Richtfest an der Lüttringhauser Straße

Lenneper freuen sich über 18 Wohnungen und ein echtes Wunder

Gestern wurde Richtfest für den ersten Neubau von drei Projekten in der Lüttringhauser Straße gefeiert. Ute und Marc Jaeger freuen sich, dass die benachbarte Rotbuche nicht zu Schaden gekommen ist. Foto: Roland Keusch
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Am Freitag wurde Richtfest für den ersten Neubau von drei Projekten an der Lüttringhauser Straße gefeiert. Ute und Marc Jaeger freuen sich, dass die benachbarte Rotbuche nicht zu Schaden gekommen ist.

Der Baudezernent hofft auf Nachahmer. Viele Gebäude in Remscheid sind sanierungsbedürftig.

Von Axel Richter

Remscheid. Der RGA-Artikel von der wundersamen Rettung der Blutbuche hängt bei Ute und Marc Jaeger in der Küche. Schließlich wäre der 120 Jahre alte Baum auf dem Nachbargrundstück an der Lüttringhauser Straße beinahe ausgerechnet ihrer Baustelle zum Opfer gefallen. Doch bei den Baggerarbeiten wurde nicht eine dicke Wurzel verletzt. Damit hatten selbst die Baumschützer in Diensten der Stadt Remscheid nicht gerechnet, weshalb das Überleben der stolzen Buche bald als echtes Naturwunder galt.

Ute und Marc Jäger, sie Polizistin in Lennep, er Chef eines Unternehmens für Industriebedarf, sind naturverbundene Menschen und deshalb glücklich, dass der Baum auf dem Grundstück nebenan weiter Wurzeln schlägt. Gemeinsam mit ihren Mitinvestoren Anja und Martin Kayser feierten sie am Freitag das Richtfest für das erste von insgesamt drei neuen Gebäuden in der Lüttringhauser Straße. Es sind Niedrigenergiehäuser. Geheizt wird mit Erdwärme. Die Dächer sollen begrünt werden und später eine Photovoltaikanlage erhalten. Die 18 Wohnungen sind zwischen 57 und 120 Quadratmeter groß. „Drei sind bereits vermietet“, berichtet Ute Jaeger. Moderne Wohnungen sind knapp in Remscheid.

Remscheids Baudezernent Peter Heinze freut sich deshalb über die Schließung der Baulücke. „Wir haben im Bereich Wohnen großen Erneuerungs- und Neubaubedarf“, sagt er: „Viele Wohnungen sind schlicht zu klein oder sie sind energetisch nicht mehr akzeptabel.“ Etliche Gebäude stehen deshalb leer. Die alten Gewag-Häuser an der oberen Ringstraße zum Beispiel. In vielen der Fenster hängen zwar Gardinen. Dass es sich dabei meist um dasselbe Modell handelt, liegt aber nicht am schönen Muster, sondern daran, dass die Wohnungen dahinter leer stehen.

„Es lässt sich in Remscheid noch vergleichsweise günstig eine Wohnung finden.“

Peter Heinze, Baudezernent

Allerdings ist die Gewag, mit 1200 Wohnungen einer der größten Vermieter in Remscheid, nicht untätig. Wie gestern berichtet, sollen ab Mitte des Jahres ganze Wohnblocks an der Halske- und Siemensstraße in Honsberg saniert werden. Auch im Südbezirk erhielten Wohngebäude neue Dächer und Fassaden. „Dennoch lässt sich dort nach wie vor vergleichsweise günstig eine Mietwohnung finden“, sagt Peter Heinze und nennt als Preis 8 Euro pro Quadratmeter.

Hätte er einen Wunsch frei, dann den, „dass mehr private Bauherrn in die Sanierung investieren“, sagt der Baudezernent. Oder, dass sie ihre alten Gebäude niederreißen und durch hochwertige Neubauten ersetzen. So wie die Ehepaare Jaeger und Kayser in der Lüttringhauser Straße. Und wenn auf der Baustelle dann noch Wunder geschehen und entgegen aller Voraussagen ein unmittelbar angrenzender Baum doch gerettet werden kann, „dann ist das doch besonders schön“.

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