Weihnachten

Die Krippe von St. Marien verbindet Generationen seit rund 70 Jahren

Diakon Heinz Braun vor der Krippe in St. Marien. Hier erhält Maria gerade die Verkündigung durch den Engel Gabriel. Foto: Roland Keusch
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Diakon Heinz Braun vor der Krippe in St. Marien. Hier erhält Maria gerade die Verkündigung durch den Engel Gabriel.
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Eine eigene Gruppe kümmert sich liebevoll darum – Die Figuren sind von Künstlerin Lita Mertens erschaffen worden und haben sogar Gelenke.

Von Melissa Wienzek

Alt-Remscheid. Der Esel mümmelt genüsslich am – echten – Heu in der Futterkrippe, Maria erhält gerade die Verkündigung. Auf dem Dach des Stalls haben sich Tannenzapfen gesammelt, davor gibt es eine kleine Feuerstelle. Eingerahmt ist die biblische Szene von drei großen Christbäumen. Und über allem strahlt hell der Stern von Betlehem.

Eine besondere Krippe hat die katholischen Kirchengemeinde St. Marien in dieser Adventszeit erneut in dem Gotteshaus an der Wilhelmstraße aufgebaut. Eine eigene Krippengruppe kümmert sich darum. Herzstück ist der imposante Stall. Er besteht aus echten, groben Holzplanken und integriert sich wunderbar in den Raum. Die Holzfiguren stammen übrigens aus den 1950er Jahren. Erschaffen hat sie die Kölner Künstlerin Lita Mertens (1879-1979). „Als ich mit sieben Jahren hier in den Kinderchor eintrat, gab es die Figuren schon. Schwester Rosel hat sich damals um die Krippe gekümmert. Und wir Kinder machten die Krippenwände“, erinnert sich Diakon Heinz Braun. Heute ist er 70 – und exakt die gleichen Figuren stellt er immer noch auf.

Und die haben sogar Gelenke. In diesen kalten Tagen müssen sich Maria, Josef und die Heiligen Drei Könige erst mal in einer wärmeren Ecke der Kirche akklimatisieren, damit ihre Gelenke gängig werden. Mit fast 70 ist das schließlich nicht mehr so einfach.

Mit den 14 Figuren lassen sich so immer neue Szenen stellen. Jeden Adventssonntag erzählte die Gemeinde so die Geschichte Jesu Geburt ein Stück weiter. „Es ist wie ein Rollenspiel“, erklärt Diakon Braun. Und dabei wurde an jedes Detail gedacht – Moos, Steine, sogar Licht. Seit Jahrzehnten steckt die Gemeinde viel Liebe und Mühe in ihre Krippe. „Viele aus der Gemeinde haben das Krippenfieber“, bestätigt Heinz Braun. Er natürlich auch. Als eingefleischter Krippen-Fan kennt er so ziemlich jede Krippe in den Kölner Kirchen. Dort bekam er vor geraumer Zeit einen richtigen Schrecken. „In St. Kolumba stand eine Krippe mit unseren Figuren. Ich war so erschrocken, dass ich sofort in unserer Gemeinde anrief, um zu fragen, ob unsere Krippe noch da ist – oder vielleicht schon nach Köln verkauft wurde“, erzählt er. Die Angst legte sich schnell: Die Figuren in St. Kolumba hatte Künstlerin Lita Mertens ebenfalls kreiert.

Natürlich hat der eine oder andere über die Jahrzehnte hinweg schon mal eine Gliedmaße verloren oder einen Mantel verschlissen. Doch das stellt kein Problem für die Gemeindeglieder dar: Daniela Krein organisierte einen handwerklich begabten Mann, der das Fingerchen reparierte. Und Maria erhielt gerade einen neuen, selbst genähten Mantel. Dem Jesuskind fehlt aktuell noch der dicke Zeh. Macht aber nichts, das Baby liegt gut gebettet im Stroh. „Die Älteren identifizieren sich mit der Krippe und die Kinder wachsen damit auf. Da entsteht so eine Harmonie unter der Generationen“, ist Heinz Braun begeistert.

Denn die Krippe von St. Marien verbindet Generationen: Seit rund 70 Jahren wird sie immer weiter in liebevolle Hände gegeben. Schwester Rosel hätte ihre wahre Freude daran.

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