Mein Blick auf die Woche

Lehren aus der Flutkatastrophe ziehen

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Ist es, auch vor dem Hintergrund der Flut-Katastrophe vor einem Jahr, noch geboten, überhaupt darüber nachzudenken, weitere Flächen zu versiegeln? Diese Frage stellt sich RGA-Redakteur Frank Michalczak.

In dieser Woche führten die Erinnerungen an die Flut vor einem Jahr noch einmal eindringlich das Leid vor Augen, das die Katastrophe verursacht hatte. Sintflutartige Regenfälle hinterließen auch in Remscheid Schneisen der Verwüstung. Schlammmassen zerstörten Brücken und Straßen, begruben Wohnhäuser und Betriebsgebäude.

Es war ein Wetterereignis, das deutlich machte, welche dramatischen Auswirkungen der Klimawandel haben kann. Daraus gilt es, Lehren zu ziehen. Erste Schritte sind erfolgt: Remscheid schafft 25 stationäre Sirenen an, die flächendeckend im Stadtgebiet verteilt werden, um das bisherige Warnsystem mit den mobilen Alarmanlagen der Feuerwehr zu optimieren. Zudem lässt die Verwaltung prüfen, inwiefern sich der Eschbach im Zuge der Freibadsanierung renaturieren lässt. Denn es wäre höchst fahrlässig, wenn Remscheid die Anlage mit Millionenaufwand in Schuss bringen würde, ohne sie vor Überflutungsgefahren zu schützen. Und dann gibt es auch noch die Nachhaltigkeitsstrategie, an der in Arbeitsgruppen von Rat und Verwaltung seit über eineinhalb Jahren getüftelt wird. Dahinter verbergen sich rund 120 Einzelmaßnahmen und diverse Themenfelder. So wird „generationengerechter und bezahlbarer Wohnraum in lebendigen Quartieren“ angestrebt. Ein weiteres Ziel müsse „regionale Wertschöpfung“ sein. Es gelte, durch „innovative, ökologische und soziale Entscheidungen“ ein „nachhaltiges Wirtschaftssystem“ zu fördern.

Aber: Die beste Strategie bewirkt nichts, wenn sie nicht befolgt wird. Und so stellen sich - abseits von vagen Formulierungen - ganz konkrete Fragen bei der Stadtentwicklung: Ist es, auch vor dem Hintergrund der Ereignisse vor einem Jahr, noch geboten, überhaupt darüber nachzudenken, weitere Flächen zu versiegeln? Sollte die Stadt Remscheid nicht längst Abschied nehmen von den Plänen, auf der grünen Wiese in Bergisch Born zwei Gewerbegebiete zu errichten? Passt die Wohnsiedlung in der Lenneper Ortslage Knusthöhe tatsächlich noch in die Zeit? Die Bauweisen können ja noch so ökologisch sein: Natur und Landschaft gehen durch die Großprojekte aber verloren.

Und: Im Sinne von mehr Nachhaltigkeit, die einen Beitrag leisten soll, dem Klimawandel zu begegnen, sollten Flächen doch eher entsiegelt, statt versiegelt werden. Wer über die Zukunft Remscheids entscheidet, muss Antworten auf diese und andere Fragen finden - und dabei auch die Ereignisse von vor einem Jahr im Blick behalten.

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