Historisches Foto

Welcher Bahnhof wird hier gesucht?

Welcher Bahnhof ist das?
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Welcher Bahnhof ist das?
  • Andreas Weber
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Das letzte historische Foto zeigte die Ecke Nord-/Ludwigstraße. Viele richtige Einsendungen erreichten die RGA-Redaktion.

Unschwer zu erkennen: Es handelt sich bei unserem neuen Foto um einen Bahnhof. Welcher wird hier gesucht? Schicken Sie uns die Lösung bis Donnerstag, 22. Oktober, per E-Mail oder Post, gerne mit persönlichen Anekdoten, an den RGA, Alleestraße 77-81, 42853 Remscheid: redaktion@rga-online.de

Unser vorheriges historisches Foto: Kopfstein bildete ein unfallträchtiges Pflaster

Von Andreas Weber

In dieser Kurve geriet so mancher ins Rutschen.

Alt-Remscheid. Gerd Kaib hatte es geahnt: „Das gibt viele Einsendungen. Das kann ich Ihnen jetzt schon sagen“, schrieb der RGA-Leser. Er behielt recht. 23 Einsendungen erreichten die Redaktion. Gesucht war die Ecke Ludwig-/Nordstraße – die im Übrigen schon einmal Anfang Juni aus leicht anderer Perspektive als Bildrätsel gedient hatte.

Ratefüchse wie Dieter Prill und Manfred Armbrust merkten dies direkt. Armbrust lebte lange in der Nordstraße, nachdem seine Familie im 2.Weltkrieg ausgebombt worden war und er später nach Langenfeld zog. Und er nannte die zwei Stichworte, die viele andere Leser beim Anblick des Fotos einwarfen: den Erotik-Club „Witwe Bolte“, den es früher an der Nordstraße gab und das EMA, im Hintergrund in Teilen sichtbar.

Armbrust ist dort bis Anfang der 50er zur Schule gegangen. An die scharfe Kurve erinnert er sich ungern: „Da bin ich als junger Erwachsener mit meiner Vespa im Winter weggerutscht und hatte Glück bei den Verletzungen, dass ich dick eingekleidet war.“ Die Nordstraße mit ihrem Kopfsteinpflaster war für die Anwohner eine Tortur: „Der Lärm und die Abgase waren schrecklich“, sagt Manfred Armbrust.

Die Kurve hatte es in sich

Dass es die abgebildete Kurve „in sich hatte“, weiß auch Klaus Müller: „In den 60er Jahren war die Nordstraße je nach Witterung ziemlich gefährlich.“ Müller erinnert sich an den „Remscheider Nachtclub No. 1“. Gastronom Paul Caplan betrieb an der Nordstraße lange die „Witwe Bolte“. Zur weiteren Geschichte schreibt Müller: „1986 übernahm die Wuppertalerin Ilona ‘Loni’ Sell und führte ihn bis zur Schließung 2005. 1991 eröffnete sie zusätzlich daneben die Kneipe ‘Max und Moritz’. Am 23. März 2015 gingen auch dort die Lichter aus.“

Blieb fast unverändert: die Ecke Nord-/Ludwigstraße.

Roland Benscheid denkt neben den Gefahren, die besonders bei Nässe Auto- und Kradfahrern drohten, an den Schülerlotsendienst, – den er – an der Stelle, wo auf dem historischen Foto der Lkw fährt – als Achtklässler der Schule Steinberg durchführte. „Heute ist die offizielle Bezeichnung Verkehrshelfer und wird häufig von den Eltern der Schüler durchgeführt.“ Carmen Vogt hat 15 Jahre an der Nordstraße gelebt und immer die Abkürzung zur Elberfelderüber die Ludwigstraße genommen. „Verändert hat sich nicht viel, nur der schöne, große Baum ist nicht mehr da. Die Sträucher sind auch nicht mehr so hoch.“ Das vieles unverändert geblieben ist, teilt Tim Bergmann mit und verweist auf das Druckhaus Arns, das sich an der Straßenecke außerhalb des Fotos befand. In unmittelbarer Nachbarschaft der vom RGA abgebildeten Stelle lebt Hans Ulrich Budde an der Peterstraße. „Das schwarze Gebäude an der oberen rechten Seite ist das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium, das ich einige Jahre besuchen durfte.“

Dieter Wellershaus merkt an: „In dem Haus, wo die geschlossene Jalousie zu sehen ist, war früher die Gaststätte Schultheiß Stuben, auf Höhe des Lkws gab es eine Verbindungstreppe von der Ludwig- zur Nordstraße und eine Toilettenanlage. Meine Großeltern hatten in der Nähe ein Tabak- und Schreibwarengeschäft.“ Heinz Jürgen Schmitz geht auf die Namensgebung der Ludwigstraße ein. Benannt wurde sie nach Ludwig von Bohlen, Bürgermeister der damaligen Gemeinde und 1888 zum OB in Remscheid ernannt. Interessant sei, so Schmitz, dass 1977 eine Außenstelle der Uni Hagen im damaligen Arbeitsamt eröffnet wurde. Seit 2003 ist dort das heutige Ämterhaus angesiedelt, bis zur Betriebseinstellung in den 90er Jahren war an der Ecke das bekannte Druckhaus Arns.

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