Fester verankern

Lenneper klettert auf Stele – Stadt baut Kunstwerk ab

Da freuten sich alle: In der vergangenen Woche weihten die Pilgerfreunde das Kunstwerk auf dem Munsterplatz ein.
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Da freuten sich alle: In der vergangenen Woche weihten die Pilgerfreunde das Kunstwerk auf dem Munsterplatz ein.
  • Axel Richter
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Lange steht sie noch nicht auf dem Munsterplatz in Lennep, die Stele des renommierten Künstlers Tony Cragg. Nun gibt es ein Problem.

Von Axel Richter

Remscheid. Schon am Freitag wird die Stele vorläufig wieder abgebaut. Nachdem ein Lenneper auf dem über drei Meter großen Kunstwerk aus Edelstahl herumgeklettert war, will die Stadt auf Nummer sicher gehen und das Kunstwerk fester im Boden verankern.

Dass die Kunst bald Schaden nehmen könnte, hatten in Lennep einige vorhergesehen. Die Stadt Remscheid nicht. Der „unsachgemäße Umgang mit dem Kunstwerk“ sei „bei der Gestaltung des Fundaments nicht berücksichtigt worden“, heißt es im Rathaus.

Zu dem unsachgemäßen Umgang war es nach RGA-Informationen am Sonntag gekommen. Ein Lenneper Bürger hatte das Kunstwerk bestiegen, um einen Kinderschuh auf der Spitze abzulegen. Das beobachtete ein Pilgerfreund – der Verein hatte die Skulptur nach Lennep geholt – und erklomm die Stele mit Hilfe einer Leiter, um den Schuh herunter zu holen.

„Wir wollen da keinen Zaun drum haben.“

Willi Oberlies, Pilgerfreunde

Weil Sicherheit vorgeht, soll das Fundament nun verstärkt werden. „Und das zügig“, schreibt die Stadt, „um möglichen Schaden zu vermeiden.“ Eine „Nachbearbeitung“ hätte es aber auch ohne die Kletterversuche gegeben, heißt es weiter bei der Stadt Remscheid.

„Schon am Tag der Einweihung war klar, dass wir die Skulptur noch einmal anfassen müssen“, sagt Michael Zirngiebl, Chef der Technischen Betriebe Remscheid (TBR). Der Grund: Laut Zirngiebl hatte die Firma, die die Stele im Boden verankerte, dafür den falschen Beton verwandt. Eine Verschiebung der Einweihungsfeier sei aber nicht in Frage gekommen. Schließlich sollte der Künstler dabei zugegen sein, was zu einem späteren Zeitpunkt nicht möglich gewesen wäre. Aktuell weilt Tony Cragg in New York.

Also wurde die Skulptur aufgestellt und unter anderem mit 40 Zentimeter langen Schrauben im Boden verankert. Das klingt stabil und ist es auch. Nach der ersten Besteigung will die Stadt jedoch nicht ausschließen, dass am kommenden Wochenende weitere Kletterer das Kunstwerk erklimmen.

Am Freitag nimmt deshalb ein Bagger die Stele an den Haken. Danach wird sie eingelagert. In vier Wochen soll sie dann auf den Munsterplatz zurückkehren. Die Röntgenläufer, die am Sonntag an der Stele vorbeikommen sollten und deren Laufweg extra über den Munsterplatz gelegt wurde, müssen auf den Anblick deshalb verzichten.

Die Kosten soll die Baufirma tragen

Die Stadt schließt nicht aus, dass das Werk nach seiner Rückkehr auf den Munsterplatz umzäunt und somit vor weiteren Übergriffen geschützt werden muss. Das wiederum schließen die Pilgerfreunde aus. „Wir wollen da keinen Zaun drum haben“, sagt Willi Oberlies, Vorsitzender der Lenneper Pilgerfreunde. Sie hatten das Kunstwerk mit Hilfe von Spendern und Sponsoren finanziert. Die Kosten für die jetzt folgenden Ab- und Wiederaufbau soll die ausführende Firma tragen. Sie hatte den falschen Beton schließlich verarbeitet.

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