Jugendspielfeld ist schon fertig

Sportanlage Hackenberg: Kunstrasen nimmt Konturen an

Markus Dobke vom Remscheider Sportamt präsentiert die Baustelle in Hackenberg.
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Markus Dobke vom Remscheider Sportamt präsentiert die Baustelle in Hackenberg.
  • Frank Michalczak
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Baumaßnahme in Hackenberg soll im Herbst abgeschlossen sein.

Remscheid. Markus Dobke hat für die Fußballer in Lennep eine gute Nachricht: Wer möchte, kann wieder auf der Sportanlage Hackenberg auf Torejagd gehen – jedenfalls auf dem Jugendspielfeld, das in den vergangenen Monaten einen neuen Belag erhalten hat. „Er ist leider drei Wochen später als geplant fertig geworden. Das lag auch in diesem Fall an Materialengpässen“, berichtet der Abteilungsleiter des Remscheider Sportamts, der in diesen Tagen die ersten Kinder beobachtete, die das Areal zum Kicken nutzten. Es wurde von Grund auf instandgesetzt, erhielt eine elastische Tragschicht und Kunstrasen, der den bisherigen ersetzt. Demnächst sollen noch Flutlichtmasten folgen, mit denen die Beleuchtung optimiert wird. „Wie setzen auf LED-Technik und sparen mindestens 50 Prozent Strom“, berichtet Markus Dobke.

Das Jugendspielfeld zählt zur sportlichen Heimat der SG Hackenberg. Die Hauptarena des Vereins in seiner Nachbarschaft wirkt derweil noch wie eine Mondlandschaft, in der sich Baufahrzeuge verlieren. Der Ascheplatz ist verschwunden. „Ich vermute, viele in meiner Generation tragen noch Teile von ihm mit sich herum“, erklärt Dobke mit Blick auf einen Belag, der seine Spuren bei so manchem Kicker hinterlassen hat - und längst nicht mehr zeitgemäß war.

Dies hatte Folgen für die SG Hackenberg, die gerade im Jugendbereich einen Aderlass beklagte und nun neue Hoffnung schöpfen kann. „Denn Mitte Oktober sollte der Kunstrasen fertig sein. Wir streben dieses Ziel jedenfalls an“, kündigt Dobke an. 98 mal 62 Meter umfasst das Areal, auf dem künftig die Hackenberger Teams und ihre Gäste kicken können.

Sportplatz Hackenberg: Tartanbahn und Multifunktionsplatz entstehen

Zudem werden auf dem gesamten Gelände Leichtathletik-Einrichtungen gebaut, die insbesondere dem Schulsport dienen sollen. Hinter dem Hauptspielfeld entstehen vier Hundert-Meter-Bahnen. Am Rande eines Multifunktionsplatzes sind Einrichtungen für Hoch- und Weitsprung sowie Kugelstoßen vorgesehen. Bei den Planungen arbeitete Markus Dobke mit Sabine Ferreira Goncalves (Technische Betriebe Remscheid) zusammen.

Diese Leichtathletik-Anlagen sollen kompensieren, was durch den Wegfall des Röntgen-Stadions verschwindet. Es soll nach den Plänen der Stadt nach dem Ende der Outlet-Pläne anderweitig vermarktet werden. Nicht jeder ist damit glücklich - auch nicht Klaus Kreutzer, Vorsitzender des Lenneper Verkehrs- und Fördervereins. Er freue sich nur mit „angezogener Handbremse“, dass die Hackenberger den Kunstrasenplatz und einige Leichtathletik-Einrichtungen erhalten. „Denn es bleibt dabei: Dies ist kein adäquater Ersatz für das, was im Röntgen-Stadion verloren gehen würde“, erinnert Kreutzer an die 400-Meter-Rundbahnen, die es in Hackenberg nicht geben wird.

Er habe die Worte der ehemaligen OB Beate Wilding (SPD) noch bei den ersten Planungen für das Outlet-Center im Ohr, wonach im Röntgen-Stadion keine Bagger anrollen, bevor alternative Ersatzflächen geschaffen worden seien. Genau diese „alternative Ersatzflächen“ sieht Klaus Kreutzer in Hackenberg nicht. „Schade, dass politische Aussagen oft nur eine Halbwertzeit der Legislaturperioden haben“, beklagt der Vereinsvorsitzende.

Rund 1,8 Millionen Euro kostet die Gesamtmaßnahme in Hackenberg, wobei die SG Eigenleistung eingebracht hat - im Gegenwert von 50 000 Euro, wie Markus Dobke berichtet. Demnächst seien die Helfer noch einmal gefragt, wenn es gilt, betagte Zaunanlagen zu beseitigen, die durch neue ersetzt werden.

Sportanlage

Die geplante 200-Meter-Bahn kehrt erst dann in die Überlegungen zurück, wenn das Röntgen-Stadion tatsächlich abgerissen wird. Eine 400-Meter-Rundbahn ist aus topographischen Gründen in Hackenberg kaum realisierbar. Rund 1,55 Millionen Euro fließen in den neuen Kunstrasenplatz. Mit einem Aufwand von etwa 200 000 Euro wird das Jugendspielfeld ertüchtigt, inklusive neuer Flutlichtmasten.

Standpunkt von Frank Michalczak: Getrübte Freude

frank.michalczak@rga.de

Über Jahre hinweg durfte die SG Hackenberg von einem kleinen, aber feinen Stadion träumen – mitsamt Tribüne und allem, was zu einem höherklassigen Spielbetrieb dazugehört. Die Finanzierung war allerdings abhängig vom Bau des Outlet-Centers, wobei Remscheid die Verkaufserlöse der DOC-Grundstücke in Hackenberg investieren wollte. Nun ist daraus eine kleine Lösung geworden: Auf dem Ascheplatz wird Kunstrasen verlegt. Das Jugendspielfeld in der Nachbarschaft hat bereits einen neuen Belag erhalten. Der SG erfüllt die Stadt damit einen großen Wunsch und baut nebenbei auch noch Leichtathletik-Anlagen auf dem Areal. Aber: Diese können das Angebot im Röntgen-Stadion, das die Stadt weiterhin aufgeben und vermarkten will, nur bedingt ersetzen. Es lässt sich nicht wegdiskutieren, dass Lennep die 400-Meter-Laufbahn im Röntgen-Stadion verlieren soll. Und diese bildet nun einmal das Herzstück der Leichtathletik. Dies trübt dann doch die Freude.

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