Lennep

Politiker sind verärgert: 120 Jahre alte Blutbuche soll nun doch fallen

Eigentlich sollte sie erhalten bleiben. Doch nun heißt es, die Bagger würden der Blutbuche zu nahe rücken. Foto: Roland Keusch
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Eigentlich sollte sie erhalten bleiben. Doch nun heißt es, die Bagger würden der Blutbuche zu nahe rücken.
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An der Lüttringhauser Straße ist ein Mehrfamilienhaus mit Tiefgarage geplant.

Von Axel Richter

Remscheid. 120 Jahre steht sie an der Lüttringhauser Straße. Und eigentlich sollte sie auch weiterhin dort wachsen – trotz der Abriss- und Bauarbeiten in ihrer Nachbarschaft. Die Blutbuche auf einem Grundstück unweit der Einmündung zur Gartenstraße bleibe davon unberührt, hatte es jüngst noch geheißen. Nun die Kehrtwende: Der Baum soll weichen. Für Erstaunen und Ärger sorgt das in der Lenneper Kommunalpolitik. Doch die Bezirksvertreter können die Buche nicht schützen.

Wie berichtet, soll das Grundstück Lüttringhauser Straße 16, auf dem bis vor Kurzem ein Fachwerkhaus stand, neu bebaut werden. Der Eigentümer, ein Lenneper, möchte darauf ein Mehrfamilienhaus mit 17 Wohnungen entstehen lassen. Dazu sollen die Bagger ein Loch für eine Tiefgarage ausheben. Die Baugrube für das Gebäude soll nun dem Baum zum Verhängnis werden. „Der Architekt der Baumaßnahme teilt uns mit, dass die Blutbuche aufgrund der Dimensionen der geplanten Baugrube nicht erhalten werden kann“, erklärte der zuständige Verwaltungsmitarbeiter Arnd Zimmermann den Politikern in der Bezirksvertretung Lennep. Der nicht zu verhindernde Eingriff in den Wurzelstock werde so stark sein, dass der Baum die Ausschachtungsarbeiten nicht überleben werde.

Die Lennep-Politiker reagierten erstaunt und nicht weniger verärgert. In einer zurückliegenden Sitzung war ihnen noch erklärt worden, der Baum werde von den Arbeiten nicht tangiert und bleibe erhalten. Was eigentlich auf der Hand liegen sollte, denn: Die Buche steht gar nicht auf dem Grundstück, das mit dem Mehrfamilienhaus neu bebaut werden soll, sondern auf einem Nachbargrundstück.

„Ausgesprochen schade“, nannte Bezirksbürgermeister Rolf Haumann (Grüne) das sich abzeichnende Schicksal der Buche. Auf seinen Vorschlag wollen die Politiker ihr Missfallen zum Ausdruck bringen. Doch, hielt Haumanns Vorgänger Markus Kötter (CDU) fest: „Ich fürchte, dass wir da außen vor sind. Es handelt sich um einen privaten Baum auf einem privaten Grundstück.“

Tatsächlich greift die in Remscheid geltende Baumschutzsatzung nicht. Die schützt zwar auch private Bäume, so sie einen gewissen Stammumfang erreicht haben. Doch in Remscheid gilt: Baurecht bricht Baumrecht. Ist auf einem Grundstück ein Neubau geplant und steht ein Baum den Bauvorhaben im Weg, muss der Baum weichen. Im Herbst vergangenen Jahres hat die Stadt den Eigentümern deshalb die erforderliche Fällgenehmigung erteilt.

Eine Chance hat die Buche an der Lüttringhauser Straße allerdings noch: Ihre Eigentümer – laut Stadt handelt es sich um eine Eigentümergemeinschaft – sind sich offenbar nicht darüber einig, dass der Baum tatsächlich fallen soll. Von einer privatrechtlichen Auseinandersetzung war in der Bezirksvertretung die Rede. Wer sich durchsetzt, bleibt abzuwarten.

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