Krüppelige Zweige müssen weg: So bleibt der Obstbaum fit

Seminarleiter Detlef Regulski (in Latzhose) zeigt den Teilnehmern im Kirchgarten, was weggeschnitten werden darf. Foto: Doro Siewert
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Seminarleiter Detlef Regulski (in Latzhose) zeigt den Teilnehmern im Kirchgarten, was weggeschnitten werden darf. Foto: Doro Siewert

Experte Detlef Regulski klärt auf: Die richtige Schnittzeit ist nicht der Herbst, sondern der Sommer

Von Dela Kirchner

Das Wetter passt, die Sonne scheint – und 18 motivierte Teilnehmer des Obstbaumschnittkurses der Natur-Schule Grund versammeln sich im Kirchgarten, um Tipps zu Werkzeugen, zum Schärfen der Scheren und dem richtigen Sommerschnitt von Obstbäumen zu erfahren.

Detlef Regulski, erfahrener Obstbaumpraktiker und Seminarleiter, macht schnell die oberste Regel dabei klar: „Krüppelige Zweige haben keine Zukunft“, beschreibt der Fachmann. „Alles, was an Zweigen nach unten oder nach innen wächst, kommt weg.“ Klingt rigoros, macht aber durchaus Sinn, wenn die Teilnehmer ihre eigenen Bäume vital und ertragreich halten wollen. „Jungtriebe fördern die Vitalität der Bäume“, erklärt Regulski. „Und es muss unbedingt darauf geachtet werden, dass beim Schneiden der Zweige keine Stummel stehen bleiben. Die Zweige müssen auf Basis der Äste glatt abgeschnitten werden.“

Schnell wird klar, dass es sich beim Schneiden von Obstbäumen um eine kleine Wissenschaft für sich handelt – auch die Richtung, in die die nächste Knospe wächst, ist zur Auswahl der richtigen Schnittstelle entscheidend. Und jede Menge Fachbegriffe gibt es auch – nicht jeder weiß, was ein Halbstamm ist, welche Bedeutung der Mitteltrieb eines Baumes hat und warum die Äste, die das Gerüst für die Baumkrone bilden, möglichst flach vom Stamm abgehen sollten. Bewaffnet mit grüner Latzhose und einem Gurt, der eine japanische Astsäge und die mit Argusaugen gehütete Schere des Profis griffbereit hält, zeigt Detlef Regulski den Teilnehmern eindrucksvoll, dass oft auch voller Körpereinsatz auf der Leiter und im Baum gefragt ist.

Im Kirchgarten der katholischen Kirche Lüttringhausen an der Richard-Pick-Straße bleibt trotz der Menge an Lerninhalt genügend Zeit für die Fragen der Teilnehmer, Selfies mit den Bäumen und für die Beratung durch den Profi.

Trockenes Wetter nach dem Schnitt wäre zur Wundheilung gut

„Es wird viel zu selten erwähnt, dass der Herbst für Schnitte eigentlich ungünstig ist“, sagt Regulski. „Das Wetter ist besonders wichtig. Trockenes Wetter für die ersten zwei Tage nach dem Schnitt ist ideal.“ Dann heilen die durch das Schneiden entstandenen Wunden viel besser ab, und das Infektionsrisiko ist geringer.

Die Obstbaum-Seminare bietet die Natur-Schule regelmäßig an. Infos gibt es unter Tel. 3 74 82 39 und im Internet.

www.natur-schule-grund.de

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