Wupperstraße

Krach ist der Beweis: Polizei bleibt in Lennep

Die Polizei ist kein Mieter wie andere. Architekt Ralf Pohl und Hauseigentümer Michael Hartgen haben eine Reihe von Besonderheiten zu beachten. Mit Wachleiter Rainer Bläsing überzeugten (v. l.) sie sich im Keller der Wache an der Wupperstraße vom Fortgang der Arbeiten. Foto: Roland Keusch
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Die Polizei ist kein Mieter wie andere. Architekt Ralf Pohl und Hauseigentümer Michael Hartgen haben eine Reihe von Besonderheiten zu beachten. Mit Wachleiter Rainer Bläsing überzeugten (v. l.) sie sich im Keller der Wache an der Wupperstraße vom Fortgang der Arbeiten.
  • Axel Richter
    VonAxel Richter
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Die Wache an der Wupperstraße bekommt neue Räume und eine moderne Kommunikationstechnik

Remscheid. Der Abbruchhammer meißelte ohne Unterlass. So laut, dass sich die Polizisten an ihren Schreibtischen die Ohrschützer aufsetzten, die sie sonst nur beim Training mit ihren Dienstpistolen auf dem Schießstand tragen. „Das waren bestimmt 140 Dezibel“, sagt Polizeihauptkommissar Rainer Bläsing und deutet mit einem Grinsen auf seine beiden Ohren. Dabei freut sich Lenneper über den Lärm im Keller, denn der beweist: Die Polizei bleibt mit ihrer Wache an der Wupperstraße in Lennep.

Lange war das alles andere als sicher, denn die Räume im Erdgeschoss des Hauses mit der Nummer 2 erfüllten längst nicht mehr die Voraussetzungen für eine moderne Polizeiwache. Es gab keine geschlechtergetrennten Duschen, keine getrennten Umkleidebereiche. Die brauchte die Polizei schließlich nicht, als sie 1999 die Wachräume bezog. Die drei Beamten, die damals an der Wupperstraße ihren Dienst versahen, waren ausnahmslos Männer.

„Wir holen aus dem Gebäude von 1939 das Beste heraus.“

Ralf Pohl, Architekt

Nicht nur das hat sich geändert. Zwar darf Wachleiter Bläsing über genaue Zahlen nicht sprechen, doch versehen heute deutlich mehr Beamte ihren Dienst in Lennep als jene drei von damals. Die Männer und Frauen in Uniform behalfen sich lange und nahmen aufeinander Rücksicht. So sehr, dass der Gleichstellungsbeauftragten im Polizeipräsidium Wuppertal, zu der auch Remscheid zählt, nicht eine Beschwerde über die Lenneper „Unisex-Wache“ zu Ohren kam. Dennoch brauchte die Polizei neue Räume. Die Suche danach gestaltete sich in Lennep jedoch schwierig. So schwierig, dass das Präsidium alle Neubaupläne aufgab und sich die Lenneper Kommunalpolitiker bereits um die Zukunft der Wache im Stadtteil zu sorgen begann. Ihr Votum war klar: Die Polizei muss in Lennep bleiben.

Bleibt sie nun auch, denn am Ende einigte sich die Wuppertaler Behörde mit Michael Hartgen, dem das 1939 erbaute Haus in der Wupperstraße gehört. Nach den Plänen von Architekt Ralf Pohl aus Bergisch Born lässt er es seither für seinen Mieter ausbauen. Mit neuen Nasszellen und Sozialräumen im Keller und etlichen Durchbrüchen im Erdgeschoss, wo die Lenneper bei der Polizei zukünftig an einem deutlich größeren Wachtisch empfangen werden.

„Ich freue mich natürlich über die Wendung“, sagt Michael Hartgen, „als Lenneper darüber, dass die Polizei vor Ort bleibt. Und natürlich auch als Vermieter.“ Dabei ist die Polizei kein Mieter wie jeder andere. Beim Umbau sind etliche Sicherheitsvorschriften zu erfüllen. Das gilt insbesondere für die Türen, aber auch für etliche Fenster, die zusätzlich mit Gittern versehen werden müssen. Und dann wird alles noch videoüberwacht.

Als Herausforderung erwies sich der Boden im Keller, denn der war alles andere als gerade, sondern abschüssig verlegt worden. Die tief hängenden Deckenträger in der neuen Herrenumkleide sind für groß gewachsene Beamte zudem mit Vorsicht zu beachten.

Architekt Ralf Pohl spricht von einem Kompromiss, denn natürlich wäre in einem Neubau für die Polizei mehr möglich gewesen. „Aber“, sagt er, „wir holen aus einem Gebäude aus dem Jahr 1939 das Beste heraus.“ Danach soll dann auch das Beste hinein. Die Wache in der Wupperstraße erhält zusätzlich eine moderne Leitstellentechnik.

Bis alles fertig ist, müssen sich die Beamten noch ein paar Wochen behelfen. Rainer Bläsing räumt für sie sein Wachleiterbüro, damit sich die Kollegen übergangsweise darin umkleiden können. Schließlich arbeiten sich die Bauarbeiter vom Keller in die oberen Räume vor, um dann dort alte Wände einzureißen und neu hochzuziehen.

Dann dürfte es auch dort noch einmal laut werden, und die Beamten werden erneut ihre Ohrschützer zweckentfremden. Freuen dürfen sie sich dennoch. Denn ein Ende ist absehbar. Und Lennep behält seine Wache.

Fahrzeug defekt

Als Anlaufstelle für die Bürger während des Umbaus hatte die Polizei ihre Mobile Wache von Elberfeld nach Lennep geholt. Gestern teilte die Polizei mit: Das Fahrzeug ist defekt. Die Bürger werden gebeten, sich an die Inspektion am Quimperplatz zu wenden.

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