In der Szene herrscht Unsicherheit

„Kulturloge“ könnte Theatern in Remscheid helfen

Karl Heinz Humpert (CDU) sitzt bereits seit vielen Jahren dem Ausschuss für Kultur und Weiterbildung vor.
+
Karl Heinz Humpert (CDU) sitzt bereits seit vielen Jahren dem Ausschuss für Kultur und Weiterbildung vor.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
    schließen

Ausschussvorsitzender schlägt Projekt vor.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Mit der „Kulturloge“ könnte Remscheid nicht nur den Kulturstätten besser besuchte Veranstaltungen bescheren, sondern auch denjenigen helfen, die nicht auf der Sonnenseite stehen: Der Vorsitzende des Kultur- und Weiterbildungsausschusses, Karl Heinz Humpert (CDU), bringt ein Modellprojekt ins Spiel, das bereits in Wuppertal und Dresden erfolgreich umgesetzt wird. „Es wäre doch schön, wenn wir so etwas auch in Remscheid verwirklichen könnten – aber wir bräuchten dafür Initiatoren“, gibt er einen ersten gedanklichen Anstoß.

Das Projekt: Im Theater, Kino, Sport oder bei Konzerten bleiben oft zahlreiche Plätze leer. Diese nicht verkauften Karten stellen Veranstalter der Kulturloge kostenlos zur Verfügung. Dabei handelt es sich meist um Kartenkontingente, weil ganz besonders die Veranstalter und Künstler möchten, dass die Menschen mit wenig Geld in den Genuss ihrer künstlerischen Darbietungen kommen. Sie melden sich dafür an und erklären, wofür sie sich interessieren: Film, Sport, Musiktheater, Lesung, Workshop, Theater. Berechtigt zur Teilnahme sind Ältere und jüngere Menschen, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, Menschen mit und ohne Handicap, geflüchtete Menschen, Großfamilien, Alleinerziehende, sogar Jugendliche und Kinder, die über ein geringes Einkommen verfügen. Sie müssen bei ihrer Anmeldung zu dem Projekt einen Nachweis vorlegen.
Der Spielplan des Teo Otto Theaters für die kommende Saison

Das kommende Programm im Rotationstheater

„Bürgerschaftliches Engagement wäre hier schön, um eine Kulturloge in Remscheid zu etablieren, jedoch mit einer gewissen Beteiligung der Stadt“, sagt Humpert. Zum Beispiel könnte das Seniorenbüro als Anlaufstelle dienen. In Wuppertal läuft das Projekt über einen Serviceclub, in Dresden über die Bürgerstiftung. Alles vor dem Hintergrund der Frage: Wie bekommen wir wieder mehr Gäste ins Theater?

Krise: Denn die Kulturstätten müssen in der immer noch währenden Pandemie weiter kämpfen. Und nun, durch den Ukraine-Krieg und die gestiegenen Energie- und Lebenshaltungskosten, überlegen sich viele Menschen: Investiere ich in Strom und Gas oder in ein Theaterticket? „Es herrscht im gesamten Kulturbereich eine große Unsicherheit“, sagt Karl Heinz Humpert. „Kultureinrichtungen sind Einrichtungen, die einerseits für die Menschen etwas Wesentliches sind, aber am Ende eines Katalogs stehen.“

Welche finanziellen Hilfen überhaupt von Bund und Land in der Kommune ankämen, sei noch nicht abschließend geklärt. Und für wen gilt das dann? Fragen über Fragen. Eines ist für den Kulturpolitiker klar: „Wir hatten zwei Mal einen Notfallfonds Kultur in Remscheid, da will ich auf keinen Fall wieder hin.“ Denn das könne sich Remscheid schließlich keinesfalls auf Dauer erlauben. „Ich bin aber sicher, man findet eine Lösung“, macht der Kulturausschussvorsitzende Mut.

„Kulturloge“: Theaterchef sieht Haken

Die Idee des Kulturausschussvorsitzenden Karl Heinz Humpert (CDU), eine Remscheider „Kulturloge“ einzurichten, die es bereits in anderen deutschen Städten gibt, findet Teo-Otto-Theaterchef Lutz Heinrichs „smart“. Jedoch habe das Modell „Haken und Ösen“. Man müsse vorsichtig herangehen und genau überlegen. Derzeit diskutiere man die Idee intern.

Bei der „Kulturloge“ erhalten benachteiligte Bürger eine Freikarte für Kultur- oder Sportveranstaltungen, finanziert von einer Organisation. So werden Plätze im Theatersaal gefüllt.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Bundesweite Razzia wegen Hass im Internet: Polizei durchsucht auch Wohnung in Remscheid
Bundesweite Razzia wegen Hass im Internet: Polizei durchsucht auch Wohnung in Remscheid
Bundesweite Razzia wegen Hass im Internet: Polizei durchsucht auch Wohnung in Remscheid
Drogerie und Markt beim Aldi im Südbezirk: „Weg wird steinig“
Drogerie und Markt beim Aldi im Südbezirk: „Weg wird steinig“
Drogerie und Markt beim Aldi im Südbezirk: „Weg wird steinig“
Aldi kommt ins Allee-Center – Eröffnungstermin steht fest
Aldi kommt ins Allee-Center – Eröffnungstermin steht fest
Aldi kommt ins Allee-Center – Eröffnungstermin steht fest
Wie ein Familienvater an Aids erkrankte
Wie ein Familienvater an Aids erkrankte
Wie ein Familienvater an Aids erkrankte

Kommentare