Support noch ungeklärt

Lehrer in Remscheid dürfen noch nicht auf Laptops hoffen

Schulamtsleiter Arndt Liesenfeld hält die Schaffung von zusätzlichen IT-Stellen an den Schulen für den richtigen Ansatz.Archivfoto: Roland Keusch
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Schulamtsleiter Arndt Liesenfeld hält die Schaffung von zusätzlichen IT-Stellen an den Schulen für den richtigen Ansatz.

640.000 Euro vom Land sind vorhanden, aber die Frage des Supports ist noch völlig ungeklärt.

Von Andreas Weber

Remscheid. Die Digitalisierung der Remscheider Schulen schreitet voran. 2300 iPads und 600 Laptops sollen nun hauptsächlich bedürftigen Schülern das Lernen daheim ermöglichen. Die mobilen Geräte sind bestellt, sollen bis Ende November geliefert werden. 1,2 Millionen Euro von Bund und Land sowie ein 10-prozentiger Eigenanteil der Stadt machen die flächendeckende Professionalisierung des Online-Lernens unter den 16 000 Remscheider Schülern möglich.

Mit dem Geld alleine ist es nicht getan. Technik muss bedienbar sein, die Geräte eingerichtet und gewartet werden. Und das bedeutet enormen zusätzlichen Personalaufwand.

„Man benötigt für 4000 Endgeräte eine Vollzeitkraft.“ 

Arndt Liesenfeld über den Personalbedarf für den Support

Im Schulamt ist Markus Eschweiler mit einer neuen Mitarbeiterin, die seit Mitte September dabei ist, als Supporter allein auf weiter Flur. „Die Bertelsmann-Stiftung hat die Rechnung aufgemacht, dass man für 4000 Endgeräte eine Vollzeitkraft benötigt“, erklärt Arndt Liesenfeld vom Fachdienst Schule die Dimension.

Für das Sofortausstattungsprogramm, das Remscheid zugutekommt, wird es für die Einrichtung der Leihgeräte für die Schüler entsprechende personelle Ressourcen geben. „Dafür haben wir eine Lösung gefunden“, stellt Liesenfeld fest.

Bei den Lehrern freilich sieht dies anders aus. Auch für die 1100 Pädagogen in dieser Stadt stellt das Land Mittel zur Verfügung. Auf 640 000 Euro darf die Stadt hoffen. Wann die Summe tatsächlich abgerufen wird und das Produkt bei den Adressaten ankommt, steht in den Sternen.

Die Spitzenverbände und die Remscheider Stadtverwaltung sehen es so: Lehrerausstattung ist Landessache. Also soll Düsseldorf gefälligst den Support finanzieren. Stand der Dinge ist, dass aus dem Rathaus eine Anfrage ans Land geschickt wurde, wie es um das dafür benötigte Personal bestellt ist. Eine Antwort darauf gibt es noch nicht, aber bei den Lehrern brodelt es.

Bei der Schulleiterkonferenz wurde mitgeteilt, dass es vorerst keine Dienst-Laptops für die Pädagogen geben werde. Als die Kunde an der Lehrerbasis kommuniziert wurde, fühlte sich mancher auf den Schlips getreten, denn die IT-affinen Kollegen in den Schulen trauen sich durchaus zu, die Technik ohne fremde Hilfe an den Start zu bringen.

Arndt Liesenfeld: Gesamtkonzept, um keinen Schrott zu produzieren

„Das wäre eine Zwischenlösung, über die man nachdenken könnte“, erklärt Leibniz-Schulleiter Thomas Giebisch. Er räumt aber ein: „Priorität wird auf die Schülerrechner gelegt. Das finde ich gut, denn die sind oft deutlich bedürftiger als meine Kollegen.“ Giebisch sieht jedoch auch, dass Beschaffung, Verteilung, Einrichtung und spätere Wartung zu einer Mammutaufgabe für die Stadt werden.

Arndt Liesenfeld hält ein Gesamtkonzept vom Land für erforderlich, um nicht „Elektroschrott“ zu produzieren. „Bestellen ist die eine Sache, die Pflege die andere.“ Alles müsse von vorne bis hinten geregelt sein. Dass nun zusätzliche IT-Stellen an Schulen im Gespräch sind, hält Liesenfeld für einen richtigen Ansatz.

Mit der coronabedingten Schließung der Schulen wurde deutlich, wie wichtig Online-Lernangebote und die digitale Kontaktpflege der Schüler sind.

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