Literatur

Lehrer mit dem Hang zu Mord und Totschlag

Stefan Barz (43 Jahre) lebt in Ronsdorf. 2011 ist seine erste Kurzgeschichte erschienen. Mitte Juli kam sein dritter Eifelkrimi heraus. Foto: Andreas Weber
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Stefan Barz (43 Jahre) lebt in Ronsdorf. 2011 ist seine erste Kurzgeschichte erschienen. Mitte Juli kam sein dritter Eifelkrimi heraus.
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Stefan Barz unterrichtet am GBG. In seiner Freizeit schreibt er Eifelkrimis. „Spiel des Bösen“ ist gerade erschienen.

Von Andreas Weber

Als Stefan Barz vor zwei Jahren vom Landrat-Lucas in Leverkusen zum Gertrud-Bäumer-Gymnasium wechselte, stellte er fest, dass sich die Zahl seiner Follower im Internet durch neugierige Schüler vergrößerte. Und als der Lehrer das in einer Klasse zur Sprache brachte, wurde ihm unverblümt erklärt: „Heute googelt man seine Lehrer, man will ja nicht von irgendwelchen Serienmördern unterrichtet werden.“

Die Bemerkung entbehrte nicht eines schwarzen Humors. Denn Barz ist nicht nur Pädagoge für die Fächer Deutsch, Philosophie und evangelische Religion, er schreibt auch Krimis.

„Spiel des Bösen“, am 15. Juli erschienen, ist sein dritter Roman. Barz lebt in Wuppertal-Ronsdorf, schreibt aber Eifel-Krimis. Die haben es in sich, stecken voller düsterer Mordgeschichten, entbehren jedoch nicht einer hintergründigen Ebene. Denn Barz setzt nicht auf blanken Horror, sondern entwickelt Figuren, hinterfragt, was Menschen zu abgrundtiefen Taten treibt. „Da kommt der Philosophie-Lehrer in mir durch“, meint der Familienvater.

Stefan Barz hat einen fünfjährigen Sohn. Nicht nur durch den Nachwuchs ist die Zeit zum Schreiben zuhause knapp. „In Deutsch muss ich am Wochenende oft Klausuren korrigieren“, erklärt der Schriftsteller im Nebenberuf.

Mit dem Jacques-Berndorf-Preis ausgezeichnet

Viel Geld verdienen kann er mit seinen Thrillern nicht, aber Anerkennung erntete er schon früh. Stefan Barz wurde 2014 mit dem Jacques-Berndorf-Preis ausgezeichnet. Erfolgsautor Berndorf, bekannt durch seine Eifel-Krimis, gab den Namen für eine Auszeichnung, die talentierten Nachwuchsautoren auf die Sprünge hilft. Barz, der 2011 seine erste Kurzgeschichte „Klassenzimmer“ über einen Dortmunder Verlag veröffentlicht hatte, bewarb sich mit einem Exposé für einen Eifel-Krimi, erhielt den ersten Preis, verbunden mit einer Buchveröffentlichung im KBV-Verlag (Hillesheim). 2014 erschien „Schandpfahl“.

Das Debüt von Barz spielt in seiner Heimatstadt Kommern, bekannt durch sein Freilichtmuseum. Am historischen Pranger des Museums wird eines Nachts ein im Dorf beliebter Bauunternehmer hingerichtet. Weitere Opfer folgen. Mit Jan Grimberg schickt der Autor einen jungen, anfangs unerfahrenen Ermittler in den Plot, der sich auch in den beiden Nachfolgern „Nimmerwiedersehen“ (2017) und eben „Spiel des Bösen“ an die Fersen des Täters heftet.

„In so einer Gegend sorgt ein Mord einfach für mehr Unordnung als in einer Großstadt.“ Stefan Barz über die Eifel

Grimberg hat in seinem früheren Leben Philosophie studiert und stellt Fragen in seinem Job, die auch den Verfasser der Romane treiben: Warum tun Menschen Böses? Und was löst das in ihrem Umfeld aus? Mit „Schandpfahl“ landete Stefan Barz direkt einen Achtungserfolg. Die erste Auflage mit 2000 Exemplaren war, beflügelt durch den Preis, nach zwei Monaten vergriffen. Mittlerweile ist sein Debüt in der dritten Auflage.

Der Nachfolger lief nicht ganz so gut. Mit „Spiel des Bösen“ greift Barz nun wieder an. Die Story rankt sich um einen mysteriösen Fall an der Kakushöhle bei Mechernich, wo eine Frau bei einer Wanderung vom hohen Kartsteinfelsen in den Tod stürzt. Und auch hier gilt: Eine Tote kommt selten allein.

Sein vierter Krimi soll im Bergischen spielen

Zum Schreiben kam Barz während seines Studiums als freier Mitarbeiter beim Bonner General-Anzeiger. Er entschied sich danach zwar für den Lehrerberuf, begann aber zur Entspannung die Krimis des Schweden Hakan Nesser zu verschlingen. „Mittlerweile kenne ich alle seine Romane und er ist so etwas wie mein Vorbild geworden.“

SPIEL DES BÖSEN

ROMAN Auch der dritte Eifel-Krimi von Stefan Barz ist beim KBV-Verlag in Hillesheim erschienen; 231 Seiten, 12 Euro; ISBN 978-3-95441-461-1;

LESUNG Wer den Autor treffen will, kann dies am 30. Oktober bei der „lit.ronsdorf“ im Café Elias oder aber am 10. November beim Remscheider Lesefestival, wo Barz, was noch nicht endgültig bestätigt ist, im Röntgen-Museum aus „Spiel des Bösen“ vortragen wird.

Die Eifel übte nicht nur deshalb einen Reiz auf Barz aus, weil hier seine Wiege ist, es sind einfach die Kontraste: „Die Eifel ist so beliebt, weil es idyllisch ist, weil Menschen dort Ruhe und Frieden wollen. In so einer Gegend sorgt ein Mord einfach für mehr Unordnung als in einer Großstadt“, erklärt Stefan Barz. Seit 2011 lebt er in Ronsdorf und für Roman Nr. 4 will er Jan Grimberg pausieren lassen und bastelt an einem Setting für einen bergischen Krimi mit Schwerpunkt in Wuppertal.

Auch GBG-Schüler kommen in den Genuss seiner schriftstellerischen Fähigkeiten. Seit 2018 bietet Stefan Barz eine AG für kreatives Schreiben an.

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