Erinnerungskultur

Kunstschaffende müssen selbst Nachlassvorbereitungen treffen

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Wenn ein Kunsterbe als Teil des regionalen oder nationalen Kulturerbes erhalten werden soll, muss ein Werkverzeichnis her.

Von Philipp Müller

Bergisches Land. Als Ansprechpartner in Sachen Erhalt von Kunst und Erinnerungskultur ist die Stiftung Kunstfonds in der Pulheimer Abtei Brauweiler Anlaufpunkt für Erben und auch für lebende Kunstschaffende. Dort wird seit 2010 ein Archiv für ein nationales Kunsterbe aufgebaut. Doch die Kapazitäten sind vor allem auch als ein Modell-Projekt gedacht, allgemeine Wege des Kunsterhalts aufzuzeigen, erklärt die Leiterin des Archivs, die Kunsthistorikerin Anna Wondrak.

Mehrere Beratungsgespräche rund um Nachlässe führe das Archiv wöchentlich. „Das Interesse ist riesengroß“, sagt Nachlass-Expertin Wondrak. Obwohl nur Kunst mit überregionaler Bedeutung überhaupt für das Archiv in Frage kommt und maximal vier Positionen pro Jahr aufgenommen werden, gebe es doch eine Strategie, die für alle Kunstschaffenden für den Nachlass gilt: Das ist ein umfassendes und gut strukturiertes Werkverzeichnis. Denn egal, ob die Kunst anschließend für den Kunstfonds interessant ist, auf anderen Wegen verkauft oder verschenkt wird oder in einer Stiftung landet, eine detaillierte Übersicht des Schaffens ist da immer hilfreich als Basis aller Entscheidungen.

Daher bietet die Stiftung Kunstfonds ein Förderprogramm für Werkverzeichnisse an. Ein Auszug aus den Richtlinien: „Das Förderprogramm unterstützt einzelne bildende Künstler beziehungsweise deren Rechtsnachfolger bei der Verzeichnung und Inventarisierung eines künstlerischen Oeuvres. Der Schwerpunkt der Förderung liegt auf den Honorarkosten für die Bearbeiter und den projektbezogen erforderlichen Honorar-, Sach- und Reisekosten.“

Kunst soll auf erhaltenswertes Konvolut beschränkt werden

Bis zu 30 000 Euro beträgt die Fördersumme, aus der auch Honorare für Experten bezahlt werden können. Jenny Fleischer, Sprecherin der Stiftung, sagt zum allgemeingültigen Ziel: „Künstler sollen nicht einfach verschwinden.“ Und doch müssten sich alle darauf konzentrieren, ihre Arbeiten auf ein erhaltenswertes Konvolut zu reduzieren, ergänzt Anna Wondrak. So ein Werkverzeichnis soll zum Beispiel Entstehungsjahre, Bildrechte, Verkaufsbelege, Ausstellungsnachweise, Biografien enthalten. Alles zusätzlich zu digitalisieren hilft auch. Eine Jury entscheidet über die Förderanträge, die die Stiftung vergibt. Mehr Infos dazu unter: https://t1p.de/knppv

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