Verkehr

Lennep: Kötter beklagt illegale Autorennen

Die Kölner Straße ist Rennstrecke für Raser, beklagt Lenneps Bezirksbürgermeister Markus Kötter. Archivfoto: Roland Keusch
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Die Kölner Straße ist Rennstrecke für Raser, beklagt Lenneps Bezirksbürgermeister Markus Kötter.
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Autoposer-Szene trifft sich am Bahnhof – Kölner Straße wird zum Brennpunkt.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Aufheulende Motoren, die Anwohner aufschrecken lassen, seien nur eine ärgerliche Facette der Raserei in Lennep. „Auf der Kölner Straße finden illegale Autorennen statt – mit waghalsigen Überholmanövern, Tempoüberschreitungen und der Gefährdung von Fußgängern“, erklärt Lenneps Bezirksbürgermeister Markus Kötter (CDU), der Polizei und Ordnungsbehörde auffordert, gemeinsam gegen das Übel vorzugehen.

Ausgangspunkt sei die Parkpalette an der Robert-Schumacher-Straße. Dort treffe sich die sogenannte „Autoposer-Szene“, wobei junge Leute mit ihren zumeist aufgemöbelten Pkw vorfahren. „Niemand hätte doch was dagegen, wenn sie dort nur fachsimpeln würden“, erklärt Kötter. Stattdessen aber ziehe es sie gerade an sommerlichen Abenden auf die Straßen, wo sie sich nicht an die Regeln von Recht und Gesetz halten würden.

Nachdem er von diversen Anwohnern darauf aufmerksam gemacht wurde, habe er sich zu den Brennpunkten begeben – und festgestellt, „dass es tatsächlich schlimm ist“. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis auf den Verkehrsadern rund um den Lenneper Bahnhof ein schwerer Unfall passiere. „Und es herrschte immer wieder ein Höllenlärm“, bestätigt er einen Hinweis aus der Gartenstraße, die beim RGA-Live-Interview kürzlich im Internet an ihn herangetragen wurde.

Remscheid: Polizei bestätigt vermehrte Beschwerden von Anwohnern

Wie Stefan Weitkämper, Sprecher der Polizei Wuppertal, erklärt, hätten sich seit 2017 die Beschwerden von Anwohner in Lennep gehäuft. Oft sei es um Lärm gegangen, der von Motoren und getunten Auspuffanlagen ausging, sowie um kurzfristige Verstöße gegen das Tempolimit. Seine Remscheider Kollegen hätten reagiert, indem sie die Kontrollen intensivierten und „Sondereinsätze“ fahren. Allerdings seien die jungen Autofahrer offenbar gut vernetzt. „Sie verständigen sich übers Handy oder im Internet und warnen sich gegenseitig“, berichtet Weitkämper. So gleiche die Festellung von Fahrverstößen zuweilen einem Hase- und-Igel-Spiel.

Dies hat auch Markus Kötter festgestellt, der bei seiner Erkundung rund um den Lenneper Bahnhof zwei Streifenwagen beobachtet habe. „Die befanden sich aber leider nicht dort, wo gerade gerast wurde.“

Dabei zögen die Kontrollen sehr wohl einen Effekt nach sich, erklärt Weitkämper. „Wenn wir dort waren, herrscht oft für einige Tage Ruhe.“ Dann aber komme es zu vermehrten Beschwerden aus anderen Teilen Lenneps – etwa von der Rader Straße oder vom Wupperdamm. „Es handelt sich um einen Verdrängungsprozess“, beschreibt es Weitkämper, der aber betont, dass die Polizei die Sachlage keinesfalls ignoriere. „Vor jeden Einsatz werden die Mitarbeiter für die aktuellen Problemlagen sensibilisiert – und dafür, wie sie präventiv oder repressiv dagegen vorgehen können.“

Von der Situation in Lennep soll sich der OB ein Bild machen. Ratsfrau Gabi Kemper-Heibutzki (CDU): „Jedes Wochenende haben wir zurzeit in Lennep ein Problem mit Raserei und lautstarken Motoren. Damit muss endlich Schluss sein.“ Sie fordert den Oberbürgermeister auf, „sich das Problem mal an einem Samstag gegen 22 und 23 Uhr vor Ort anzuschauen“.

Der Remscheider Lukas Zecher (23) drehte mit 220 Leuten einen Film, der über illegale Autorennen aufklären soll.

Standpunkt

frank.michalczak@rga-online.de

Ein Kommentar von Frank Michalczak

Raserei ist alles andere als ein Kavaliersdelikt. Raserei gehört bestraft – erst recht, wenn es sich um vorsätzliche Gefährdung des Straßenverkehrs handelt. Von daher muss der Poser-Szene, die offenbar Lennep als ihren Treffpunkt auserkoren hat, Einhalt geboten werden. Und das funktioniert am besten, wenn Polizei und die kommunalen Dienste ihre Kräfte bündeln. Das ist der Sinn der Ordnungspartnerschaft, mit der die unterschiedlichen Behörden ihre enge Zusammenarbeit besiegelt haben. Gemeinsame Streifengänge, Tempokontrollen und die strikte Bestrafung der zumeist jugendlichen Autofahrer können dazu beitragen, den Posern den Raum zu nehmen. 

So viel steht fest: Wer die Reife nicht besitzt, sich an Regeln zu halte und Rücksicht zu nehmen, und wer seinen Geschwindigkeitsrausch auf Kosten der Allgemeinheit auslebt, muss Konsequenzen spüren. Der Führerschein gehört in diesen Fällen eingezogen – und das nicht nur für vier Wochen. Dies ist für die zumeist jungen Menschen eine der empfindlichsten Strafen.

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