnen, Abstand zu halten – auch in den Pausen. Zudem waren die Lieferzeiten deutlich länger als üblich“, blickte er zurück.

Zeitplan wurde um einige Wochen überschritten

Dennoch gelang es dem Unternehmen, den Zeitplan nahezu einzuhalten. Ende November sollte die Kreuzung zwar fertig sein. „Wir haben es aber noch vor Weihnachten geschafft – auch wenn wir in den letzten Tagen nicht wussten, ob das wirklich klappt. Denn leider hat das Wetter nicht immer mitgespielt“, schilderte TBR-Bereichsleiter Breidbach den Endspurt.

OB Burkhard Mast-Weisz (SPD) zollte den zuständigen Mitarbeitern der TBR und der Firma Dohrmann „großen Respekt“, wie er bekundete. Den Stau in Lennep kenne er seit 34 Jahren. „Da war ich mit meinem Sohn zum Kinderarzt nach Radevormwald unterwegs.“ Und schon damals habe am Knotenpunkt Handlungsbedarf geherrscht, der nun behoben werde.

Dass die beiden Kreuzungen Trecknase und Ring-/Rader Straße ausgebaut wurden, sei ein Ausgleich dafür gewesen, dass Pläne für den Bau einer neuen Bundesstraße zwischen Lennep und der Remscheider Innenstadt zu den Akten gelegt wurden, erläuterte der OB: „Mit den Plänen für das Outlet Center steht dies nicht im Zusammenhang.“ Dies gelte auch für die neuen Schutzwände, die an der Ringstraße errichtet wurden, ergänzte Zirngiebl. „Neben dem lärmoptimierten Asphalt, den wir schon aufgetragen haben, schützen sie die Anwohner vor Verkehrslärm.“ Denn der Geräuschpegel sei auch ohne den zusätzlichen DOC-Kundenverkehr hoch. In den nächsten Tagen sollen mit den letzten Baustellenmarkierungen die restlichen Spuren vom Großprojekt verschwinden, kündigte Zirngiebl an. „Außerdem werden wir die Weihnachtsferien nutzen, um die Ampelschaltungen zu optimieren.“ 

Hintergrund

Der Ausbau des Knotenpunkts Ring-/Rader Straße zählt zu einem großen Investitionspaket in Lennep. Zuvor wurde in mehreren Etappen lärmoptimierter Fahrbahnbelag auf die Ringstraße aufgetragen. Zudem kümmerte sich die Firma Dohrmann um den Ausbau der Kreuzung Trecknase, wo zusätzliche Abbiegespuren entstanden. So wie an der Ring-/Rader Straße können dort deutlich mehr Fahrer die Grünphasen der Ampeln nutzen.

Standpunkt

Von Frank Michalczak

Ob das Designer Outlet Center gebaut wird, ist nach dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts in Münster ungewisser denn je. Sicher aber ist, dass zumindest die DOC-Planungen Lennep einen Modernisierungsschub gegeben haben. Zwar wären auch ohne das Center die Kreuzungen Ring-/Rader Straße und die Trecknase ausgebaut worden, wie

frank.michalczak@rga-online.de

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz anmerkte. Aber: Wann wäre dies geschehen, wenn es nicht einen gewissen Zeitdruck gegeben hätte? So haben die Verantwortlichen im Rathaus und den Technischen Betrieben die Prioritäten in Lennep gesetzt, wo gleich zwei Knotenpunkte innerhalb weniger Jahre ausgebaut wurden. Diese Dynamik würden sich gewiss auch die Menschen im benachbarten Lüttringhausen wünschen, die schon so lange auf ihren Kreisverkehr Eisernstein warten. Michael Zirngiebl, Chef der Technischen Betriebe, ließ gestern durchblicken, dass dieses Projekt folgen soll. Gut so, denn nicht nur in Lennep gilt es, ärgerliche Verkehrsprobleme zu lösen, die zahlreichen Autofahrern im Stau wertvolle Lebenszeit kosten. 

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