Unnützes Wissen

Ein Lenneper erfand das Lumbecken

Olaf Link hat zusammen mit Hans-Georg Wenke hunderte Anekdoten über unnütze Fakten aus dem Bergischen gesammelt. Foto: pm
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Olaf Link hat zusammen mit Hans-Georg Wenke hunderte Anekdoten über unnütze Fakten aus dem Bergischen gesammelt.

Olaf Link und Hans-Georg Wenke haben „Unnützes Wissen“ aus dem Bergischen gesammelt.

Von Philipp Müller

Bergisches Land. Was ist Lumbecken? Die Antwort steht im Buch „Unnützes Wissen Bergisches Land“ von Olaf Link und Hans-Georg Wenke. Und heute auch im Remscheider General-Anzeiger: Der in Lennep geborene Emil Lumbeck erfand das nach ihm benannte Verfahren, Bücher mit Kaltleim statt mit Fäden zu binden. Noch mehr Wissen? Gerne: Erfurter-Rauhfaser stammt aus Wuppertal und nicht aus Thüringen. 1887 wurde der Bahnhof Wald-Ohligs in nur noch Ohligs umbenannt. Doch wie hieß er ab 1931? Genau: Solingen-Ohligs. Und heute schlicht Hauptbahnhof Solingen. Aber seit wann? Einfach im Buch nachschlagen. Natürlich könne, aber müsse man das alles nicht wissen, räumt Olaf Link ein. Es habe ihm und Wenke fast diebischen Freude bereitet, solche vermeintlichen Wissenslücken in der Leserschaft aufzutun. Daher trage das Buch auch den Untertitel: „Skurrile Fakten zum Angeben“. Leider könne „Schorsch“ Wenke das Erscheinen des Buchs nicht mehr erleben, er verstarb im vergangenen Monat nach langer Krankheit. „Schorsch hat bis zum Schluss der Veröffentlichung noch entgegengefiebert“, berichtet Link. Voller Tatendrang sei er bis zum Schluss gewesen.

Der Sutton-Verlang sei auf ihn zugekommen, ob er nicht das Buch rund um die skurrilen Fakten schreiben wolle. Das laufe in anderen Regionen sehr gut.

Link, der als Autor von Sachbüchern und fiktionalen Geschichten, erfahren ist, traute dem Braten nicht sofort. „Ich habe dann in Buchhandlungen gefragt, ob sich das verkaufen würde.“ Man warte geradezu auf einen solchen Bestseller, übertreibt Link die Reaktionen mit viel Humor. Tatsächlich sei es so, habe seine Stichprobe ergeben, dass es eine große Leserschaft geben würde, die gerne Bücher mit ganz kurzen Texten in den Händen hätten.

Er habe das Projekt auch deshalb mit Wenke gemeinsam angegangen, weil dieser als Kenner seiner Heimatstadt Solingen und des Bergischen Lands viel Nützliches gewusst habe. Außerdem hätte Schorsch Spaß am Sammeln der Anekdoten gehabt.

Und so dürfen sich die Leser auf noch viel mehr freuen als dieses unbedingt auswendig zu lernende Wissen: Ganz hart gehen Wenke und Link mit Schloss Burg ins Gericht. Die Wehr- und Wohnburg sei nie ein Schloss gewesen. Außerdem habe es früher nie so ausgesehen wie heute. „Alles Fake! Alles Disneyland!“ Die Burger werden es überleben, und wir anderen sich auch.

Wenke und Link, Unnützes Wissen, Sutton, 144 Seiten, 110 Abbildungen, 13,99 Euro, ISBN: 978 39 63 03 18 92

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