Medizin: Diagnose mit Ultraschall

Lenneper Arzt hütet einen Museumsschatz

Dr. Christian Jakobeit (r.), hier mit Dr. Bernd Frentzel-Beyme, in Dahlerau. Hier stehen die meisten Exponate von 1945 bis 2000.
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Dr. Christian Jakobeit (r.), hier mit Dr. Bernd Frentzel-Beyme, in Dahlerau. Hier stehen die meisten Exponate von 1945 bis 2000.
  • Axel Richter
    VonAxel Richter
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Ultraschallmuseum Radevormwald: Schüler sollen selbst experimentieren, Ärzte Wissenswertes von der DEGUM erfahren. Seit 30 Jahren gibt es das Ultraschallmuseum. Auch dank Dr. Christian Jakobeit.

Von Axel Richter

Es könnte seinen Sitz in Berlin haben. Oder in Dresden, wo es einst zu Hause war. Seit 2002 aber hat das Ultraschallmuseum in Lennep seinen Sitz. Das wissen nur wenige, was auch daran liegen mag, dass die meisten historischen Geräte in einer Halle der ehemaligen Tuchfabrik Wülfing in Dahlerau ein eher unbeachtetes Dasein fristen. Das soll sich ändern. Denn Dr. Christian Jakobeit hütet die Geräte nicht nur. Der „leidenschaftliche Ultraschaller“, wie er sich selbst nennt, hat Großes damit vor.

Am Samstag wurde dem Lenneper zunächst eine Auszeichnung zuteil. Auf ihrem Symposium im Deutschen Röntgen-Museum würdigte die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin die Verdienste des Mediziners, Kursleiters und Dozenten in der Ultraschall-Ausbildung mit einer Ehrenmedaille.

Christian Jakobeit, der auch stellvertretender Vorsitzender des Ultraschallmuseums ist, lebt mit seiner Familie seit vielen Jahren in Lennep. Nach dem Medizinstudium in Köln arbeitete er an Kliniken in Solingen, Wuppertal, Radevormwald und Bochum. Später wurde er Chefarzt am Sana-Klinikum Remscheid. Seit 2020 führt er mit seiner Frau eine Praxis in Wipperfürth.

Ultraschall: Was Künstliche Intelligenz Patienten bringt

Ultraschaller untersuchen Organe. Geschallt werden Leber, Gallenblase, Milz, Bauchspeicheldrüse, Nieren und Lymphknoten auf Tumore, Zysten und Steine. Auch das Herz lässt sich mit den Geräten untersuchen, die einen Schall jenseits des menschlichen Hörvermögens aussenden. Dafür bedarf es geschulter Ärzte. Und davon in Zukunft noch viel mehr.

Deutsches Ultraschallmuseum in Radevormwald

Ultraschallmuseum Radevormwald: Hier können Besucher live erleben, wie rasant sich die Ultraschall-Technik entwickelt.
Dr. Bernd Frentzel-Beyme und Dr. Christian Jakobeit im Ultraschallmuseum Radevormwald. © Michael Schütz
Ultraschallmuseum Radevormwald: Hier können Besucher live erleben, wie rasant sich die Ultraschall-Technik entwickelt.
Ultraschallmuseum Radevormwald: Hier können Besucher live erleben, wie rasant sich die Ultraschall-Technik entwickelt.  © Michael Schütz
Ultraschallmuseum Radevormwald: Hier können Besucher live erleben, wie rasant sich die Ultraschall-Technik entwickelt.
Ultraschall-Geräte aus allen Epochen sind im Ultraschallmuseum Radevormwald zu sehen. © Michael Schütz
Ultraschallmuseum Radevormwald: Hier können Besucher live erleben, wie rasant sich die Ultraschall-Technik entwickelt.
Ultraschallmuseum Radevormwald: Hier können Besucher live erleben, wie rasant sich die Ultraschall-Technik entwickelt.  © Michael Schütz
Ultraschallmuseum Radevormwald: Hier können Besucher live erleben, wie rasant sich die Ultraschall-Technik entwickelt.
Ultraschallmuseum Radevormwald: Hier können Besucher live erleben, wie rasant sich die Ultraschall-Technik entwickelt.  © Michael Schütz
Ultraschallmuseum Radevormwald: Hier können Besucher live erleben, wie rasant sich die Ultraschall-Technik entwickelt.
Ultraschall-Geräte aus allen Epochen sind im Ultraschallmuseum Radevormwald zu sehen. © Michael Schütz
Ultraschallmuseum Radevormwald: Hier können Besucher live erleben, wie rasant sich die Ultraschall-Technik entwickelt.
Ultraschallmuseum Radevormwald: Hier können Besucher live erleben, wie rasant sich die Ultraschall-Technik entwickelt.  © Michael Schütz
Ultraschallmuseum Radevormwald: Hier können Besucher live erleben, wie rasant sich die Ultraschall-Technik entwickelt.
Ultraschall-Geräte aus allen Epochen sind im Ultraschallmuseum Radevormwald zu sehen. © Michael Schütz
Ultraschallmuseum Radevormwald: Hier können Besucher live erleben, wie rasant sich die Ultraschall-Technik entwickelt.
Besucher des „Symposium Ultraschall: Gestern – Heute – Morgen“ schauten sich um Ultraschallmuseum Radevormwald um. © Michael Schütz
Ultraschallmuseum Radevormwald: Hier können Besucher live erleben, wie rasant sich die Ultraschall-Technik entwickelt.
Besucher des „Symposium Ultraschall: Gestern – Heute – Morgen“ schauten sich um Ultraschallmuseum Radevormwald um. © Michael Schütz

