Wirtschaft

In der Krise boomen die Hofläden

Die Nachfrage nach heimischen Produkten ist gestiegen: Gaby und Hermann Kempe in ihrem Hofladen in Buchholzen – gelegen zwischen Bergisch Born und Baisiepen. Foto: Roland Keusch
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Die Nachfrage nach heimischen Produkten ist gestiegen: Gaby und Hermann Kempe in ihrem Hofladen in Buchholzen – gelegen zwischen Bergisch Born und Baisiepen.

Landwirtschaftliche Direktvermarktung profitiert von Corona.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Große Teile des Einzelhandels ätzen unter Corona. Doch während sich die Lebensmittelgeschäfte noch halbwegs stabil halten, freut sich eine spezielle Unterart über ungeahnten Zuspruch. Die Hofläden, nicht nur im Bergischen Land, verzeichnen in der Krise gestiegene Besucherzahlen. „Das merken wir deutlich“, sagt Gabi Kempe vom Bauernhof Kempe in Bergisch Born. Schon im ersten Lockdown sei die Kundenzahl in dem kleinen Hofladen nach oben geschossen, so Kempe. „Und das ist jetzt fast wieder so.“

Ein Eindruck, den auch die Fördergemeinschaft „Einkaufen auf dem Bauernhof“ bestätigt. Zahlen lägen zwar noch keine vor, heißt es von der bundesweit aktiven Initiative mit Sitz in Berlin. Doch sicher sei, dass die Anzahl der Kunden in der Direktvermarktung zuletzt deutschlandweit stark gestiegen ist.

„Wir haben hier viele junge Familien mit Kindern, die sich bewusster ernähren wollen.“

Gabi Kempe

Gründe dafür gebe es vermutlich viele, glaubt Gabi Kempe: „Viele Kunden wollen zurzeit vielleicht lieber in einem kleinen Laden einkaufen“, sagt sie. Und auch das veränderte Freizeitverhalten der Menschen spiele eine Rolle. Bummeln in Bekleidungsgeschäften sei derzeit nicht sehr beliebt. „Und im Baumarkt waren die dreimal.“ Als Alternative würden viele den Besuch im Hofladen wählen. „Das merken wir daran, dass die Leute sich alles ganz genau anschauen und von allem ein bisschen nehmen“, beobachtet Gabi Kempe. Mancher Kunde lasse auch das Auto am Laden stehen und gehe ein wenig in der Umgebung spazieren.

Zuhause kochen und auf die Herkunft der Produkte achten

Hofläden wie der von Familie Kempe spielen inzwischen für viele Landwirte wirtschaftlich eine wichtige Rolle. „Das direkte Marketing ist für Erzeuger wichtig, um die Absatzprobleme für landwirtschaftliche Rohstoffe zu lösen und den Preiswettbewerb durch eine qualitätsorientierte Produktion zu verringern“, heißt es in einer Studie der Universität Göttingen. Wer also direkt ab Hof kauft, schaut eher auf die Qualität als auf den Preis, sagen die Wissenschaftler.

In der Krise boomen die Hofläden

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Auch das spiele in der derzeitigen Krise eine Rolle, vermutet Robin Kottsieper, der seinen Geflügel-Hof in Lüttringhausen betreibt. Dort gibt es zwar länger keinen eigenen Laden mehr, Kottsieper beliefert aber Hofläden und Marktbeschicker in der Umgebung. „Das merken wir, dass es in diesem Bereich eine verstärkte Nachfrage gibt“, sagt er – und schätzt diese Steigerung auf rund 20 Prozent.

„Der Außer-Haus-Konsum ist zurückgegangen“, sagt Kottsieper. Viele Menschen würden deshalb vermehrt zuhause kochen – und dabei verstärkt auf die Herkunft ihrer Produkte achten. Was Gabi Kempe bestätigt: „Wir haben hier viele junge Familien mit Kindern, die sich bewusster ernähren wollen“, berichtet sie.

Eine coronabedingte Entwicklung, der Landwirt Kottsieper bei allem Schlechten, das die Pandemie mit sich bringt, auch Gutes abgewinnen kann. „Die Krise hat uns bewusst gemacht, dass das, was wir hier betreiben, plötzlich wichtig und gewollt ist“, sagt er. Auch für seine Mitarbeiter sei es eine positive Erfahrung, als „systemrelevant“ wahrgenommen zu werden. „Viele Menschen besinnen sich gerade darauf, was wirklich wichtig ist: Gesundheit und gutes Essen zum Beispiel.“

In unserem Live-Blog finden Sie die neuesten Informationen zu Entwicklungen rund um das Coronavirus in Remscheid.

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