Die Woche von Axel Richter

Das Land darf sich eine solche Stümperei nicht leisten

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  • Axel Richter
    VonAxel Richter
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Der Auftakt der Terminvergabe für die Corona-Schutzimpfungen lief alles andere als glatt.

Armin Laschet hat Recht: „Es ist lebensfremd, zu glauben, dass es gut geht, wenn alle gleichzeitig zum Telefonhörer greifen“, erklärte der NRW-Ministerpräsident nach dem in Gänze vermurksten Auftakt der Terminvergabe für die Corona-Schutzimpfungen. Deshalb hätte es auch von vornherein anders laufen müssen.

Eine Staffelung wäre das Gebot der Stunde gewesen. Alphabetisch nach dem Namen zum Beispiel. Stattdessen hat die Landesregierung den rund eine Millionen Menschen über 80 Jahren erklärt, dass sie sich ab Montag, 8 Uhr, einen Termin zur Verabreichung der wenigen vorhandenen Impfdosen sichern können. Und wunderte sich sodann darüber, dass die Menschen das dann tatsächlich auch taten, woraufhin das ganze System zusammenbrechen sollte.

In der kommenden Woche stellt sich Jens Nettekoven, der für die CDU die Remscheider Interessen im Düsseldorfer Landtag vertritt, in einer telefonischen Bürgersprechstunde den Beschwerden der Menschen. Dafür ist ihm Respekt zu zollen, denn er wird sich einiges anhören dürfen. Auf der anderen Seite sind die Beschwerden bei ihm an der richtigen Adresse, denn es ist die von der CDU geführte Landesregierung, die für das neuerliche Desaster im Kampf gegen Corona zu verantworten hat.

Anstatt die erwartbar hohe Nachfrage entweder durch die lokalen Behörden oder auch durch Profis abarbeiten zu lassen, die sich mit so etwas wie der Ticketvergabe für Großevents auskennen, hat das Land die Kassenärztliche Vereinigung damit betraut. Die zeigt sich damit überfordert. So überfordert, dass den ratlosen oder auch verärgerten Senioren von den Mitarbeitern im Callcenter auch schon mal Geschichten von einem zu kleinen Impfzentrum aufgetischt werden. Oder davon, dass die Stadt Remscheid nicht mehr Termine zur Verfügung stelle. Beides ist nachweislich falsch. Doch die Wirkung bleibt verheerend, denn die Folge des Schwarzen-Peter-Spiels ist, dass am Ende keiner mehr weiß, was noch stimmt und was wem zu glauben ist.

In der Corona-Pandemie ist das Wasser auf die Mühlen derer, die ebenfalls in dieser Woche wieder in Remscheid von sich reden machten: selbst ernannte Gesundheitsexperten und Verschwörungsideologen. Sie freuen sich über jeden Fehler, der Zweifel an der Glaubwürdigkeit staatlicher Institutionen nährt. Auch deshalb darf sich eine Landesregierung eine solche Stümperei, wie wir sie bei der Terminvergabe für die Über-80-Jährigen erlebt haben, nicht leisten.

TOP Pferdestall: Junge Menschen halten die Erinnerung an Holocaust wach.

FLOP Hilflose Behörden: Terror gegen Wirtepaar nimmt kein Ende.

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