Erste Platte

Kontrabassist ist auf Hoelderlin-Cover zu sehen

Joachim Heinemann sammelt Kontrabässe und Schallplatten. Foto: Uwe Rapp
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Joachim Heinemann sammelt Kontrabässe und Schallplatten.

Joachim Heinemann hörte Bob Dylan und da war es um ihn geschehen – Mit dem White-Album der Beatles ging es los.

Von Uwe Rapp

Heute bin ich bei Joachim Heinemann (63) zu Gast, der in der Remscheider Innenstadt in einer schmucken alten Villa mit seiner Frau Susanne lebt. Da gibt es sicherlich wieder einiges zu erzählen.

Schon beim Eintritt in das Wohn- und Musikzimmer ist klar, das Joachim nicht nur eine schöne Schallplattensammlung hat, sondern auch Kontrabässe sammelt. Gleich vier Instrumente stehen im Musikzimmer. „Ein Gitarrist hat ja auch nicht nur eine Gitarre, das ist bei uns Musikern, glaube ich, völlig normal“, sagt Joachim. Gitarren stehen übrigens auch noch ein paar im Ständer.

Mit seiner Frau Susanne, die für die Percussion zuständig ist, macht er beim „Odessa Projekt“ mit. „Da spielen wir Klezmer und Balkan-Grooves, und mit Rolf Kaudelka bilde ich das Heart-Devils-Duo. Wir machen Acoustic Rock ‘n’ Roll“, erzählt Joachim Heinemann.

„Die war aus dem Woolworth und musste erstmal reichen.“
Joachim Heinemann über seine erste Gitarre, die er für 25 Mark gekauft hat

„Mit 13 oder 14 habe ich angefangen, mich für Musik zu interessieren. Bis dahin habe ich eigentlich immer nur Fußball gespielt. Meine Eltern hatten eine Musiktruhe und hörten Schlager und Jazz. Ich habe dann durch Zufall im Radio einen Bob-Dylan-Song gehört, und das war für mich was völlig Neues. Von da an habe ich mit einem Kassettenrekorder und Mikrofon vor der Truhe gesessen und mir Kassetten aufgenommen“, erinnert sich Joachim Heinemann. „Meine erste eigene Schallplatte war ein Geschenk meines Vaters. Es war das White-Album von den Beatles.“

Schnell war klar, dass Joachim jetzt auch eine Gitarre haben wollte. Von einem Klassenkameraden kaufte er sich eine gebrauchte Gitarre für 25 Mark. „Die war aus dem Woolworth und musste erstmal reichen. Es war nicht einfach, darauf zu spielen, und ich hatte ja auch keine Ahnung vom Gitarrespielen. In der Pfarrei St. Suitbertus gab es damals einen Beat-Gottesdienst. Und gleichzeitig wurde Gitarrenunterricht angeboten. So habe ich Gitarre spielen gelernt. Ich habe dann von meinen Eltern eine Konzertgitarre bekommen, die wir in Düsseldorf beim Musikhaus Jörgensen gekauft haben.“

Vor dem Studium eine Ausbildung zum Krankenpfleger gemacht

Seinen ersten Schallplattenspieler verdiente sich Joachim mit Ferienarbeit. „Eine schöne weiße Kompaktanlage von Philips. Meine erste selbst gekaufte Schallplatte war von den Allman Brothers ¸Brothers and Sisters‘, die zweite war von Creedence Clearwater Revival ¸Cosmo‘s Factory‘. Einige Bob-Dylan-Platten folgten und die eine oder andere Blues-Scheibe“, erzählt Joachim.

Nach dem Abitur auf der EMA machte er erstmal eine Ausbildung zur Kleinen Krankenpflege in der Fabricius-Klinik und danach Zivildienst, bevor es zum Studium nach Köln ging. „In der Zeit habe ich sehr viel Zeit im Saturn verbracht, und mir neue Schallplatten gekauft. Auch meine All-Time-Favorites, Neil Youngs ,After the gold rush´ und Dire Straits ,First´, aber auch Steely Dan, Santana, Cat Stevens viel Blues, Weltmusik und natürlich Bob Dylan. Eine schöne Erinnerung habe ich auch an ein Konzert in der Remscheider Stadtbücherei 1973. Da spielten Hoelderlin. Von denen habe ich natürlich alle Platten, und auf der Live-LP, die später erschienen ist, bin ich sogar auf dem Cover“, sagt Joachim Heinemann. Hoelderlin waren eine Wuppertaler Romantic-Rock-Band, zwischen 1970 und 1981 aktiv.

Zum Abschluss zwei Tipps von Joachim Heinemann: von Johnny Cash alle American-Recording-LPs und Moka Efti Orchestra „Erstausgabe“.

Gastautor

Wer in Remscheid seine erste Schallplatte erstanden hat, der hat das mit großer Wahrscheinlichkeit bei Uwe Rapp getan. Der 65-Jährige verkaufte einst Musik im legendären Plattenladen Zack Zack.

Heute legt er als Kult-DJ auf Partys und dienstags um 20 Uhr auf mvradio.de auf. Für unsere RGA-Serie „Meine erste Platte“ haben wir Uwe Rapp als Gastautor gewonnen. Er unterhält sich mit Remscheidern über ihre erste Platte.

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