Benefizaktion für Bad Münstereifel

Margarita Krüllmann verkauft Werke für Hochwasser-Opfer

Margarita Krüllmann trennte sich von ihren Werken – es ging ihr dabei um einen guten Zweck. Foto: Michael Schütz
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Margarita Krüllmann trennte sich von ihren Werken – es ging ihr dabei um einen guten Zweck.

Flutkatastrophe: Margarita Krüllmann trennt sich für den Wiederaufbau in Bad Münstereifel von ihren Bildern. Offene Galerie ist in der Küppelsteiner Straße 3 geöffnet.

Von Sabine Naber

Remscheid. In Margarita Krüllmanns Atelier an der Küppelsteiner Straße gaben sich am Samstag die Besucher den ganzen Tag über die Klinke in die Hand. Um Spenden für das vom Hochwasser betroffene Iversheim, ein Stadtteil im Norden von Bad Münstereifel, zu sammeln, hatte sich die Malerin entschlossen, zu einem Tag der offenen Tür in die Küppelsteiner Straße 3 einzuladen und 100 ihrer Bilder zu verkaufen. Und zwar für die Hälfte des eigentlichen Preises.

„Meine Tochter wohnt dort, auch ihr Haus ist betroffen, kann aber wieder aufgebaut werden. Da kam mir die Idee, Geld für den Spielplatz zu sammeln, den es auch stark getroffen hatte“, erzählt Margarita Krüllmann, die in den vier Zimmern ihres Ateliers die unterschiedlichsten Bilder und Formate präsentiert.
Auch das Technische Hilfswerk aus Remscheid war nach der Hochwasser-Katastrophe in Bad Münstereifel im Einsatz: Remscheider rücken wieder ins Hochwasser-Gebiet aus

„Zuletzt habe ich vorwiegend Landschaften gemalt, Erinnerungen an meine Urlaube“, berichtet die Künstlerin. Aber auch der Sirachskotten ist zu sehen, ebenso bergische Schieferhäuser, das Krantor, das Wahrzeichen der Stadt Danzig, Remscheid bei Nacht, ein Rosenzweig, auf dem die Noten eines Wanderliedes in Gold zu erkennen sind oder auch Kinder, die über Wiesen laufen oder an der Hand ihrer Mutter gehen. „Ich versuche immer mal wieder etwas Neues. Male mit Acrylfarben, aber auch Aquarelle und Ölbilder. Für die Benefizausstellung heute habe ich mich bemüht, die einzelnen Motive auf einer Wand zusammenzubringen. Oder auch nach Farben aufzuteilen.“

Margarita Krüllmann: Die Liebe zur Malerei begleitet sie durch ihr Leben

„Haben Sie die alle selbst gemalt? Das ist ja unglaublich“, staunt eine Besucherin. „Ich habe schon als Kind gut gemalt. Meine Mutter mochte es sehr, dass ich ein selbstgemaltes Bild dazu legte, wenn sie im Krieg einen Brief an meinen Vater geschickt hat“, erzählt Margarita Krüllmann.

Die Liebe zur Malerei blieb, auch wenn es als Arzthelferin beruflich in eine ganz andere Richtung ging. Sie habe sich immer wieder weitergebildet, in der Akademie und bei der VHS Malkurse belegt und neue Techniken erlernt. Inzwischen teilt sie ihre Freude an der Malerei, gibt selbst schon seit vielen Jahren Malstunden für Erwachsene und Kinder. „Das macht das Leben schöner“, ist die Künstlerin überzeugt.

Aus Iversheim war Martha Müller-Heinen am Mittag mit zwei Fluthelferinnen angereist. Sie ist Mitglied des Dorfverschönerungsvereins, der die Spenden für die Neugestaltung des Spielplatzes entgegennimmt. „Als mich Frau Krüllmann anrief und fragte, wo Geld besonders dringend gebraucht würde, da habe ich ihr vom Spielplatz erzählt. Er ist zugleich ein Treffpunkt im Dorf. Denn als Erzieherin in einem Kindergarten schlägt mein Herz für die Kleinsten“, betont sie. Das Hochwasser hatte den Platz völlig überflutet.

Wassermassen hinterließen verheerende Schäden

Ganze Fundamente müssten dort raus, bevor alles wieder neu hergerichtet werden kann. Neben den Spielgeräten würden auch Sitzbänke gebraucht. „Wir sind nach Remscheid gekommen, weil wir die Benefizveranstaltung hier besuchen und etwas über den Zweck, für den das Geld bestimmt ist, erzählen wollten. Denn wir haben gemerkt, dass viele Spendenwillige gerne wissen wollen, was genau mit ihrem Geld passieren wird.“

Margarita Krüllmann wurde in dem kleinen Dorf Lichtfelde in Westpreußen geboren. Zusammen mit ihren sechs Geschwistern habe sie dort eine glückliche Kindheit verlebt, bis sie im Januar 1945 flüchten musste.

Nach Remscheid kam Margarita Krüllmann 1956, weil ihre Schwester hier lebte. „Ich bin hier heimisch geworden. Aber die Sehnsucht nach der alten Heimat blieb.“ Sie sei inzwischen viele Male dort gewesen, habe die Orte ihrer Kindheit wiedergefunden. „Und Sie werden hier viele Bilder sehen, die von dort erzählen“, macht sie deutlich.

Offene Galerie in der Küppelsteiner Straße 3

Die Künstlerin Margarita Krüllmann betreibt an der Küppelsteiner Straße 3 eine offene Galerie. An Wochentagen, außer freitags, lädt sie Erwachsene und Kinder ab fünf Jahren zu Malstunden ein. In diesen Stunden stellt sie ihnen verschiedene Maltechniken vor. Telefonisch anmelden können sich Interessierte unter Tel. (01 72) 2 31 55 33.

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