Prozess

Urteil: Landgericht glaubt der Aussage der Tochter

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Das Landgericht in Wuppertal.

Remscheider wegen Vergewaltigung zu vier Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.

Von Dirk Lotze

Remscheid. Ein getrennt lebender Familienvater (45) aus Remscheid muss wegen Vergewaltigung seiner ältesten Tochter ins Gefängnis. Das Landgericht Wuppertal verurteilte den Mann wegen eines Geschehens 2015 zu vier Jahren und sechs Monaten Gefängnis. Gegen die Entscheidung sind Rechtsmittel noch möglich; Bewährung ist bei der Höhe der Strafe ausgeschlossen. Der vorsitzende Richter stellte fest: „Wir glauben der Tochter.“

Der Angeklagte ist wegen Gewalttaten und Drogenverstößen vorbestraft, die Vergewaltigung hat er bestritten. Laut Urteil lebte die Familie zur Tatzeit gemeinsam außerhalb. Am Morgen des 19. März 2015 habe der Mann seine damals 17 Jahre alte Tochter ins Schlafzimmer gerufen. Dort habe er den gewaltsamen Übergriff begangen. Das Gericht hatte die Tochter unter Ausschluss der Öffentlichkeit befragt. Die Mutter hatte ausgesagt, sie sei am Morgen zur Arbeit gegangen. Die Tochter habe sich ihr kurz vor dem folgenden Weihnachtsfest erstmals anvertraut.

Die Familiensituation eskalierte nur Tage später: Der Angeklagte habe in der damaligen Wohnung randaliert und einen Gewaltausbruch ausgelebt. Er habe Verdacht gehabt, einer seiner Freunde habe eine Beziehung zur Tochter begonnen. Mehrere Familienmitglieder erlitten Verletzungen, ein dramatischer Polizeieinsatz folgte. Wie nebenbei sollen die Beamten den Vergewaltigungsvorwurf erfahren haben. Der Angeklagte kam vorübergehend in eine geschlossene, psychiatrische Klinik. Frau und Kinder zogen aus der gemeinsamen Wohnung aus. Die inzwischen geschiedene Frau berichtete über den Angeklagten: „Er hat seine Tochter als sein Eigentum betrachtet.“ Das Paar war 20 Jahre verheiratet.

Für die Vergewaltigung gab es keine neutralen Zeugen. Laut Gericht überzeugte die Aussage der Tochter durch viele Einzelheiten: „Das denkt man sich nicht aus.“ Das Familienleben sei von Gewalt geprägt gewesen. Der Angeklagte wiederum habe Gewalt als vorgebliche Lösung von Konflikten schon durch seine beiden Eltern gelernt.

Zusätzlich folgte das Gericht dem Gutachten eines Psychiaters: Zwar sei der Angeklagte während des weihnachtlichen Gewaltausbruchs schuldunfähig gewesen, wohl durch extremen Drogenkonsum. Während der Vergewaltigung sei er aber als voll zurechnungsfähig anzusehen. Der 45-Jährige soll zur Zeit des Geschehens seine Tage mit Amphetamin, Marihuana und Computerspielen gestaltet haben. Der Mann soll die Drogen inzwischen überwunden haben. Er befand sich nicht in Untersuchungshaft und bleibt in Freiheit, bis sein Urteil rechtskräftig wird.

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