Konzert

Leicht punkig, rau und ungeschliffen

Grown so ugly aus Solingen hat sich dem alternativen Rock verschrieben, der meist rau und ungeschliffen daherkommt. Foto: Roland Keusch
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Grown so ugly aus Solingen hat sich dem alternativen Rock verschrieben, der meist rau und ungeschliffen daherkommt.

Grown So Ugly trat im Eventlokal Löf auf – Ungewohnt für mainstreamgewohnte Zuhörer.

Von Peter Klohs

Am Samstagabend wurde es laut im Löf an der Theodor-Körner-Straße. Die Solinger Band Grown So Ugly gab sich die Ehre und bot den gut 50 Besuchern des Eventlokals alternativen Rock an. Bereits vor dem Konzert des Rockquintetts aus der Klingenstadt war Veranstalter Max Süss voll des Lobes für die Band: „Wir hatten GSU schon vor zwei Jahren hier, kurz vor Corona, und das war schon gut. Ich bin sicher, dass es heute wieder ein Fest wird.“

Die fünfköpfige Band besteht aus Lucas (Gitarre und Gesang), der Sängerin Pepsi, Stefan, der den Bass spielt, Drummer Oliver sowie Sascha, der singt und Gitarre spielt. Die Musik, alternativer Rock, kam zumeist rau und ungeschliffen von der Bühne. Was kein Wunder ist, wurde der alternative Rock doch aus der Verschmelzung des Punks (The Clash, Siouxsie and the Banshees) mit der Musikgattung New Wave kreiert. Die spätere Phase dieser Rockmusik wird auch als Post-Grunge bezeichnet, Musik also in der Nachfolge der Ikonen Nirwana.

Die leicht punkige Attitüde lässt sich in der Musik der Solinger Band nicht verleugnen, auch New-Wave-Einflüsse sind deutlich hörbar. Zuweilen klingt die Gruppe wie Debbie Harry (Blondie) in ihrer Frühzeit. Dann wieder lassen brachiale und doomige Gitarrenakkorde an Black Sabbath denken. Die Musik groovt und ist zumeist im moderaten Tempo gehalten, Up-Tempo-Stücke gibt es so gut wie nicht. Allerdings ist der Gesang gewöhnungsbedürftig. Kaum eine Gesangslinie wird sauber zu Ende gebracht, besonders Sängerin Pepsi gefällt es, die Texte eher „unsauber“ zu schreien, als zu singen. Als Vergleich mag eine hektische Cindy Lauper taugen. Wohlgemerkt: Das alles ist beabsichtigt und passt zu dieser Art von Musik, ist aber für die mainstreamgewohnten Gäste im Publikum eher außergewöhnlich.

Grown So Ugly spielt Musik von Gruppen, die eher selten in den Hitlisten auftauchen und daher weitgehend unbekannt sind: „Muse“ mag noch die Bekannteste sein, ansonsten hört man Stücke von The Raconteurs, den Dandy Warhols oder von Weezer und der Band of Skulls, Namen, die man eher nicht auf den gängigen Radiosendern hört. Mit der Zeit ähneln sich viele Songs, und das Set der Gruppe ist darüber hinaus nicht von Dynamik gezeichnet, Balladen darf man nicht erwarten. Einige Riffs bleiben haften, hier und da eine der seltenen Melodielinien, vielleicht hört man da Einflüsse von David Bowie (The Jean Genie) und dort welche von Blondie (Denise), Gitarrensoli gibt es wenige kurze, der Druck, der von der Bühne kommt, ist zumeist stark. Die Gäste im Löf amüsieren sich, hier und da beginnt man zu tanzen.

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