„Die Künstliche Intelligenz wird den Ultraschall komplett verändern“, sagt Dr. Christian Jakobeit. Das habe Vorteile für die Patienten. „Wir können einen Tumor heute viel früher erkennen. Das ist einerseits fantastisch in der Vorsorge. Auf der anderen Seite ersetzt die Maschine den Menschen.“ Für die Zukunft bedeute das vor allem: „Wir brauchen sehr, sehr gutes Personal.“

Um das zu bekommen, setzt der Lenneper auch auf seine Ultraschallgeräte. Sie sollen nach dem Konzept des Röntgen-Museums nicht mehr nur bloße Ausstellungsstücke sein, sondern vor allem Jugendlichen zum selbst Ausprobieren und für Untersuchungen zur Verfügung stehen.

Schon vor Jahren hat Museumsleiter Dr. Uwe Busch sein Haus unter anderem für die Schülerinnen und Schüler des Röntgen-Gymnasiums geöffnet. Wer seine schulischen Schwerpunkte in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern hat, kann im Röntgen-Labor sein theoretisches Wissen in der Praxis erproben.

Dieses Angebot soll nun im Ultraschallbereich ausgebaut werden. Doch das ist zugleich mit einer Herausforderung verbunden. Der Grund: Nicht alle der rund 50 Exponate, die Jakobeit in der alten Wülfing-Halle aufbewahrt, sind intakt. Und sie wieder instandzusetzen, fällt zunehmend schwer.

Die jüngsten Geräte der umfangreichen Sammlung sind mehr als 30 Jahre alt, die ältesten stammen aus dem Jahr 1945. Mit anderen Worten: Zahlreiche Herstellerfirmen gibt es nicht mehr. Umso schwieriger wird es, Ersatzteile zu bekommen. Und erst recht Techniker, die sich damit auskennen. Einige der Museumsschätze dienen deshalb schlicht zum „Ausschlachten“, um aus mehreren kaputten wieder ein funktionierendes Ultraschallgerät zu machen.

In Dahlerau schlummert mithin ein Schatz, der noch gehoben werden muss. Dass er überhaupt da ist und das seit mehr als 30 Jahren, ist unterdessen auch den guten Kontakten der Lenneper zu verdanken. Nachdem das Dresdener Hygienemuseum die Geräte nicht mehr wollte, erhielten sie den Zuschlag noch vor Mitbewerben aus Berlin.

Ultraschallmuseum: Besuch, Adresse, Öffnungszeiten

Dr. Christian Jakobeit führt gern selbst durch die Ausstellung zur Ultraschallentwicklung in Dahlerau. Ein Besuch ist nach Voranmeldung möglich. Kontakt gibt es unter: Dr.jakobeit@t-online.de und www.ultraschallmuseum.de

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