2500 Erdkröten queren den Bereich jede Saison

Kröten kommen in Remscheid bald sicher über die Straße

Gunter Breidbach (l., TBR), Bauleiter Peter Hartmann und Thomas Friese (r., Untere Naturschutzbehörde) gucken durch die Bauteile eines Tunnels. Die drei organisieren den Bau der ersten Amphibienleitanlage, damit die rund 2500 Erdkröten sicher über die Straße kommen. Foto: Roland Keusch
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Gunter Breidbach (l., TBR), Bauleiter Peter Hartmann und Thomas Friese (r., Untere Naturschutzbehörde) gucken durch die Bauteile eines Tunnels. Die drei organisieren den Bau der ersten Amphibienleitanlage, damit die rund 2500 Erdkröten sicher über die Straße kommen.

An der Rader Straße im Bereich der Wuppervorsperre entsteht eine Amphibienleitanlage.

Von Katharina Birkenbeul

Remscheid. Die Wuppervorsperre an der Rader Straße ist ein beliebtes Ausflugsziel für Spaziergänger, Fahrradfahrer und Co. Doch derzeit ist es dort nicht mehr ruhig. Denn: Die Bauarbeiten für die angekündigte Amphibienleitanlage sind in vollem Gange. „Damit können wir leicht etwas für den Naturschutz tun“, sagt Thomas Friese von der Unteren Naturschutzbehörde. Denn, wenn die Amphibien unter fahrende Autos kommen, sterben sie. Das soll mit dem Bau vermieden werden.

„Damit können wir leicht etwas für den Naturschutz tun.“

Thomas Friese, Untere Naturschutzbehörde

Rund 2500 Erdkröten queren den Bereich der Rader Straße jede Saison – wenn Temperatur und Tageslänge stimmen – auf dem Weg zu ihrem Laichgewässer. „Dort ist das größte Erdkrötenvorkommen in Remscheid“, erklärt Friese. Damit sie sicher vom Hang bis zum Wasser und umgekehrt gelangen, helfen vier Tunnel an drei Querungsstellen und Leitbahnen aus Stahlprofilen auf einer Länge von 400 Metern an der Straßen und 300 am Wasserrand.

An der ersten Querungsstelle, die von der B 229 aus kommend erst nach 200 Metern ab Baustellenbeginn erfolgt, werden zwei Tunnel nebeneinander angebracht. „Damit dort kein Stau entsteht, wenn die 2500 Tiere innerhalb einer Woche den Bereich queren“, sagt Gunter Breidbach, zuständig für Straßenunterhaltung bei den Technnischen Betrieben. Der schwerste Tunnel entsteht in der Nähe des Wanderparkplatzes. Aus drei Teilen, die je 3,9 Tonnen wiegen, entsteht die Wanderhilfe für die Kröten. Dieser und ein weiterer Tunnel sind nach unten hingeöffnet, um den Boden so natürlich wie möglich zu gestalten. Zudem bekommt der einzige Anwohner in seiner Einfahrt eine Krötenrinne. So kann dieser die Einfahrt mit seinem Auto nutzen, die Kröten fallen in die Rinne und werden so ebenfalls zu den Tunneln geleitet.

Am schwierigsten einzubauen seien allerdings die Ersten. „Unter denen liegt ein Mischkanal für Abwasser und Co. Da müssen wir drüber kommen. Da dieser auch sehr nah an der Asphaltdecke liegen wird, muss die Statik anders sein“, erklärt Breidbach. Das ist neben dem Felshang eine der Herausforderungen, die auf die Bauarbeiter zukommen.

Beginnen hätten die Arbeiten bereits schon vor Weihnachten können. Die Ausschreibung, bei der die Firma Berster den Zuschlag bekommen hat, ist bereits im Herbst erfolgt. Allerdings habe das Wetter, insbesondere der Schnee, den Start verzögert. Begonnen wurde endlich vor zwei Wochen, gearbeitet wird bis etwa Ende April. „Weil der Wanderzeitpunkt der Kröten jedes Jahr variiert, hoffen wir, den ersten Abschnitt bis zur ersten Querung rechtzeitig fertigstellen zu können“, sagt Breidbach.

Remscheid: Auftragsvolumen beträgt rund 250.000 Euro

Das Auftragsvolumen beträgt rund 250.000 Euro. 80 Prozent davon werden von der EU gefördert, die anderen 20 Prozent sind an alle verteilt, die etwas mit dem Krötenweg oder den Tieren selbst zu tun haben: die Stadt als Straßenbaulastträger, die Untere Naturschutzbehörde sowie der Wupperverband. Mit etwa 15.000 Euro muss jede der drei Parteien rechnen.

„Ich bin gespannt, wie das funktioniert, weil wir in gewissem Maße in die Natur eingreifen und die Kröten sich daran gewöhnen müssen“, sagt Friese, der die Jahre zuvor gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern mit Handschuhen, Eimer und Taschenlampe ausgerüstet, die Kröten selbst über die Straße getragen hat. So auch an der Beyenburger Straße, in der Aue und im Eschbachtal. In Beyenburg suche die Untere Natuschutzbehörde ebenfalls nach einer dauerhaften Lösung.

Vorteil

Beim Bau der neuen Amphibienleitanlage kommt den Verantwortlichen zugute, dass zur selben Zeit Leitungen der EWR und Telekom verlegt werden, um die Versorgung des Anliegers sicherzustellen. „So müssen wir nur einmal die Straße aufreißen und können notwendige Stahlprofile einfacher in den Boden bekommen“, weiß Bauleiter Peter Hartmann. Das liege daran, dass die Versorger 1,20 Meter tief graben, für die Amphibienanlage sind nur 50 Zentimeter erlaubt, und sich das Gelände auflockert.

Das Großprojekt im Südbezirk, der Umbau des Schwanenteichs, wird sehr wahrscheinlich früher beendet als geplant.

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