Komödie

Leichte Kost, brillant gespielt

Nachbar Thomas will Theaterautorin Lucie mit einem verblüffenden Trick aus der Schreibblockade herausholen.
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Nachbar Thomas will Theaterautorin Lucie mit einem verblüffenden Trick aus der Schreibblockade herausholen.

Teo Otto Theater zeigte die Komödie „Alles was sie wollen“.

Von Sabine Naber

Remscheid. Ein unterhaltsames Theatervergnügen erlebten die zahlreichen Gäste, die am Mittwochabend ins Teo Otto Theater (TOT) gekommen waren, um die Komödie „Alles was sie wollen“ von Matthieu Delaporte und Alexandre de La Patellière zu sehen.

Auf der Bühne ist ein erlesen eingerichtetes Wohnzimmer zu sehen. Bodentiefe Sprossenfenster, ein Kamin, Bücherregale, ein Schreibtisch und eine lederne Sitzbank (Bühne: Stephan Fernau). Es ist das Zuhause der erfolgreichen Theaterautorin Lucie (Nora von Collande), die gerade unter einer Schreibblockade leidet und ihre unbeschriebenen Blätter verzweifelt auf dem Fußboden ausbreitet. Bisher lieferte ihr trauriges und chaotisches Privatleben den Stoff für ihre Stücke, aber jetzt ist sie glücklich und weiß partout nicht, was sie schreiben soll. „Ich habe nichts mehr zu erzählen. Und zum Schreiben braucht man doch eine Geschichte“, ist sie sich sicher.

Da sorgt ein Rohrbruch, der ihre Badewanne überlaufen ließ, dafür, dass sie Bekanntschaft macht mit ihrem Nachbarn Thomas (Herbert Herrmann). Zwei völlig unterschiedliche Menschen – sie temperamentvoll und hektisch, er ruhig und ausgeglichen – gehen eine ungewöhnliche Beziehung ein, denn Thomas will sie aus ihrer Schreibblockade mit einem verblüffenden Trick herausholen.

Die beiden Protagonisten, die schon seit vielen Jahren in der Komödie am Kurfürstendamm gemeinsam auf der Bühne stehen und auch privat seit langer Zeit ein Paar sind, überzeugen in diesem Zwei-Personen-Stück mit modernem Boulevard-Theater. Nora von Collande, die auch für die Kostüme zuständig ist, und Herbert Herrmann, er führt Regie, schenken sich in dieser charmanten Komödie nichts.

Temporeiche Inszenierung mit eingängiger Klaviermusik

Sie erklärt ihm schon beim Kennenlernen, dass er „so zwischen 40 und 80 Jahre alt sein müsste und auf keinen Fall ein Intellektueller ist“. Er behauptet, dass sie sogar nette Sachen aggressiv sagt und er über ihr letztes Theaterstück „nicht sehr lachen konnte“. Schließlich aber kommen sie sich näher und Lucie lässt sich auf seinen Vorschlag ein, eine Geschichte zu erfinden. Einfach mal zu lügen. So hat sie ihr Stück und ihr schauspielernder Ehemann seine Rolle. Und das ist gut so, denn das Datum der Premiere war bereits angekündigt worden. Noch bevor Lucie den ersten Satz zu Papier gebracht hatte.

Eine temporeiche Inszenierung in vielen kurzen Szenen, die sich immer durch die eingängige Klaviermusik des Piaf-Walzers „La Foule“ angekündigte. Fiel der Vorhang, sahen die Zuschauenden jedes Mal ein anderes Bild der beiden Protagonisten. Leichte Kost, die aber nie ins Seichte abglitt, und einfach wunderbar gefühlvoll und schauspielerisch brillant dargeboten wurde.

„Theater im Theater“ gab es gegen Ende. Und der Schlusspunkt – ein überraschender, dramaturgischer Trick, der das bei einer Komödie zu erwartende Happy End – die Liebeserklärung – zu einem Kunstgriff werden ließ. Absolut gelungen.

„Ich fand es toll, so was von erfrischend. Herbert Herrmann ist schon so lange beliebt und scheint die ewige Jugend gepachtet zu haben. Das Stück bietet so viele Punkte, die man sich auch für sich selbst vorstellen kann. Ein Spiel mit zwei Seiten, das bei mir eine neue Denkweise angeregt hat“, zeigte sich Theaterbesucher Lothar Vieler ganz begeistert. Auch Klaus Dörken, der seit langer Zeit wieder einmal zu Gast im Teo Otto Theater war, lobte: „Dass nach jeder Szene auf die Vorhänge Bilder projiziert wurden, war ein toller Trick. Gut gefallen hat mir auch der Schluss, der ein bisschen ernsthafter, weg vom gewohnten Stil der Komödie ging. Alles war gut gemacht und die beiden haben intensiv gespielt.“

Vorschau

Die nächsten Theateraufführungen im TOT gibt es am Mittwoch, 26. Oktober (E-Volution Dance Theater mit „Blu Infinito“) und am Samstag, 5. November, wenn Gogol & Mäx „Teatro Musicomico“ präsentieren. Alle Termine:

termine.rga.de

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