Energiekrise

Kultur: Bei Gasmangel greift der Stufenplan

Theater-Chef Lutz Heinrichs (l.) und Gebäudemanager Thomas Judt vor den elektronischen Heizpumpen des Teo Otto Theaters. Eine Leitzentrale steuert die Anlage von der Hindenburgstraße aus.
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Theater-Chef Lutz Heinrichs (l.) und Gebäudemanager Thomas Judt vor den elektronischen Heizpumpen des Teo Otto Theaters. Eine Leitzentrale steuert die Anlage von der Hindenburgstraße aus.
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Die Stadt erklärt, wie sie mit ihren Häusern in der Not verfahren würde.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Noch sind die Gasspeicher gut gefüllt – weil die Nachfrage aktuell aufgrund milder Temperaturen niedrig ist. Doch wie sieht es aus, wenn es knackig-kalt im Bergischen wird und Gas zur Mangelware? Diese Frage mag noch niemand zu beantworten. Trotzdem bereitet sich die Stadt Remscheid auf den Fall „Was wäre, wenn?“ vor. Welche Vorkehrungen sie bei ihren Kultureinrichtungen angesichts der aktuellen Energiekrise und vor allem in Hinblick auf den Winter trifft, diese Frage treibt nicht nur die CDU-Fraktion um, die eine entsprechende Anfrage für den Ausschuss für Kultur- und Weiterbildung gestellt hat. Das ist der Plan der Stadtverwaltung:

Stufenmodell: Sollte tatsächlich das Gas im Herbst oder Winter zur Mangelware werden, würde grundsätzlich ein Stufenplan greifen. Für das Deutsche Werkzeugmuseum und das Deutsche Röntgen-Museum heißt das: Die Energieversorgung würde im ersten Schritt auf die Hauptgebäude und das Kernangebot gebündelt. Sofern nötig, würde erst einmal das Angebot eingeschränkt, bevor eines der Museen geschlossen würde. Im Teo Otto Theater, der größten Kultureinrichtung der Stadt,würden in einem ersten Schritt nur noch diejenigen Vorstellungen stattfinden, die eine Mindestauslastung aufweisen. Erst danach wäre eine Schließung denkbar. Bei der Musik- und Kunstschule käme zunächst ein Verzicht auf sämtliche Veranstaltungen in Betracht, für die externe Räume angemietet werden müssen. Stufe 2 wäre dann die Umstellung auf Online-Unterricht, wenn möglich. Letzte Maßnahme wäre n eine teilweise oder komplette Schließung der MKS. Auch bei der Bibliothek würde ein Stufenmodell greifen: Sollte es eng werden, würde die Stadt erst einmal die Öffnungszeiten aller drei Standorte reduzieren. In einem zweiten Schritt müssten die Stadtteilbibliotheken schließen, erst danach die Zentralbibliothek.

Ziel: Die Stadt möchte ihre kulturellen Einrichtungen und Gebäude so lange geöffnet lassen, wie es die Energieversorgungslage zulässt. Die Entscheidungen hierzu bleiben dem Krisenstab vorbehalten. Eine Schließung einzelner oder aller Einrichtungen sei jedoch nicht ausgeschlossen.

Sparpotenzial: Bereits seit Jahren versucht das Gebäudemanagement, Energie zu sparen – zum Beispiel mit energiesparender Beleuchtung oder nutzungsorientierter Betriebstemperatur. So auch im Teo Otto Theater: Über ein zentrales elektronisches System kann die Temperatur in einzelnen Räumen individuell angepasst werden.

Passend zum Thema: Wegen Energiekrise: Gießerei erwägt Verlagerung ins Ausland

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