Konzert

Leidenschaftliches Finale lässt das Publikum in Jubel ausbrechen

Begeisterten beim 10. Philharmonischen Konzert im Teo Otto Theater: die Bergischen Symphoniker.
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Begeisterten beim 10. Philharmonischen Konzert im Teo Otto Theater: die Bergischen Symphoniker.

Beim 10. Philharmonischen Konzert der Bergischen Symphoniker zogen sich orientalische Rhythmen durch das gesamte Programm.

Von Daniel Diekhans

Selten standen die Schlagzeuger der Bergischen Symphoniker so im Vordergrund wie bei diesem Konzert. Gleich zu Beginn legten sie los und bauten sich, große Rahmentrommeln in der Hand, an der Bühnenrampe auf. In ihrer Mitte stand der deutschtürkische Perkussionist Murat Coskun und gab den Takt vor. Orientalische Rhythmen - mal elementar, mal verspielt - zogen sich durch das gesamte Programm des Abends.

Gut kam bei den 400 Zuhörern auch die „Janitscharenmusik“ an, die in Mozarts Ouvertüre zur Oper „Die Entführung aus dem Serail“ pulsierte. Mit Becken, Trommeln und Triangel trieb die Schlagzeuggruppe das Geschehen voran, während Generalmusikdirektor Daniel Huppert Streicher und Bläser zu einer kompakten Einheit formte. In Saint-Saëns' „Bacchanale“ hat schon die Melodie eine starke orientalische Färbung. Die Spannungsdramaturgie, die im Instrumentalstück der Oper „Samson et Dalila“ angelegt ist, brachte der Dirigent voll zur Geltung. Mit Jubel reagierte das Publikum auf das leidenschaftliche Finale, in dem Kastagnetten Dalilas Tanz untermalten. Mit Fazil Say landeten die Symphoniker in der Gegenwart. Der türkische Komponist, der mit westlichen und östlichen Musiktraditionen gleichermaßen vertraut ist, schrieb 2009 seine „Istanbul Symphonie“. Der auf sieben Hügeln erbauten Metropole nähert sich Say hier in ebenso vielen Sätzen - und musikalisch trifft ein klassisches Ensemble auf landestypische Instrumente. Solo-Perkussionist war Murat Coskun, der ausdrucksstark eine ganze Familie von Trommeln spielte.

Seine italienische Kollegin Valentina Bellanova entlockte der Ney-Flöte ebenso durchdringende wie sangliche Töne. Noch zarter, filigraner klang die Kanun-Zither, die Muhuttin Kemal Temel mit auf den Fingern gesteckten Plektren zupfte. Ob nun unbegleitet oder im engen Austausch mit dem Orchester - die drei Solisten entfalteten virtuos das Porträt der 15-Millionen-Stadt. In transparenten Farben wurde ein Besuch der „Blauen Moschee“ dargestellt, während Trommelwirbel den Fanatismus der religiösen Orden evozierten. Im Zentrum stand aber vor allem der Alltag, etwa eine Schiffsfahrt (mit der Tuba als Signalhorn) oder das Treiben auf den Straßen (illustriert durch überlagernde Melodien).

Apropos: Die Spielzeit beschließen die Bergischen Symphoniker mit drei Gratis-Konzerten unter freiem Himmel - am 11. August auf dem Rathausplatz, am 13. August auf dem Alten Markt Lennep und am 14. August auf der Heimatbühne Lüttringhausen.

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