400 Jahre alt

Kult-Schuh erobert von Remscheid aus Deutschland

Inga Bauer bringt Deutschland die Veldskoen-Schuhe – die farbigen Sohlen sind Hingucker, Markenzeichen und Symbol der Regenbogen-Nation Südafrika zugleich. Foto: Roland Keusch
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Inga Bauer bringt Deutschland die Veldskoen-Schuhe – die farbigen Sohlen sind Hingucker, Markenzeichen und Symbol der Regenbogen-Nation Südafrika zugleich.

Sie sind nachhaltig, werden fair produziert und sehen stylisch aus.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Veldskoen-Schuhe aus Südafrika machen sich auf, die Welt zu erobern – spätestens seit US-Schauspieler Ashton Kutcher und Prince Harry in den Leder-Schuhen gesichtet wurden. Auch der deutsche Markt soll nun in Angriff genommen werden. Und zwar von Remscheid aus.

Hier hat Inga Bauer zusammen mit südafrikanischen Verwandten die Veldskoen Germany GmbH gegründet, als deutsche Alleinvertretung für das traditionelle aber optisch aufgemotzte Schuhwerk. Für die bekannte Unternehmerin, ehemals Sprecherin der hiesigen Wirtschaftsjunioren, ein echtes Herzensprojekt, wie sie sagt: „Ich könnte den ganzen Tag über diese Schuhe reden, weil ich so begeistert bin.“

Zurück gehe der Schuh auf ein Modell, das der Stamm der Khoisan, eine Bevölkerungsgruppe, die im Süden und Südwestens Afrikas lebt, bereits vor rund 400 Jahren entwickelt hat, berichtet Inga Bauer. Und zwar für die Feldarbeit, daher auch der Name, der übersetzt schlicht Feldschuh bedeutet. Vor ein paar Jahren haben zwei südafrikanische Marketingexperten das Prinzip aufgegriffen. Und optisch aufgefrischt.

Produziert würden die Schuhe bis heute von Hand nahe Durban in der südafrikanischen Provinz KwaZulu-Natal, sagt Inga Bauer: „Dabei wird darauf geachtet, dass die Region von der Produktion profitiert.“ Unter anderem durch faire Löhne für die Mitarbeiter und einen Einkauf möglichst vor Ort. Und weil die Schuhe so langlebig konstruiert seien und aus natürlichen Materialien hergestellt würden, seien sie auch nachhaltig.

Zwei Grundmodelle gibt es bei Veldskoen, die beim Obermaterial und anderen Details variiert werden. Auffälligstes Merkmal sind die farbigen Sohlen. Im Sortiment gibt es Blau, Rot, Rosa, Grün, Gelb, Orange und Pink. Und für nicht ganz so Mutige auch Braun und Grau. Die Farbe findet sich zudem bei den Schnürriemen oder im Fall der Chelsea-Boots beim Gummibandeinssatz am Fußgelenk wieder. Alle Modelle gibt es für Damen wie für Herren, von Größe 37 bis 46. Kinderschuhe und Flip-Flops sollen bald folgen, sagt Inga Bauer.

„Ich verkaufe nicht nur einen Schuh. Ich verkaufe ein Stück Südafrika.“ 

Inga Bauer, Unternehmerin

Dabei sei die farbige Sohle mehr als ein Hingucker, erklärt die Remscheider Unternehmerin: „Das spiegelt auch die Lebensfreude in Südafrika wider.“ Schließlich bezeichne man das Land auch als Rainbow-Nation, als Regenbogen-Nation. So repräsentiere der Veldskoen-Schuh ein Stückweit das ganze Land: „Ich verkaufe nicht nur einen Schuh“, sagt Inga Bauer. „Ich verkaufe ein Stück Südafrika.“

Diese nationale Identität spielte bei der Entstehung der aktuellen Variante der Veldskoen eine entscheidende Rolle. Beim Einmarsch der Nationen bei den letzten Olympischen Spielen sei den Marketingexperten Nick Drey und Ross Zondagh aufgefallen, dass die südafrikanischen Athleten kein für ihr Land typisches Kleidungsstück trugen, berichtet Inga Bauer. Also griffen beide auf die „Vellies“ genannten südafrikanischen Kultschuhe zurück. Und gründeten damit nicht nur eine Marke, sondern erreichten auch ein anderes Ziel: Bei den nächsten Olympischen Spielen in Tokio, die coronabedingt auf Juli und August 2021 verschoben wurden, sollen die südafrikanischen Olympioniken mit Veldskoens ausgestattet werden.

Das dürfte – nach Ashton Kutcher und Prince William – für den nächsten Schub sorgen, hofft Inga Bauer. Dass den US-Vertrieb Mark Cuban, vielen als Besitzer des NBA-Teams Dallas Mavericks und damit Ex-Arbeitgeber von Dirk Nowitzki bekannt, übernommen hat, dürfte ein weiteres Indiz sein, dass Veldskoen ein glänzende Zukunft bevorsteht.

Dafür ist Bauer gerne bereit, geschäftliches Neuland zu betreten. Bisher hatte sich als Geschäftsführerin der Bauer & Böcker GmbH vor allem mit LED-Leuchten und Magnet-Werkzeugen zu tun. „Aber was man verkauft, ist doch egal“, sagt sie. „Man muss nur begeistert davon sein.“ Zudem könne sie auf viel Know-how ihrer Partner in Südafrika zurückgreifen. „Jeder macht den Part, den er am besten kann. Und den Rest muss man dann halt lernen.“

Vertrieb

Einziger Vertriebsweg in Deutschland ist zum Start ein Online-Shop. Später sei auch der stationäre Verkauf denkbar, sagt Inga Bauer. Händler könnten sich über die Homepage melden.

veldskoenshoes.de

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