Landtagswahl NRW 2022: SPD-Spitzenkandidat Thomas Kutschaty und Saskia Esken in Remscheid

Der SPD-Spitzenkandidat für die NRW-Landtagswahl, Thomas Kutschaty (M.), wurde begleitet von der Bundesvorsitzenden der SPD, Saskia Esken, sowie vom Remscheider Landtagsabgeordneten Sven Wolf. Foto: Michael Schütz
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Der SPD-Spitzenkandidat für die NRW-Landtagswahl, Thomas Kutschaty (M.), wurde begleitet von der Bundesvorsitzenden der SPD, Saskia Esken, sowie vom Remscheider Landtagsabgeordneten Sven Wolf.

Nach der Fahrt über die Müngstener Brücke machte die SPD-Spitze Halt im Röntgen-Museum.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Nachdem ihr Mann vor 16 Jahren gestorben war, entschied sich Erika Damanik dazu, Menschen auf ihrem letzten Wege zu begleiten. Seit 13 Jahren tut sie dies nun schon – ehrenamtlich. Auch ihre beste Freundin aus Kindertagen begleitete sie. „Beim ersten Mal war mir richtig schlecht, jetzt ist es eine Lebensaufgabe“, erzählte die Remscheider Sterbebegleiterin am Samstagnachmittag im Deutschen Röntgen-Museum.

Sie hatte dabei prominente Zuhörer: die Bundesvorsitzende der SPD, Saskia Esken, den SPD-Spitzenkandidaten für die NRW-Landtagswahl, Thomas Kutschaty, und den SPD-Landtagsabgeordneten für Remscheid und Radevormwald, Sven Wolf. Thomas Kutschaty war beeindruckt von Erika Damaniks Engagement, hörte aufmerksam zu. „Ich versuche mich gerade, in Ihre Lage zu versetzen. Ich finde das emotional hochanspruchsvoll.“

Auf seiner Wahlkampftour machte Thomas Kutschaty Halt im Bergischen, begleitet wurde er dabei von SPD-Co-Parteichefin Saskia Esken, in Remscheid auch vom hiesigen Landtagsabgeordneten Sven Wolf.

Landtagswahl 2022 in Remscheid: Kandidaten, Ergebnisse, Wahlkreis

Von Solingen aus war der 53-jährige Essener mit der S 7 über die Müngstener Brücke Richtung Lennep gefahren. Es war sein erstes Mal. „Ein toller Ausblick. Ich habe schon zu Saskia gesagt: Fast wie bei dir im Schwarzwald“, erzählte Kutschaty im RGA-Gespräch. Beide Politiker hielten die einmalige Aussicht mit ihren Smartphones fest.
Lesen Sie zum Besuch der Spitzenpolitiker auch den Standpunkt von Frank Michalczak.

Im Deutschen Röntgen-Museum wurden Esken und Kutschaty vom sozialdemokratischen Basisteam Remscheids empfangen. Eigentlich wollte man ihnen das Haus Mollplatz 3 zeigen – hier befinden sich die Aidshilfe, die Awo, die Landfrauen, die Deutsch-Italienische Gesellschaft und die Eritrean Community unter einem Dach.

OB Mast-Weisz spricht die aktuellen Themen und Wünsche Remscheids an

Weil die Eritreer aber ein Kaffeefest feierten, war man ins Museum ausgewichen. Kaffee und Schnittchen standen bereit, wovon sich Thomas Kutschaty gern eines gönnte. „Herzlich willkommen in einer Stadt, in der es viele Herausforderungen gibt – unter anderem die Versorgung der Ukraine-Flüchtlinge und mit sorgenvollem Blick in Richtung Gas und Öl“, begrüßte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) und überreichte der SPD-Spitze Geschenke: Bücher vom Deutschen Röntgen-Museum. Für den Durchblick.

Im Austausch mit den Ehrenamtlern, moderiert vom OB, fand Saskia Esken lobende Worte: „Danke, dass Sie das Ehrenamt aufrechterhalten. Zivilgesellschaftliches Engagement kommt aus den Herzen der Menschen. Der Staat könnte diese Aufgaben gar nicht allein leisten.“

Deshalb sei es wichtig, dass das Ehrenamt auch weiter gefördert werde. Thomas Kutschaty, der sich in Jeans, Sakko und weißen Sneakern bürgernah gab, stimmte zu. „Ehrenamt ist unverzichtbar in unserer Gesellschaft. Durch den direkten Kontakt auf Augenhöhe sind viele Zugänge für die Menschen leichter.“

Nach einem Exklusivinterview mit dem RGA ging es für Kutschaty und Esken weiter zum Ukraine-Zentrum. Genau in dem Moment, als die SPD-Spitze das Museum verließ, hielt Stadtführer Lothar Vieler alias Gustav om Hackenberge mit seiner Gruppe vor der Tür. Kurzerhand überreichte er Thomas Kutschaty einen Flyer mit dem Bergischen Heimatlied. „Damit Sie uns besser verstehen.“

Das Exklusivinterview mit Thomas Kutschaty lesen Sie am Dienstag im RGA.

Standpunkt von Frank Michalczak: Umkämpfter Wahlkreis

frank.michalczak@rga.de

Am Samstag schaute SPD-Spitzenkandidat Thomas Kutschaty im Lenneper Röntgen-Museum vorbei, am Donnerstag besichtigt Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) die Firma Dirostahl in Lüttringhausen. Das Interesse führender Politiker am Wahlkreis 36 mit Remscheid und Radevormwald ist offenbar groß.

Möglicherweise ist dies auch ein Fingerzeig darauf, dass es in den beiden Städten bei den Wahlen am 15. Mai durchaus knapp zugehen könnte und dass sich somit publikumswirksame Auftritte lohnen, um die Stimmen Unentschlossener zu gewinnen. Zweimal hat Sven Wolf (SPD) in Remscheid das Direktmandat geholt. Bei der letzten Wahl, im Jahr 2017, gewann hingegen Jens Nettekoven (CDU) die meisten Erststimmen im gemeinsamen Wahlkreis mit der Nachbarstadt, der damals formiert wurde.

Da könnte auch 2022 buchstäblich jede einzelne Stimmen zählen, wobei das Schicksal der Kandidaten nicht nur von der prominenten Unterstützung abhängig ist – sondern vor allem vom Trend für die jeweiligen Parteien. Und da kann sich in den nächsten zwei Wochen noch vieles bewegen.

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