Lennep

Skulpturenfest: Lennep feiert seinen Cragg

Lothar Vieler (r.) erklärte den Besuchern Hintergründe zu der neuen Skulptur, ein paar Meter weiter auf dem Alten Markt wurde derweil gefeiert.
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Lothar Vieler (r.) erklärte den Besuchern Hintergründe zu der neuen Skulptur, ein paar Meter weiter auf dem Alten Markt wurde derweil gefeiert.

Skulpturenfest führte in die Altstadt. Dabei wurde auch über eine Frage diskutiert: Was hat Lennep eigentlich von „seinem“ Cragg?

Von Peter Klohs

Remscheid-Lennep. Nicht alle Kunstinteressierten konnten am vergangenen Mittwoch zur Enthüllung der von Tony Cragg entworfenen Skulptur „Der Pfad“ auf dem Lenneper Munsterplatz anwesend sein, allein schon wegen der Uhrzeit. Für all jene hatten die Lenneper Pilgerfreunde und deren Vorsitzender Willi Oberlis noch einen Pfeil im Köcher: Das Skulpturenfest, das am Sonntag auf dem Marktplatz in Lennep gefeiert wurde. Natürlich stand auch dabei die Statue des weltweit hoch angesehenen Künstlers im Mittelpunkt.

Die an diesem Tage vom Lenneper Nachtwächter Gustav vom Hackenberge (Lothar Vieler) regelmäßig durchgeführte Wanderung durch die historische Altstadt führte an der über drei Meter hohen Stele vorbei. Er erläuterte den Mitwanderern das Kunstwerk, in dem sich viele Aspekte des Pilgerns finden lassen.

„Oben ist ein Kreuz zu sehen, unten auch“, sagte der Lennep-Kenner Vieler. „Also: Vom Kreuz zum Kreuz. Und auch das Prinzip ‚Licht und Schatten‘ ist auf dem Kunstwerk zu entdecken. Das ist ein Gegenstück zur Kirche, ein Weg zur eigenen Wahrheit.“ Und auch manche Mitwanderer äußerten sich – kenntnisreich und ernsthaft.

Auf dem wenige Meter entfernten Alten Markt waren Stände aufgebaut worden, an denen man Köstlichkeiten aus Spanien (Paella), Frankreich (Crepes) und Deutschland (Bratwurst) erhalten konnte. Kalte und warme Getränke standen ebenso bereit.

Zur Talkrunde von Moderator Wolf Haumann waren Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, die Kunstreferentin der Akademie der kulturellen Bildung, Brigitte Dietze, sowie der Remscheider Konzeptkünstler Horst-Olaf Schmidt anwesend und standen Haumann Rede und Antwort.

 „Zunächst einmal ist das ein tolles Geschenk.“

OB Burkhard Mast-Weisz

Zur Frage, was die Tony-Cragg-Skulptur Lennep bringt, waren sich die Gesprächsteilnehmer einig: Viel. „Zunächst einmal ist das ein tolles Geschenk“, sagte der OB. „Und bis dieses Kunstwerk in Lennep stand, sind einige glückliche Momente vonnöten gewesen. Und natürlich hat das was: Tony Cragg in Lennep.“

Dem widersprach Brigitte Dietze nicht. „Diese Bindung im öffentlichen Raum, und dazu noch weitgehend bedeutungsoffen, ist für Lennep eine tolle Sache. Ich werde auf jeden Fall meine Kursteilnehmer wegen dieser Statue auf den Lenneper Munsterplatz führen.“

Wolf Haumann gab zu, dass er bei der Enthüllung der Figur „geflasht“ gewesen sei, und ließ sich die Frage, ob Lennep in einigen Jahren vielleicht ein neues Worpswede werden könne, auf der Zunge zergehen.

Man muss Lennep nicht in Richtung Kunst führen. Die Kunst ist längst hier.

Horst-Olaf Schmidt

Hierzu kam Horst-Olaf Schmidt mit ins Gespräch. „Man muss Lennep nicht in Richtung Kunst führen“, konstatierte er. „Die Kunst ist längst hier. Und zwar die internationale Kunst.“ Er erwähnte anwesende Künstler aus Togo und Ecuador, die es „total spannend finden, hier in Lennep zu arbeiten. Es gibt ein Konsortium, dass sich bemüht, Lennep in die Kunstwelt zu tragen.“ Kunst erhöhe den Aufenthaltswert, schloss der Remscheider Künstler.

„Vielleicht können sich die Bildungsakademie und Hans-Olaf Schmidt zusammentun, um ihren Teil dazu beizutragen“, sagte OB Mast-Weisz, der sich ebenfalls durchaus mehr Kunst in der ehemaligen Kreisstadt vorstellen kann: „Die Skulptur von Tony Cragg kann der Beginn einer spannenden kulturellen Entwicklung in Lennep sein.“

Hintergrund: Warum der Munsterplatz noch nicht ganz fertig ist

Dass der Munsterplatz zur Einweihung der Skulptur nicht ganz fertig wurde, liege auch an einer defekten Säge in dem Steinbruch, der die Treppenstufen liefern sollte, erklärte Willi Oberlis: „Wir wünschen uns, dass wir den neuen Munsterplatz im Sommer 2023 einweihen können.“

Auch auf den Röntgenlauf 2022 könnte die Einweihung der Skulptur Einfluss haben: Über welche Streckenänderung aktuell diskutiert wird, lesen Sie hier im Einwurf zu Cragg und Röntgenlauf 2022 von Andreas Dach.

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