Nach ADFC-Umfrage

Konzept soll Radverkehr in Remscheid stärken

Die Verlängerung der Balkantrasse von Lennep nach Lüttringhausen wird im Radverkehrskonzept thematisiert. Archivfoto: Thomas Wintgen
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Die Verlängerung der Balkantrasse von Lennep nach Lüttringhausen wird im Radverkehrskonzept thematisiert.

Bei einer ADFC-Umfrage hat Remscheid katastrophal abgeschnitten. Lösungen für einige Kritikpunkt scheinen greifbar.

Von Manuel Böhnke

Remscheids Abschneiden beim Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) ist verheerend. Bei Schulnote 4,7 liegt die Gesamtbewertung. Es gibt bundesweit keine Stadt mit 100 000 bis 200 000 Einwohnern, die schlechter abgeschnitten hat. Dabei soll es aber nicht bleiben. „Radverkehr gewinnt an Bedeutung. Wir müssen jetzt aktiv werden“, erklärt Dezernent Peter Heinze. Das in Arbeit befindliche Radverkehrskonzept beinhalte Maßnahmen, die die Situation für Radfahrer in Remscheid verbessern sollen. Es sei geplant, die Ergebnisse vor dem Sommer vorzustellen.

Standpunkt von Manuel Böhnke

Die ADFC-Umfrage erfasst, wie fahrradfreundlich eine Stadt ist. Besonders negativ bewerteten die Befragten in Remscheid etwa die Ampelschaltungen für Radfahrer und den Winterdienst auf Radwegen. Zudem gehören die Erreichbarkeit des Zentrums per Rad sowie die fehlende Öffnung von Einbahnstraßen in Gegenrichtung für den Radverkehr zu den Schwächen.

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„Die Ergebnisse überraschen uns nicht. Wir befinden uns seit Jahren mit der Stadt in einem Monolog“, sagt Andreas Roeschies. Er ist Sprecher der ADFC-Kreisgruppe Remscheid. Dass die Ergebnisse in fast allen Bereichen schlechter waren als bei der Erhebung 2016, führt er auf schwindende Toleranz aufseiten der Radler zurück: „Man sieht an vielen Beispielen in der Region, dass es besser ginge.“ Exemplarisch führt er die Nordbahntrasse in Wuppertal an.

Kritikpunkte aus Umfrage werden in Konzept thematisiert

Doch bald soll auch in Remscheid Bewegung in die Sache kommen. Seit September 2017 erarbeitet die Verwaltung mit einem Dortmunder Planungsbüro ein Radverkehrskonzept. Das befinde sich Peter Heinze zufolge aktuell in der verwaltungsinternen Abstimmung.

Innerhalb des Konzeptes gebe es einige konkrete Maßnahmen, die an die Ergebnisse des Fahrradklima-Tests anknüpfen. So sei die „wichtige Achse“ zwischen der Innenstadt und Lennep „ein Schwerpunktthema“. Zudem könnte das Konzept Bewegung ins Thema Verlängerung der Balkantrasse von Lennep nach Lüttringhausen bringen. Es sei angedacht, die Erneuerung der Bahnüberführung an der Wülfingstraße zu nutzen. Von dort aus könnte zukünftig eine Rampe von der Trasse abgehen. Dadurch wäre es möglich, über den Kimmenauer Weg und den Westring in Richtung Lüttringhausen zu fahren. „Das Projekt ist schon ziemlich konkret. Im Haushaltsplan sind schon Mittel vorgesehen“, betont Heinze. Er hofft, in diesem Jahr in Absprache mit der Bahn in die Planung einsteigen zu können.

Allgemein sei das Konzept ein „Plan für die zukünftige Ausrichtung“. Es beschäftige sich auch mit der Öffnung der Alleestraße für den Radverkehr und für Radfahrer optimierte Ampelschaltungen. Zudem seien auch „weiche Maßnahmen“ enthalten. Dazu zählt Heinze etwa Werbung, um den Radverkehr an neue Gruppen heranzuführen.

ADFC-FAHRRADKLIMA

METHODE Zum achten Mal fand der vom Bundesministerium für Verkehr geförderte ADFC-Fahrradklima-Test statt. Bei der bundesweiten, nicht-repräsentativen Online-Umfrage wurden im Herbst 2018 32 Fragen zur Fahrradfreundlichkeit gestellt. Die Bewertung fand mittels Schulnoten statt. In Remscheid gab es 78 Teilnehmer.

www.fahrradklima-test.de

Burkhard Fey, Abteilungsleiter Verkehrsplanung bei der Stadt, betont, dass es vor allem darum gehe, den Alltagsverkehr per Rad zu stützen. Das müsse etwa durch neue Fahrradstreifen oder in Gegenrichtung für den Radverkehr geöffnete Einbahnstraßen geschehen. Für solche Vorhaben stehen jährlich 100 000 Euro speziell für den Radverkehr im Haushalt bereit. „Es gibt viele Maßnahmen, die wir in den kommenden Jahren so sukzessive angehen könnten.“

Noch äußern sich Heinze und Fey sehr vorsichtig zu den im Konzept enthaltenen Vorschlägen. Denn für deren Umsetzung braucht es nicht nur grünes Licht der verschiedenen Abteilungen der Verwaltung – etwa Sicherheits- und Planungsbehörden –, sondern auch die Zustimmung der Politik. „Auch dort brauchen wir ein Verständnis für die Bedeutung des Themas“, betont Heinze.

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